Fachkräftemangel kostet IT-Branche 11 Milliarden Euro

Dienstag, 22. Mai 2012 10:27
BITKOM

- Know-how-Verlust und Personalengpässe bremsen IT-Unternehmen
- Hightech-Branche entgeht im Schnitt 8,5 Prozent ihres Umsatzes
- Intelligente Personalentwicklung sichert Wettbewerbsfähigkeit

Berlin, 22. Mai 2012 – Rund 11 Mrd. Euro Umsatz entgehen deutschen IT-Unternehmen jährlich durch Wissens- und Kompetenzverlust. Dieses alarmierende Ergebnis zeigt eine aktuelle Studie des Fraunhofer IAO und des Hightech-Bundesverbands BITKOM. „Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen IT-Branche leidet massiv darunter, dass hochqualifizierte Mitarbeiter von Unternehmen ihr erfolgskritisches Know-how mitnehmen – sei es zur Konkurrenz oder in die Rente“, sagte der stellvertretende IAO-Institutsleiter Dr. Wilhelm Bauer bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

Für die Untersuchung befragten Fraunhofer IAO und BITKOM 203 IT- und Telekommunikations-Unternehmen. Die Studie „Fachkräftemangel und Know-how-Sicherung in der IT-Wirtschaft“ gibt einen umfassenden Überblick über die Ursachen des Verlusts von Wissen und Kompetenzen. Gleichzeitig werden erfolgversprechende Lösungsansätze aufgezeigt, um dem entgegenzuwirken.

Die Ergebnisse zeigen: Trotz aktuell guter Geschäftsentwicklung geht vor allem das Wissen der mittelständischen IT-Unternehmen verloren. So geben 64 Prozent der Befragten an, dass sie einen Kompetenzverlust erleiden, weil Fachleute aus Karrieregründen das Unternehmen verlassen. „Der Wettbewerb um die besten Köpfe in der IT-Branche wird schärfer“, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Das treffe vor allem die mittelständischen IT-Unternehmen hart, weil sie im Vergleich zu größeren Konzernen weniger bekannt sind und in der Regel nicht so hohe Gehälter zahlen können. Weitere Gründe für Kompetenzverluste sind altersbedingtes Ausscheiden, das 42 Prozent der Unternehmen nennen, und längere Familienphasen (35 Prozent).

Strukturell bedingte Personalengpässe führen zur Überlastung von Wissens- und Leistungsträgern, die für die strategische Entwicklung der Unternehmen und die technologischen Innovationen entscheidend sind. Laut Umfrage geben 45 Prozent der Unternehmen an, dass ihre Mitarbeiter infolge knapper Personalressourcen überlastet sind. 26 Prozent mussten deswegen bereits Aufträge ablehnen, 9 Prozent konnten Projekte nicht zu Ende führen und bei 8 Prozent sind Kunden deshalb abgewandert. „Die Folgen des Fachkräftemangels sind massive Einbußen im Kerngeschäft der Unternehmen“, sagte Bauer. Im Durchschnitt verlieren die Unternehmen 8,5 Prozent ihres Umsatzes.

Meldung gespeichert unter: BITKOM

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