Glühbirnen-Aus beflügelt Aixtron

Mittwoch, 10. Dezember 2008 12:43
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(IT-TIMES) Aixtron-Aktien (WKN: 506620) präsentierten sich zuletzt deutlich fester, nachdem die EU das Aus für die klassische Glühbirne beschlossen hat. Die Produktion von traditionellen Glühbirnen soll aus Klimaschutzgründen im September 2012 auslaufen.

Glühbirnen verbrauchen nicht nur mehr Strom als beispielsweise energiesparende LED-Leuchten, sondern belasten nebenbei auch die Umwelt durch Wärmeabstrahlung. Die EU-Kommission schätzt die Stromeinsparungen durch das Glühbirnen-Aus auf bis zu 40 Terawattstunden, nachdem herkömmliche Glühbirnen vier bis fünf Mal soviel Strom verbrauchen, als Energiesparlampen.

Von dem Trend hin zu umweltfreundlichen LED-Leuchten könnte auch indirekt Aixtron profitieren, glauben Marktbeobachter. Aixtron stellt nämlich MOCVD-Anlagen zur Herstellung von LEDs sowie Depositionstechniken für die Produktion von Organischen Leuchtdioden (OLED) her, die unter anderem in modernen Flachbildfernsehern zum Einsatz kommen.

Immer mehr Hersteller setzen auf OLED
Der OLED-Technik könnte in den nächsten drei Jahren der Durchbruch gelingen, nachdem immer mehr Hersteller wie Sony, Toshiba, Matsushita und Samsung entsprechende OLED-Fernseher auf den Markt bringen wollen. Während Sony bereits mit ersten OLED-Geräten auf den Markt ist, kündigte Toshiba jüngst an, ein 30-Zoll großes OLED-Display in 2009 auf den Markt zu bringen. Bei Matsushita soll es im Jahr 2011 soweit sein, dann wollen die Japaner mit einem 40-Zoll großen OLED-Flachbildschirm mit der Marke Panasonic Flagge zeigen. Zudem kündigte Matsushita an, Milliarden von Yen in den Aufbau einer entsprechenden Produktionsanlage investieren zu wollen.

Bei Toshiba räumt man der OLED-Technik eine große Zukunft ein. Niedrigere Herstellungskosten in Verbindung mit einem verbesserten Sichtwinkel und einem höheren Kontrast machen die OLED-Technik mehr als zukunftsfähig, heißt es.

Bis es jedoch soweit ist und Aixtron von diesem Trend profitieren kann, muss das Unternehmen zunächst einmal die aktuelle Krise in der Halbleiterbranche überstehen. Helfen könnte dem Unternehmen dabei sein Standbein in der Solarindustrie, denn die von Aixtron entwickelten MOCVD-Anlagen kommen zunehmend auch in der Photovoltaikbranche zum Einsatz, einem Marktsegment, dem langfristig ebenfalls eine große Zukunft vorhergesagt wird…

Kurzportrait
Die Aixtron AG ist Anbieter von Depositions-Anlagen für die Halbleiter-Industrie. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1983 als Spin-Off der Aachener Universität gegründet. 1989 erhielt das Unternehmen eine exklusive Lizenz für die Multi-Wafer MOCVD Planetary Reactor®-Technologie von Philips. 1997 folgte der Börsengang in Frankfurt. Die Produkte der Gesellschaft werden zur Herstellung von Bauelementen für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- und organischen Halbleitermaterialien sowie Kohlenstoff-Nanostrukturen genutzt. Diese Bauelemente werden in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, bei Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, der Computer-Technik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen eingesetzt.

Aixtron wurde im Jahr 1983 gegründet. Seinerzeit begann das Unternehmen mit der Entwicklung von Anlagen zur Fertigung von Verbindungshalbleitern. Heute ist Aixtron der weltweit führende Anbieter von Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitermaterialien. Nach eigenen Angaben konzentriert man sich dabei auf drei Märkte: Verbindungs-, Silizium und organische Halbleitermaterialien.

Verbindungshalbleiter kommen in Leuchtdioden oder in Lasern zum Einsatz. Dazu zählen auch neue Anwendungsmöglichkeiten wie die Blir-Ray-DVD-Technologie. Zudem kommen diese Halbleiter in der Solarzellentechnologie zum Einsatz. Silizium-Halbleiter kommen zum Beispiel in Speicher-Bausteinen zum Einsatz oder sind Bestandteil von DRAM-Speicherchips. Organische Halbleiter wiederum finden sich in Flachbildschirmen und in flexiblen Displays wider. Zudem können sie in Anwendungen wie RFID-Chips eingesetzt werden.

1999 wurde die Thomas Swan Scientific Equipment Division, das gesamte MOCVD-Anlagen- und Servicegeschäft der englischen Thomas Swan & Co Ltd übernommen und wird bis heute als eigenständige Tochtergesellschaft im Aixtron-Konzern weitergeführt.

Im gleichen Jahr wurde die schwedische Epigress AB, heute Aixtron AB, mit Sitz in Lund, Schweden übernommen. Die Tochtergesellschaft stellt CVD-Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern wie Siliziumcarbid (SiC) mit breiter Bandlücke her. Durch die Übernahme der Genus Inc. in Kalifornien im März 2005 hat Aixtron eine weitere produktionsqualifizierte Abscheidungstechnologie für die Silizium-Halbleiter- und die Datenspeicherindustrie erworben. Durch den Zukauf verfügt Aixtron über ein breites Spektrum an massenproduktionstauglicher Abscheidungstechnologien für die Siliziumindustrie.

Mit der Übernahme der britischen Nanoinstruments in 2007 erweiterte Aixtron das Produktportfolio im Bereich Nanotechnologie. Aixtron-Nanoinstruments bietet seither CVD - (Gasphasenabscheidung) und plasmagestützte CVD-Anlagen zur Abscheidung von Carbon Nanotubes, Nanowires und Nanotubes an.

Meldung gespeichert unter: Aixtron

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