First Solar auf 2-Jahreshoch - geht der Höhenflug weiter?

Dünnschichtkonzern mit Erfolgen im PV-Projektgeschäft

Dienstag, 16. September 2014 13:52
First Solar

(IT-Times) - Der erste Solarboom trieb die Aktien von First Solar einst über die Marke von 300 US-Dollar, im Zuge der Solarkrise stürzten die Papiere des weltgrößten Dünnschichtsolarherstellers vor zwei Jahren auf unter 15 US-Dollar. Inzwischen haben sich die Papiere wieder auf 70 US-Dollar erholt und notieren damit auf einem 2-Jahreshoch.

First Solar (Nasdaq: FSLR, WKN: A0LEKM) hat die Solarkrise offenbar überwunden, der US-amerikanische Solarkonzern will die Systemkosten auf unter 1,0 US-Dollar pro Watt drücken und dadurch die Solartechnik auch für Schwellenmärkte interessant machen. Hier hat das Unternehmen zuletzt große Fortschritte erzielt.

Fortschritte in Asien und Lateinamerika
Aktuell entwickelt First Solar nicht nur Solarfarmen mit einer Leistung von 250 Megawatt in Japan, sondern auch erste PV-Projekte in Lateinamerika und in Indien. Die geplante 141-Megawatt-Anlage in Chile wird die bis dato größte Photovoltaik-Anlage in Südamerika sein, zudem wird First Solar ein PV-Projekt mit einer Leistung von 45 Megawatt in Indien entwickeln.

Analysten aus dem Hause Stifel verweisen zudem auf eine noch nicht verkaufte Projekt-Pipeline von 1,4 Gigawatt. Solarparkbetreiber wie die US-amerikanische TerraForm Power und NextEra Energy haben bereits angedeutet, weitere PV-Projekte kaufen zu wollen. Davon könnte vor allem First Solar profitieren.

Projekt-Geschäft kommt in Schwung
First Solar verzeichnete im jüngsten Quartal neue Aufträge in Höhe von 810 Megawatt, zudem hat das Unternehmen vor wenigen Tagen mit der Entwicklung eines neuen Mega-Solarkraftwerks in Nevada begonnen. Die 250-Megawatt-Anlage an der Grenze zu Kalifornien soll später Strom für mehr als 80.000 Haushalte in Kalifornien produzieren.

Bei First Solar geht man davon aus, dass das eine Milliarde teure Solarprojekt im Jahr 2016 fertig wird. NextEra wird als Betreiber der Solarfarm fungieren, wobei der US-Energieversorger Southern California Edison den produzierten Strom abzunehmen wird.

First Solar testet neues Geschäftsmodell
Aber auch Solarfarmen ohne Stromabnahmeabkommen sind für First Solar interessant. Jüngst hat First Solar das erste PV-Projekt (Barilla Solar) in den USA abgeschlossen, welches den Strom über den Spot-Markt verkaufen wird.

Für First Solar ist dies ein neues Geschäftsmodell, wurden bislang vornehmlich Stromabnahmeabkommen mit Energieversorgern für PV-Projekte geschlossen. Doch auf dem texanischen Strommarkt lassen sich nicht nur wegen der exzellenten Sonneneinstrahlung höhere Spot-Preise erzielen.

Wenn sich das Projekt rechnet, könnten weitere PV-Projekten auf dem texanischen Solarmarkt folgen. Die Analysen aus dem Hause Stifel heben das Kursziel für First Solar-Aktien vorsorglich schon einmal auf 81 US-Dollar an und empfehlen den Titel weiter zum Kauf.

Kurzportrait

Die in Tempe/Arizona ansässige First Solar wurde im Jahre 1999 gegründet und gilt als einer der führenden Solarkonzerne in Amerika. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Solarmodulen auf Basis von Cadmium Telluride (CdTe) spezialisiert und gilt in diesem Bereich als führend. Heute operiert First Solar aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Komponenten und Systeme.

Schon im Jahr 2002 nahm First Solar die Produktion von Dünnschichtsolarmodulen auf Basis von Cadmium Telluride (CdTe) auf. First Solar hat sich bewusst für den Einsatz von CdTe entschieden, da CdTe ein Halbleiter mit direkter Bandlücke ist und somit in der Lage ist, Sonnenenergie effizienter in elektrische Energie zu wandeln. Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von CdTe einfache Zellstrukturen und Prozesse auch Produktionskosten minimieren. So verfügt First Solar seit 2008 über die niedrigsten Produktionskosten in der Photovoltaik-Industrie. Daneben ist CdTe für die Produktion aufgrund der hohen Verfügbarkeit reichlich vorhanden, so dass das Material auch für die Massenproduktion geeignet ist.

Ende 2007 verstärkte sich First Solar durch die Übernahme des US-Solarspezialisten Turner Renewable Energy LLC. Das Unternehmen entwickelt Solarprojekte im Auftrag für Kunden in den USA. Nach der Übernahme durch First Solar tritt das Unternehmen unter dem Namen First Solar Electric LLC auf. Anfang 2009 übernahm First Solar zudem ein 550-Megawatt Solarprojekt von OptiSolar und Edison Mission Group.

Im Frühjahr 2010 übernahm First Solar den US-Solarprojektierer NextLight Renewable Power. Im Januar 2011 schluckte First Solar den Spezialisten RayTracker. Im Januar 2013 kaufte First Solar den Solarspezialisten Solar Chile und das Solar-Startup TetraSun. Mitte 2013 kaufte First Solar das Solarmodul-Geschäft inklusive Technik-Assets von General Electric (GE).

Durch den Bau neuer Fertigungsanlagen in den USA, Europa (Frankfurt/Oder) und Asien (Malaysia) hat First Solar seine Produktionskapazitäten zuletzt stetig ausgebaut und seine Produktionskosten weiter drücken können.

Meldung gespeichert unter: Solarmodule

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