Garmin gewinnt wieder Marktanteile - TomTom hat das Nachsehen

Navigationssyteme

Mittwoch, 19. Dezember 2012 13:48
Garmin

(IT-Times) - Der amerikanische Navi-Hersteller Garmin sieht sich wieder im Aufwind. Nach einem soliden dritten Quartal zeigt der Aktienkurs wieder deutlich nach oben, nachdem in diesem Jahr eine Bodenbildung rund um die Marke von 35 US-Dollar stattgefunden hat.

Zwar schrumpft der Markt für portable Navigationsgeräte (PNDs) immer noch, allerdings hat es Garmin (Nasdaq: GRMN, WKN: A1C06B) geschafft durch eine geschickte Diversifikation in neue Segmente seine Umsätze leicht zu steigern und die Gewinnmargen weiter auszubauen.

Garmin setzt auf Marktanteilsgewinne und Profitabilität
Insgesamt erwartet man bei Garmin, dass der gesamte PND-Markt in diesem Jahr um 10 bis 15 Prozent schrumpfen wird, nachdem immer mehr Konsumenten auf Smartphones mit entsprechender Navi-App setzen.

Man habe aber inzwischen aber ein Rezept in diesem schwierigen Marktumfeld gefunden: Marktanteilsgewinne und Profitabilität, so der scheidende Garmin-Mitgründer und CEO Min Kao, der vom bisherigen Chief Operating Officer (COO) Clifton Pemble zu Jahresbeginn an der Unternehmensspitze abgelöst wird.

Garmin-Marktanteil erreicht in den USA Rekordwert
Tatsächlich konnte Garmin seine Marktanteile im Jahresverlauf in Europa als auch in den USA weiter ausbauen. Durch die Übernahme von Navigon im Vorjahr kletterte der Garmin-Marktanteil in Europa inzwischen auf über 32 Prozent, während der Marktanteil Garmins im Heimatmarkt USA einen historischen Rekordwert von 70 Prozent erreichte.

Marktbeobachter führen die Marktanteilszugewinne zum Teil auf ein Malheur des Konkurrenten TomTom zurück, der mit einem GPS-Bug in seinen PND-Geräten zu kämpfen hatte. Dementsprechend sank der Marktanteil von TomTom in Amerika zuletzt von 23 auf 19 Prozent.

Garmin will mit Forerunner 10 im Fitness-Markt wieder durchstarten
Aber auch bei Garmin lief im jüngsten Quartal nicht alles glatt. Die Fitness-Sparte musste im dritten Quartal einen Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 65 Mio. Dollar hinnehmen. Garmin-Chef Kao führt die Schwäche auf eine rückläufige Nachfrage nach Laufuhren zurück.

Mit neuen Produkten wie der neuen Laufuhr Forerunner 10 hofft Garmin wieder Marktanteile im Fitness-Segment gewinnen zu können. Die anfängliche Kunden-Resonanz war positiv, wobei Garmin eigenen Angaben zufolge hohe Vorbestellungen für die neue Sportuhr verzeichnete. Insgesamt gibt sich Garmin zuversichtlich, dass der Fitness-Markt auch in 2013 gute Wachstumschancen bieten wird.

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 gegründete und in der Schweiz ansässige Garmin Ltd ist ein führender Anbieter von Navigationssystemen auf Basis von GPS-Technologie (Global Positioning Systems). Garmin bietet jedoch längst nicht mehr nur Produkte für die Marine und Luftfahrttechnik an, sondern auch für den Privatverbraucher. Darüber hinaus finden die Navigationssysteme der Gesellschaft auch immer mehr Einzug in die Automobilindustrie.

Garmins Geschäftsstruktur besteht aus vier Kerngeschäftsbereiche: Automotive/Mobile, Marine, Outdoor/Fitness und Aviation. Nach der Übernahme von UPS Aviation Technologies im August 2003 vermarktet Garmin die übernommene Technik unter dem Dach von Garmin AT. Ende 2005 verstärkte sich Garmin durch die Übernahme des Softwarespezialisten MotionBased Technologies LLC. Ende 2006 kaufte Garmin die kanadische Dynastream Innovations, nachdem zuvor bereits die Spezialisten Digital Cyclone und Nautamatic Marine Systems übernommen wurden. Anfang 2007 folgte die Übernahme des französischen GPS-Vertriebshändler EME Tec Sat SAS. Später kaufte man sowohl den deutschen Vertriebspartner GPS GmbH, als auch den spanischen GPS-Händler Electronica Trepat SA, den italienischen Vertriebspartner Synergy und den dänischen Garmin-Händler Fairpoint Navigation AS sowie die österreichische Puls Elektronik GmbH. Anfang 2008 gründete Garmin mit der Garmin Australasia Pty Ltd. eine neue Asien-Pazifik-Tochter. Zudem übernahm Garmin in den vergangenen Jahren zahlreiche regionale PND-Händler.

Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Garmin durch die Übernahme der britischen Raymarine, im Herbst wurde der norwegische Distributor Belanor AS übernommen. Anfang 2012 kaufte Garmin den Sonarspezialisten Interphase Technologies.

Mit dem Forerunner hat Garmin einen Trainingsassistenten für Freizeitsportler und Marathonläufer im Programm. Im Herbst 2010 verkündigte Garmin den Ausstieg aus dem Smartphone-Segment, nachdem das Unternehmen bislang mit seinem nüvifone in diesem Segment aktiv war. Nachdem Garmin den deutschen Navi-Hersteller Navigon übernahm, schluckte Garmin Mitte 2011 den Spezialisten Tri-Tronics. Zudem wurden mit Garmin Wurzburg GmbH, Garmin Southern Africa (Pty) und Garmin Chile Lda weitere Garmin-Händler übernommen. Im Herbst 2012 schluckte Garmin den Yacht-Spezialisten Nexus Marine AB.

Der Geschäftsbereich Aviation entwickelt spezielle Navigationssysteme für die Luftfahrtindustrie. So setzen auch die Flugzeugspezialisten Cessna und New Piper als auch der Boothersteller Ranger auf Navigationsprodukte aus dem Hause Garmin. Produkte für den Privatverbraucher vertreibt Garmin unter anderem über die Einzelhändler Bass Pro Shops, Best Buy und Wal-Mart.

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