Garmin wieder auf Erfolgskurs - Unternehmen nabelt sich vom PND-Geschäft ab

Donnerstag, 15. März 2012 14:25
Garmin

(IT-Times) - Garmin-Papiere legten in den vergangenen sechs Monaten um mehr als 50 Prozent. Investoren und Anleger haben wieder Vertrauen in die Wachstumsstrategie des Unternehmens gefasst.

Garmin hatte im Vorjahr einen Strategiewechsel vollzogen, um seine Umsatzbasis weiter zu diversifizieren. Erzielte das Unternehmen vor vier Jahren noch 80 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von portablen Navigationsgeräten (PNDs), dürfte das PND-Segment im laufenden Jahr nur noch knapp die Hälfe zu den Gesamteinnahmen beisteuern.

Anders als der Konkurrent TomTom, der vor allem in Software und Apps investiert, um das sinkende Geschäft mit PNDs auszugleichen, setzt Garmin vor allem auf Fitness- und Outdoor-Produkte (Uhren, Frequenzmesser) für Läufer und Radfahrer und andere Athleten. Diese Strategie scheint sich für Garmin langsam auszuzahlen.

Fitness-Segment soll 30 Prozent zum Umsatz beisteuern
Bei Garmin (Nasdaq: GRMN, WKN: A1C06B) geht man davon aus, dass das Outdoor-Segment in diesem Jahr um fünf bis zehn Prozent wachsen wird. Das Fitness-Segment soll dabei sogar um 20 bis 25 Prozent zulegen. Schon im vergangenen Quartal kletterte das Outdoor-Segment um 35 Prozent auf 121 Mio. Dollar, das Fitness-Segment legte um 17 Prozent auf 95 Mio. Dollar zu.

Nachdem das Fitness-Geschäft in 2008 gerade einmal 12 Prozent zum Gesamtumsatz beigesteuert hat, dürfte dieser Anteil im laufenden Jahr auf 30 Prozent klettern, glauben Analysten. Garmin sei nicht länger nur ein GPS-Konzern, sondern avanciert immer mehr zum Sportlerausrüster mit Produkten für Radfahrer, Läufer und Schwimmer. Bestes Beispiel ist der neue Garmin Forerunner 901XT, eine GPS-Sportuhr der Extraklasse.

Kauft Garmin Endomondo?
Schafft es Garmin, sich in diesem Umfeld eine Community aufzubauen, scheinen auch weitere Social-Services und App-Angebote möglich. Bestes Beispiel ist hier der Endomondo Sports Tracker, eine App, die sich allein im Android Market (Google Play) enormer Popularität (5 bis 10 Millionen Downloads) erfreut. Mit derartigen Services könnte Garmin sein Hardware-Geschäft zusätzlich ergänzen und gleichzeitig im lukrativen App-Markt Fuß fassen.

Hochwertige Kartenservices sorgen für höhere Gewinnmargen
Zudem verweisen Analysten aus dem Hause Wedbush Securities noch auf einen weiteren Pluspunkt bei Garmin. Das Unternehmen verkaufte zuletzt PND-Geräte mit hochwertigen Kartenservices im Bundle. Dadurch erzielt Garmin höhere Gewinnmargen, was sich nunmehr ebenfalls auszuzahlen beginnt.

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 gegründete und in der Schweiz ansässige Garmin Ltd ist ein führender Anbieter von Navigationssystemen auf Basis von GPS-Technologie (Global Positioning Systems). Garmin bietet jedoch längst nicht mehr nur Produkte für die Marine und Luftfahrttechnik an, sondern auch für den Privatverbraucher. Darüber hinaus finden die Navigationssysteme der Gesellschaft auch immer mehr Einzug in die Automobilindustrie.

Garmins Geschäftsstruktur besteht aus vier Kerngeschäftsbereiche: Automotive/Mobile, Marine, Outdoor/Fitness und Aviation. Nach der Übernahme von UPS Aviation Technologies im August 2003 vermarktet Garmin die übernommene Technik unter dem Dach von Garmin AT. Ende 2005 verstärkte sich Garmin durch die Übernahme des Softwarespezialisten MotionBased Technologies LLC. Ende 2006 kaufte Garmin die kanadische Dynastream Innovations, nachdem zuvor bereits die Spezialisten Digital Cyclone und Nautamatic Marine Systems übernommen wurden. Anfang 2007 folgte die Übernahme des französischen GPS-Vertriebshändler EME Tec Sat SAS. Später kaufte man sowohl den deutschen Vertriebspartner GPS GmbH, als auch den spanischen GPS-Händler Electronica Trepat SA, den italienischen Vertriebspartner Synergy und den dänischen Garmin-Händler Fairpoint Navigation AS sowie die österreichische Puls Elektronik GmbH. Anfang 2008 gründete Garmin mit der Garmin Australasia Pty Ltd. eine neue Asien-Pazifik-Tochter. Zudem übernahm Garmin in den vergangenen Jahren zahlreiche regionale PND-Händler.

Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Garmin durch die Übernahme der britischen Raymarine, im Herbst wurde der norwegische Distributor Belanor AS übernommen. Anfang 2012 kaufte Garmin den Sonarspezialisten Interphase Technologies.

Mit dem Forerunner hat Garmin einen Trainingsassistenten für Freizeitsportler und Marathonläufer im Programm. Im Herbst 2010 verkündigte Garmin den Ausstieg aus dem Smartphone-Segment, nachdem das Unternehmen bislang mit seinem nüvifone in diesem Segment aktiv war. Nachdem Garmin den deutschen Navi-Hersteller Navigon übernahm, schluckte Garmin Mitte 2011 den Spezialisten Tri-Tronics. Anfang 2012

Der Geschäftsbereich Aviation entwickelt spezielle Navigationssysteme für die Luftfahrtindustrie. So setzen auch die Flugzeugspezialisten Cessna und New Piper als auch der Boothersteller Ranger auf Navigationsprodukte aus dem Hause Garmin. Produkte für den Privatverbraucher vertreibt Garmin unter anderem über die Einzelhändler Bass Pro Shops, Best Buy und Wal-Mart.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2011 meldet Garmin einen Umsatzsprung um neun Prozent auf 910 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im Automotive/Mobile Segment erwirtschaftete Garmin einen Umsatz von 579 Mio. Dollar, ein Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Outdoor-Geschäft kletterte um 35 Prozent auf 121 Mio. Dollar, während das Fitness-Geschäft um 17 Prozent auf 95 Mio. Dollar zulegte. Das Aviation-Geschäft legte leicht auf 72 Mio. Dollar zu, während Garmin im Marine-Segment seinen Umsatz um 16 Prozent auf 43 Mio. Dollar steigern konnte.

Meldung gespeichert unter: Garmin

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