Garmin weiter in der Defensive - Erfolge im Smartphone-Markt bleiben aus

Freitag, 6. August 2010 13:08
Garmin

(IT-Times) - Der amerikanische Navi-Hersteller Garmin (Nasdaq: GRMN, WKN: A1C06B) kämpft nicht nur gegen den intensiver werdenden Wettbewerb durch Smartphones mit Navigationsfunktion, sondern auch mit der niederländischen TomTom. Letztere konnte Garmin sowohl in den USA als auch in Europa Marktanteile abnehmen, so Marktforscher.

Garmin verliert Marktanteile an TomTom
Insgesamt schrumpfte der Markt für portable Navigationsgeräte im vergangenen zweiten Quartal weiter. Besonders stark war der Rückgang in Europa. Hier ging die Zahl der verkauften Einheiten von 3,7 auf 3,1 Millionen Einheiten zurück. In Nordamerika schrumpfte der Markt von 3,5 Millionen Geräte auf 3,3 Millionen Einheiten.

TomTom konnte eigenen Angaben zufolge seinen Marktanteil in Europa von 44 Prozent im Vorjahr, auf nunmehr 49 Prozent steigern. In den USA kletterte der Marktanteil der Holländer von 19 auf 23 Prozent, so das Unternehmen. ING-Analyst Marc Zwartsenburg führt die signifikanten Marktanteilsgewinne der Niederländer nicht zuletzt auf das starke Produktangebot von TomTom zurück.

Aber nicht nur gegen TomTom hatte Garmin zuletzt das Nachsehen. Auch im Smartphone-Markt kommt das Unternehmen mit seinen Modellen nicht so recht voran. Nachdem das Nuvifone bislang nur wenig Anklang fand, will das Unternehmen mit dem Garminfone A50 einen zweiten Anlauf wagen. Im jüngsten Quartal brachte man daher das Garminfone A50 mit T-Mobile auf den Markt, während in Australien das Nuvifone A10 an den Start ging.

Smartphone-Geschäft enttäuscht
Die Ergebnisse der bisherigen Smartphone-Offensive sind ernüchternd. Das Smartphone-Geschäft steuerte im jüngsten Quartal gerade einmal 27 Mio. Dollar zum Umsatz bei. Angaben über den Gewinnbeitrag machte Garmin nicht. Garmin-Chef Dr. Min H. Kao räumte dann auch ein, dass die Ergebnisse im Smartphone-Geschäft bislang unter Plan liegen. Man wolle jedoch hart daran arbeiten, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben, so Manager.

Angesichts der hochklassigen Konkurrenz in Form von Apple (iPhone), Research In Motion (BlackBerry) und diversen Android-basierten Geräten von HTC dürfte dies allerdings ein schwieriges Unterfangen bleiben. Nimmt man einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 300 US-Dollar für Garmin-Smartphones an, hat das Unternehmen im jüngsten Quartal gerade einmal 80.000 bis 100.000 Einheiten absetzen können - viel zu wenig, um langfristig im Markt zu bleiben...

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 gegründete und in der Schweiz ansässige Garmin Ltd ist ein führender Anbieter von Navigationssystemen auf Basis von GPS-Technologie (Global Positioning Systems). Garmin bietet jedoch längst nicht mehr nur Produkte für die Marine und Luftfahrttechnik an, sondern auch für den Privatverbraucher. Darüber hinaus finden die Navigationssysteme der Gesellschaft auch immer mehr Einzug in die Automobilindustrie.

Garmins Geschäftsstruktur besteht aus vier Kerngeschäftsbereiche: Automotive/Mobile, Marine, Outdoor/Fitness und Aviation. Nach der Übernahme von UPS Aviation Technologies im August 2003 vermarktet Garmin die übernommene Technik unter dem Dach von Garmin AT. Ende 2005 verstärkte sich Garmin durch die Übernahme des Softwarespezialisten MotionBased Technologies LLC. Ende 2006 kaufte Garmin die kanadische Dynastream Innovations, nachdem zuvor bereits die Spezialisten Digital Cyclone und Nautamatic Marine Systems übernommen wurden. Anfang 2007 folgte die Übernahme des französischen GPS-Vertriebshändler EME Tec Sat SAS. Später kaufte man sowohl den deutschen Vertriebspartner GPS GmbH, als auch den spanischen GPS-Händler Electronica Trepat SA, den italienischen Vertriebspartner Synergy und den dänischen Garmin-Händler Fairpoint Navigation AS sowie die österreichische Puls Elektronik GmbH. Anfang 2008 gründete Garmin mit der Garmin Australasia Pty Ltd. eine neue Asien-Pazifik-Tochter.

Zudem übernahm Garmin mit Formar Electronics N.V./S.A., der finnischen NavCor Oy und der schwedischen Sportmanship International AB weitere Garmin-Händler in Belgien, Finnland und Schweden. Auch die portugiesische SatSignal- Equipamentos de Comunicacoes e de Navegacao wurde hinzugekauft - das Unternehmen soll künftig unter dem Namen Garmin Portugal- Equipamentos de Comunicacao e Navegacao, S. A. operieren. Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Garmin durch die Übernahme der britischen Raymarine.

Die Produktpalette für Verbraucher umfasst unter anderem Handheld-Navigationssysteme und PDA-Geräte. So stellte das Unternehmen Mitte 2003 mit dem PDA iQue 3600 den ersten GPS-basierten Handheld-Computer vor. Mit der StreetPilot- und Nüvi-Produktreihe stellte Garmin neue portable Navigationssysteme für die Automobilindustrie vor. Die Systeme verfügen über einen hoch auflösenden Tochscreen und über einen Routen-Planer. Mit dem Forerunner hat Garmin einen Trainingsassistenten für Freizeitsportler und Marathonläufer im Programm.

Der Geschäftsbereich Aviation entwickelt spezielle Navigationssysteme für die Luftfahrtindustrie. So setzen auch die Flugzeugspezialisten Cessna und New Piper als auch der Boothersteller Ranger auf Navigationsprodukte aus dem Hause Garmin. Produkte für den Privatverbraucher vertreibt Garmin unter anderem über die Einzelhändler Bass Pro Shops, Best Buy und Wal Mart.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet Garmin einen Umsatzanstieg um neun Prozent auf 728,8 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 669,1 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Trotz des Umsatzanstiegs schrumpfte der Nettogewinn um 17 Prozent auf 134,8 Mio. Dollar oder 67 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 161,9 Mio. Dollar oder 81 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen verdiente Garmin 85 US-Cent je Aktie, womit der Navi-Hersteller die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit Einnahmen von 676,9 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 73 US-Cent je Aktie gerechnet.

Insgesamt brachte Garmin im jüngsten Quartal vier Millionen Geräte zur Auslieferung, ein Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge konnte dabei stabil bei 54 Prozent gehalten werden, nach 53 Prozent im zweiten Quartal 2009. Im Automotive- bzw. Mobile-Bereich zogen die Erlöse um zwei Prozent auf 447 Mio. Dollar an. Im Fitness-Segment verbuchte Garmin einen Umsatzanstieg um 32 Prozent auf 143 Mio. Dollar. Im Aviation-Bereich kletterten die Erlöse leicht um ein Prozent auf 65 Mio. Dollar, während im Marine-Sektor ein Umsatzzuwachs von 23 Prozent auf 74 Mio. Dollar verzeichnet werden konnte. Darüber hinaus konnte Garmin im jüngsten Quartal einen freien Cashflow von 172 Mio. Dollar generieren und damit das erste Halbjahr mit Barreserven von mehr als 1,8 Mrd. Dollar beenden.

Meldung gespeichert unter: Garmin

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...