Garmin meldet sich zurück - GPS-Geräte behaupten sich trotz Smartphone-Konkurrenz

GPS-Hersteller legt ermutigende Zahlen vor

Donnerstag, 20. Februar 2014 14:20
Garmin

(IT-Times) - Die Aktien des GPS-Spezialisten Garmin kletterten zuletzt unter hohen Umsätzen auf ein neues 5-Jahreshoch bei über 50 US-Dollar, obwohl das Unternehmen im jüngsten Quartal einen neuerlichen Umsatzrückgang vermelden musste.

Garmin überzeugte die Wall Street allerdings durch ein zweistelliges Wachstum im Fitness-, Aviation- und Marine-Segment, während das Kerngeschäft rund um portable Navigationsgeräte im Automobilbereich weiter schrumpfte.

Garmin hebt die Dividende an
Allerdings hat sich auch hier der Abwärtstrend verlangsamt und der Outdoor-Bereich legte ebenfalls um sieben Prozent zu. Die aktuelle Ertragssituation hat Garmin dazu veranlasst, seine jährliche Dividende von 1,80 auf 1,92 US-Dollar je Anteilsschein anzuheben, was ebenfalls für viel Freude unter den Anlegern sorgt.

Noch viel wichtiger ist jedoch der Lichtblick, dass der Abwärtstrend bei portablen Navigationssystemen (PNDs) wohl in 2013 zum Stillstand gekommen sein dürfte. Bislang gingen Marktbeobachter davon aus, dass Smartphones mit entsprechenden Apps portable GPS-Geräte ersetzen werden.

Markt für GPS-Geräte vor Erholung
Doch dank neuer GPS-Geräte (Smartwatches etc.) für Biker, Fitness- und Golf-Profis und der Nachfrage nach portablen GPS-Systemen in Schwellenländern, dürfte die Zahl der ausgelieferten GPS-Geräte sogar wieder steigen, prognostizieren die Marktforscher bei ABI Research. Insgesamt dürfte der GPS-Markt von 33,3 Millionen Einheiten in 2012 auf 36,79 Millionen Einheiten in 2018 wachsen, schätzen die ABI-Experten. Die Industrieexperten erwarten nach einer kurzlebigen Fluktuation zwischen 2013 und 2015 ein steigendes Marktvolumen für GPS-Geräte auf dann 7,14 Mrd. US-Dollar in 2018.

Der Grund: Durch fallende Verkaufspreise bei Smartwatches und Wearables mit GPS-Ausstattung dürfte diese Geräteklasse mehr und mehr auch den Weg in den Alltag von Konsumenten finden, glauben die ABI-Marktforscher. Im vergangenen Jahr 2013 wurden bereits 16 Millionen Activity Trackers, Pedometer und andere Wearables ausgeliefert so ABI Research, nach 12 Millionen im Jahr 2012. Marktbeobachter gehen davon aus, dass diese Zahl in den nächsten Jahren noch weiter zulegen wird.

Von diesem Trend dürften Unternehmen wie Garmin (Nasdaq: GRMN, WKN: A1C06B) profitieren, die bereits mit einer eigenen Produktfamilie (Forerunner Serie) im Markt positioniert sind - diese Erwartungshaltung spiegelt sich derzeit auch im Aktienkurs von Garmin wider.

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 gegründete und in der Schweiz ansässige Garmin Ltd ist ein führender Anbieter von Navigationssystemen auf Basis von GPS-Technologie (Global Positioning Systems). Garmin bietet jedoch längst nicht mehr nur Produkte für die Automobilindustrie, Marine und Luftfahrttechnik an, sondern auch für den Privatverbraucher (Personal Navigation Devices).

Garmins Geschäftsstruktur besteht aus vier Kerngeschäftsbereiche: Automotive/Mobile, Marine, Outdoor/Fitness und Aviation. Ende 2006 kaufte Garmin die kanadische Dynastream Innovations, nachdem zuvor bereits die Spezialisten Digital Cyclone und Nautamatic Marine Systems übernommen wurden. Anfang 2007 folgte die Übernahme des französischen GPS-Vertriebshändler EME Tec Sat SAS. Später kaufte man sowohl den deutschen Vertriebspartner GPS GmbH, als auch den spanischen GPS-Händler Electronica Trepat SA, den italienischen Vertriebspartner Synergy und den dänischen Garmin-Händler Fairpoint Navigation AS sowie die österreichische Puls Elektronik GmbH. Anfang 2008 gründete Garmin mit der Garmin Australasia Pty Ltd. eine neue Asien-Pazifik-Tochter. Zudem übernahm Garmin in den vergangenen Jahren zahlreiche regionale PND-Händler.

Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Garmin durch die Übernahme der britischen Raymarine, im Herbst wurde der norwegische Distributor Belanor AS übernommen. Anfang 2012 kaufte Garmin den Sonarspezialisten Interphase Technologies.

Im Herbst 2010 verkündigte Garmin den Ausstieg aus dem Smartphone-Segment, nachdem das Unternehmen bislang mit seinem nüvifone in diesem Segment aktiv war. Nachdem Garmin den deutschen Navi-Hersteller Navigon übernahm, schluckte Garmin Mitte 2011 den Spezialisten Tri-Tronics. Zudem wurden mit Garmin Würzburg GmbH, Garmin Southern Africa (Pty) und Garmin Chile weitere Garmin-Händler übernommen. Im Herbst 2012 schluckte Garmin den Yacht-Spezialisten Nexus Marine AB.

Der Geschäftsbereich Aviation entwickelt spezielle Navigationssysteme für die Luftfahrtindustrie. So setzen auch die Flugzeugspezialisten Cessna und New Piper als auch der Boothersteller Ranger auf Navigationsprodukte aus dem Hause Garmin. Produkte für den Privatverbraucher vertreibt Garmin unter anderem über die Einzelhändler Bass Pro Shops, Best Buy und Wal-Mart.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Garmin einen Umsatzrückgang um ein Prozent auf 759,7 Mio. US-Dollar. Der Nettogewinn zog auf 163,6 Mio. US-Dollar oder 83 US-Cent je Aktie an, nach einem Profit von 129,3 Mio. US-Dollar oder 66 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Einmalfaktoren konnte Garmin einen bereinigten Nettogewinn (Non-GAAP) von 76 US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 712,8 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 62 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Garmin

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