Gartner zum Potential von Green IT – nicht nur 'Green in IT', sondern 'Green durch IT'

Montag, 3. März 2008 13:32
Gartner

Bis zu 60 Prozent des Energie- und Ressourcenbedarfs eines Unternehmens könnten durch sinnvollen
 IT-Einsatz reduziert werden.

Hannover, Deutschland, 3. März, 2008 – Zum Auftakt der internationalen Fachmesse CeBIT in Hannover erklärt das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner, Green IT habe sich in den letzten zwölf Monaten vom Nischenthema zum Hype entwickelt, der die gesamte ITK-Branche erfasst hat. Trotz der allgegenwärtigen Diskussion des Themas ist aber die Anzahl der konkreten Projekte in IT-Organisationen noch sehr gering. In einer kürzlich von Gartner durchgeführten Umfrage unter IT-Professionals gaben 21 Prozent der Befragten an, dass 'Green IT' derzeit der stärkste Treiber für Veränderungen in der Technologie ist. Nur 2 Prozent der Befragten sahen jedoch für sich einen konkreten Mehrwert durch Green IT. Damit besteht für Green IT unter den Top 10 Technologiethemen die größte Lücke zwischen aktueller Relevanz und erreichbarem Mehrwert.

Dennoch wird das Thema nicht wie manch anderer Technologie-Hype von der Tagesordnung verschwinden. Die aktuelle politische Stimmung macht es wahrscheinlich, dass insbesondere in der EU konkrete Ziele und Maßnahmen definiert werden, wie dieser Ausstoß verringert werden kann. Gartner erwartet Reduktionsziele in der Größenordnung von 25 Prozent Reduktion bis zum Jahr 2020 und 60 bis 80 Prozent bis 2050.

Diskussion um Treibhausgase aus der IT darf nach Ansicht von Gartner der Fokus nicht nur auf Aspekte wie beispielsweise den Stromverbrauch der Geräte gelegt werden. "'Green IT' wird derzeit hauptsächlich mit Energieeinsparungen innerhalb der IT assoziiert. Entscheidend ist jedoch der ganzheitliche Blick und die Identifikation von Möglichkeiten, wie durch effizienten Einsatz von IT die Umweltbilanz des gesamten Unternehmens optimiert werden kann", so Simon Mingay, Research VP bei Gartner.

Etwa zwei Drittel des CO2 entstehen beim Betrieb von IT-Systemen einschließlich Stromversorgung und Kühlung. Ein Drittel wird jedoch für Herstellung und Entsorgung von Geräten aufgewendet. Insbesondere die Entsorgung ist dabei in vielen Betrachtungen noch nicht berücksichtigt. Schätzungsweise 800 Millionen PCs werden in den nächsten Jahren ersetzt sowie jährlich etwa 550 Millionen Mobiltelefone. Da zur Zeit 73 Prozent aller entsorgten PCs nicht recycelt, sondern – meist in Schwellenländern – nicht fachgerecht gelagert und entsorgt werden, entwickelt sich hier aktuell eine große Altlast für die Umwelt.

Prinzipiell sollten Unternehmen den Blick nicht nur auf die verbesserte Umweltverträglichkeit von IT beschränken. Durch den effektiven Einsatz von Informationstechnik im Unternehmen können erhebliche Einspareffekte realisiert werden, die zu einer massiven Verbesserung der Ökobilanz eines Unternehmens beitragen. Abhängig von Branche und Unternehmensgröße schätzt Gartner, dass bis zu 60 Prozent des Energie- und Ressourcenbedarfs eines Unternehmens durch sinnvollen IT-Einsatz reduziert werden können. Konkrete Maßnahmen, die heute realisiert werden können, sind simple Ansätze wie das Vermeiden von papiergebundenen Prozessen durch IT, Einsatz von Multifunktionsgeräten mit Duplexdruck, nahtlose Integration von Heimarbeitsplätzen sowie Videokonferenzen und elektronische Kollaboration anstelle von Flugreisen von Mitarbeitern.

Meldung gespeichert unter: Gartner

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