First Solar verliert Marktanteile - Konkurrenz aus China nimmt zu

Donnerstag, 11. November 2010 12:39
First Solar

(IT-Times) - Der US-Solarkonzern und Dünnschichtspezialist First Solar (Nasdaq: FSLR, WKN: A0LEKM) war im vergangenen Jahr noch der weltweit größte Solarkonzern und konnte die chinesische Suntech von der Spitzenposition verdrängen.

Inzwischen hat sich das Blatt wieder gewendet, so die Marktforscher aus dem Hause IMS Research. Die chinesische Suntech hat schon im vergangenen zweiten Quartal 2010 mehr umgesetzt und zudem mehr Produkte ausgeliefert als der amerikanische Dünnschichtspezialist. Auch der chinesische Rivale JA Solar ist im Bezug auf die Produktionskapazitäten inzwischen an First Solar vorbeigezogen, nachdem First Solar seine Kapazitäten gegenüber dem Vorquartal nur um zwei Prozent steigern konnte.

First Solar für 2011 besser positioniert
Trotz der Marktanteilsverluste und der zunehmenden Konkurrenz aus China sehen die IMS Research Experten weiterhin eine positive Zukunft für First Solar. Denn nicht nur die Chinesen wollen ihre Fertigungskapazitäten weiter ausbauen, sondern auch First Solar. Zwei weitere Fertigungsfabriken mit vier Produktionslinien sollen allein in den USA und in Vietnam bis 2012 hinzukommen. Zudem seien Erweiterungen in Deutschland, Frankreich und Malaysia geplant. Bei IMS Research glaubt man, dass die Produktionskapazitäten bei First Solar bis Ende 2012 dann die Marke von 3-Gigawatt erreichen könnten.

Bei IMS Research geht man daher davon aus, dass First Solar spätestens im nächsten Jahr wieder Marktanteile zurückgewinnen wird. Für First Solar spricht darüber hinaus noch ein weiterer Umstand. Der amerikanische Dünnschichtspezialist ist insbesondere im großflächigen Versorger-relevanten PV-Markt gut positioniert. Dieser sogenannte utility-scale Photovoltaik-Markt dürfte im nächsten Jahr etwa fünf Mal so schnell wachsen, als der restliche PV-Markt, glauben die IMS-Analysten.

Der geplante Kapazitätsausbau dürfte First Solar zudem dabei helfen, seine Produktionskosten weiter zu reduzieren, nachdem dieser Trend im jüngsten Quartal ins Stocken kam. So legten die Fertigungskosten im dritten Quartal um 0,01 Dollar pro Watt gegenüber dem Vorquartal auf 0,77 Dollar je Watt zu, nachdem First Solar in den vergangenen Quartalen seine Produktionskosten stetig senken konnte. Die Analysten aus dem Hause Auriga USA glauben jedoch, dass es sich dabei nur um ein Einmal-Event handelt, nachdem First Solar Anpassungen im Produktionsprozess vorgenommen hat.

Positive Signale für Schlüsselprojekte
Optimistisch stimmt auch der Umstand, dass die chinesischen Behörden zuletzt grünes Licht für das Erdos-Solarprojekt in der Inneren Mongolei gegeben haben. Das insgesamt auf zwei Gigawatt ausgelegte Projekt gilt als eines der größten Solarkraftwerke weltweit, dessen letzte Phase im Jahr 2019 fertiggestellt sein soll. Noch vor 2014 soll jedoch die dritte Projektphase (1-Gigawatt) abgeschlossen sein.

Auch beim Schlüsselsolarprojekt AV Solar Ranch One in den USA scheint es Fortschritte zu geben, nachdem ein Einwand des Industriekonzerns Northrop Grumman gegen das großflächige Solarprojekt (200 Megawatt Rosamond Solarprojekt) zunächst abgeschmettert wurde. Analysten, wie Wedbush Morgan Expertin Christine Hersey werten die positive Entscheidung aus Kern County als ein gutes Signal dafür, dass die Anlage tatsächlich realisiert werden kann…

Kurzportrait

Die in Tempe/Arizona ansässige First Solar wurde im Jahre 1999 gegründet und gilt als einer der führenden Solarkonzerne in Amerika. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Solarmodulen auf Basis der Dünnschichttechnologie spezialisiert und gilt in diesem Bereich als einer der weltweit führenden Anbieter.

Schon im Jahr 2002 nahm First Solar die Produktion von Solarmodulen auf Basis von Cadmium Telluride (CdTe) auf. First Solar hat sich bewusst für den Einsatz von CdTe entschieden, da CdTe ein Halbleiter mit direkter Bandlücke ist und somit in der Lage ist, Sonnenenergie effizienter in elektrische Energie zu wandeln. Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von CdTe einfache Zellstrukturen und Prozesse auch Produktionskosten minimieren. So verfügt First Solar seit 2008 über die niedrigsten Kosten pro hergestelltem Watt in der Photovoltaik-Industrie. Zudem hat First Solar die Produktionskosten pro Watt unter die magische Marke von einem US-Dollar gedrückt. Zudem ist CdTe für die Produktion aufgrund der hohen Verfügbarkeit reichlich vorhanden, so dass das Material auch in der Massenproduktion zum Einsatz kommen kann.

First Solar hat mit zwölf Projektentwicklern in Europa langfristige Lieferverträge abgeschlossen. So wird der Großteil der Solarmodule in Ausland exportiert. Großabnehmer sitzen dabei vornehmlich in Deutschland. Zu den wichtigsten Kunden von First Solar zählen daher auch deutsche Unternehmen wie Blitzstorm, Pfalzsolar, Colexon Energy, Conergy, Gehrlicher Umweltschonende Energiesysteme, Juwi Solar und Phoenix Solar.

Ende 2007 verstärkte sich First Solar durch die Übernahme des US-Solarspezialisten Turner Renewable Energy LLC. Das Unternehmen entwickelt Solarprojekte im Auftrag für Kunden in den USA. Nach der Übernahme durch First Solar tritt das Unternehmen unter dem Namen First Solar Electric LLC auf. Anfang 2009 übernahm First Solar zudem ein 550-Megawatt Solarprojekt von OptiSolar und Edison Mission Group. Darüber hinaus will First Solar gemeinsam mit EDF Energies Nouvelles die größte Solarfabrik Frankreichs bauen. Im Frühjahr 2010 übernahm First Solar den US-Solarprojektierer NextLight Renewable Power für rund 285 Mio. Dollar.

Durch den Bau neuer Fertigungsanlagen in den USA, Europa (Frankfurt/Oder) und Asien (Malaysia) hat First Solar seine Produktionskapazitäten zuletzt stetig ausgebaut.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldet First Solar (Nasdaq: FSLR, WKN: A0LEKM) einen Umsatzsprung um 66 Prozent auf 797,9 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 480,9 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei erwirtschaftete First Solar einen Nettogewinn von 176,9 Mio. Dollar oder 2,04 Dollar je Aktie, nach einem Profit von 153,3 Mio. Dollar oder 1,79 Dollar je Aktie in der Vorjahresperiode.

Die Gewinne im jüngsten Quartal wurden durch einmalige Steuerbelastungen in Höhe von 14,7 Mio. Dollar oder 17 US-Cent je Aktie belastet. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte First Solar einen Nettogewinn von 2,21 Dollar je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 778,5 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,95 Dollar je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Dünnschicht-Solarmodule (Thin-Film)

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