Festplattenpreise bleiben hoch

Donnerstag, 10. Mai 2012 10:47
BITKOM

- Preise verharren nach der Flut in Thailand auf Spitzenniveau
- Hersteller erreichen erst im September die alte Produktionskapazität
- Aber: Kaum Auswirkungen auf den PC-Markt zu spüren
 
Berlin, 10. Mai 2012

Die Preise für Computer-Festplatten haben sich bislang nicht von ihren Höchstständen Ende 2011 erholt. Das berichtet der Hightech-Verband BITKOM. Infolge der Flutkatastrophe in Thailand im vergangenen Jahr sind im vierten Quartal 2011 die Preise für Speicherlaufwerke in Deutschland um fast 40 Prozent angestiegen. Im wichtigen Segment der internen und externen 3,5-Zoll-Festplatten haben sich die Preise sogar nahezu verdoppelt. Bei der Flut wurden zahlreiche Produktionsstätten zerstört oder beschädigt, was zu einer Verknappung des Angebots geführt hat. In den ersten drei Monaten des Jahres 2012 sind die Festplattenpreise nun um lediglich 2 Prozent zurückgegangen und verharren damit faktisch auf dem Niveau des Vorquartals. Basis der Angaben sind Berechnungen des Preisvergleichsportals Guenstiger.de für den BITKOM. In die Analyse ist die Preisentwicklung von 2.671 Festplatten im ersten Quartal des laufenden Jahres eingegangen. „Die Preise für Festplatten haben noch nicht wieder das vormals niedrige Niveau erreicht“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Die Hersteller fahren im Moment die Produktion schrittweise hoch.“ Nach Angaben der Anbieter werde das alte Produktionsniveau spätestens im September wieder hergestellt – fast ein Jahr nach dem Hochwasser.

Nach der Flutkatastrophe in Thailand waren im vierten Quartal 2011 die weltweiten Auslieferungen von Computer-Festplatten (Hard Disk Drives) um 30 Prozent im Vergleich zum Vorquartal eingebrochen. Aus Thailand kommt rund ein Viertel der weltweiten Festplattenproduktion. „Trotz einer im Durchschnitt kaum spürbaren Preisbewegung der Festplattenpreise gab es in den vergangenen Monaten bei einzelnen Modellen extreme Ausschläge nach oben und nach unten“, sagte Kempf. Verbraucher sollten daher die Preise für bestimmte Modelle beobachten sowie die Angebote von Einzelhändlern und Online-Shops vergleichen.

Spürbare Auswirkungen auf die Preise für Computer sieht der BITKOM nicht. „Wegen des scharfen Wettbewerbs können die PC-Hersteller höhere Bezugspreise für einzelne Komponenten kaum an die Kunden weitergeben“, sagte Kempf. Der BITKOM rechnet damit, dass die Festplattenpreise im Jahresverlauf tendenziell sinken werden. Fraglich ist allerdings, ob sie wieder das niedrige Niveau vor der Flut erreichen, da die Produzenten hohe Summen in die Wiederherstellung ihrer Anlagen investieren, was die Preise nach oben treibt. Nach Analystenschätzungen müssen die Anbieter dafür rund eine Milliarde US-Dollar aufbringen. Zudem sind infolge der Flut auch die Preise für Komponenten von Zulieferern gestiegen, die ebenfalls von der Katastrophe betroffen waren.

Hinweis zu den Daten: Bei der Preisanalyse für den BITKOM hat das Preisvergleichsportal www.guenstiger.de den jeweils niedrigsten Onlinepreis der 2.671 beobachteten Festplatten ermittelt. Die Datenbasis der Plattform beruht auf aktuellen Angeboten von mehr als 3.500 Online-Händlern der Informations- und Kommunikationstechnik, der Unterhaltungselektronik sowie anderer Produktbereiche. Darüber hinaus sind die Preise von rund 30.000 stationären Ladengeschäften gelistet.

Ansprechpartner

Maurice Shahd

Pressesprecher Konjunktur und Wirtschaftspolitik

+49. 30. 27576-114

m.shahd@bitkom.org

 

Dr. Axel Pols

Chefvolkswirt

+49. 30. 27576-120

a.pols@bitkom.org

Der BITKOM vertritt mehr als 1.700 Unternehmen, davon über 1.100 Direktmitglieder mit 135 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. Nahezu alle Global Player sowie 800 Mittelständler und zahlreiche gründergeführte Unternehmen werden durch BITKOM repräsentiert. Hierzu zählen Anbieter von Software & IT-Services, Telekommunikations- und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien. Der BITKOM setzt sich insbesondere für eine Modernisierung des Bildungssystems, eine innovationsorientierte Wirtschaftspolitik und eine zukunftsfähige Netzpolitik ein.

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