Fachkräftemangel bremst deutsche Computer- und Videospielbranche aus

Fachkräftemangel in der Computer- und Videospielbranche

Donnerstag, 21. Mai 2015 11:17
BIU

Berlin, 21. Mai 2015 Der Fachkräftemangel stellt eine zentrale Herausforderung bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Computer- und Videospielbranche in Deutschland dar. Sehr spezifische Berufsbilder, für die es zu wenig in Deutschland ausgebildete Fachkräfte gibt, sowie die Konkurrenz mit großen Software-Konzernen um Talente und die hohen bürokratischen Hürden bei der Gewinnung ausländischer Experten bremst die Branche hierzulande bei ihrer dynamischen Entwicklung. So lautete das Fazit vieler Teilnehmer des Parlamentarischen Frühstücks des BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware. Der Verband der deutschen Computer- und Videospielbranche hatte am Donnerstagvormittag Bundestagsabgeordnete und Experten der Ministerien und der Bundesagentur für Arbeit in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft geladen, um über die aktuellen Probleme der Branche bei der Fachkräftegewinnung gemeinsam zu diskutieren. Die Begrüßung der anwesenden Gäste nahm BIU-Vorstandssprecher Dr. Klemens Kundratitz vor und stellte dabei die wirtschaftliche Relevanz und die Schlüsselrolle der Computer- und Videospielbranche an der Schnittstelle zwischen Kultur- und Technologiesektor dar. Bevor weitere Impulsreferate tiefere Einblicke zu den Problemen bei der Fachkräftegewinnung in der Praxis gaben, stellte BIU-Geschäftsführer Dr. Maximilian Schenk die Ergebnisse einer Befragung von BIU- und BIU.Dev-Mitgliedern sowie weiterer Entwickler in Deutschland zur Fachkräftegewinnung vor. Danach zeigt sich, dass der Bedarf an Fachkräften unabhängig von der Größe bei allen Unternehmen vorhanden ist. Rund 85 Prozent der befragten Unternehmen haben derzeit offene Stellen zu besetzen – rund ein Drittel (32 Prozent) der Bewerbungen stammen von Fachkräften außerhalb der EU. Zu den am häufigsten genannten Schwierigkeiten bei der Einstellung ausländischer Experten gehörten laut der Umfrage die Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse und Berufserfahrung sowie die Beantragung der BlueCard, die erst in Deutschland und nicht schon aus dem Ausland möglich ist.

„Die deutsche Computer- und Videospielbranche wird durch schlechte Standortbedingungen in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung ausgebremst“, sagte Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer des BIU am Rande des Parlamentarischen Frühstücks. „Dabei ist der Fachkräftemangel in Deutschland einer der größten Bremsklötze für die wirtschaftliche Dynamik der deutschen Computer- und Videospielbranche. Die Anwerbung ausländischer Fachkräfte ist für die Unternehmen unverhältnismäßig schwierig gestaltet, etwa bei der langwierigen Vergabe von Visa und der Anerkennung von Mangelberufen der Branche.“

Aktuelle Beschäftigtendaten der Computer- und Videospielbranche

Erst am Dienstag hatte der BIU aktuelle Daten zur Beschäftigtenanzahl der Computer- und Videospielbranche in Deutschland veröffentlicht. Danach sind rund 13.000 Menschen bei 450 Unternehmen in Deutschland mit der Entwicklung und dem Publishen von digitalen Spielen beschäftigt. Zählt man auch die Beschäftigten hinzu, die sich in angrenzenden Bereichen Computer- und Videospielen widmen – etwa als Fachverkäufer im Einzelhandel, Journalisten, Wissenschaftler, Mitarbeiter von Behörden und Institutionen –, steigt die Zahl der durch die Computer- und Videospielbranche gesicherten Arbeitsstellen auf 30.231. Grundlage für die Daten ist die Branchendatenbank „Industriekompass“, die zuletzt grundlegend überarbeitet worden ist, um einen genaueren Einblick in den Arbeitsmarkt der Computer- und Videospielbranche in Deutschland zu erhalten. Dass die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Computer- und Videospielbranche leicht gewachsen ist, legen die vielen Experteneinschätzungen nahe, die für die Überarbeitung des „Industriekompasses“ eingeholt wurden. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung hinter anderen Entwicklungsstandorten wie Frankeich, Kanada oder Großbritannien zurück, auch weil die Rahmenbedingungen für die Computer- und Videospielbranche im internationalen Vergleich nur wenig konkurrenzfähig sind.

Zur Methodik des Industriekompasses

In der Branchendatenbank „Industriekompass“ werden kontinuierlich Entwicklungen der deutschen Computer- und Videospielbranche erfasst. Mittels eingehenden Branchenbeobachtungen und -recherchen sowie entsprechender Hochrechnungen und Expertenbefragungen ermittelt der BIU dauerhaft die Beschäftigungssituation der Branche in Deutschland. Damit bietet der BIU die umfangreichste und detaillierteste Übersicht zur Branche in Deutschland an.

Meldung gespeichert unter: BIU

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