Expedia will mit Trivago nochmal durchstarten

Online-Reiseanbieter will im Hotelgeschäft wachsen

Freitag, 22. Februar 2013 13:50
Expedia

(IT-Times) - Der Online-Reisemarkt in den USA boomt weiter, wovon zuletzt vor allem die führende Online-Reiseagentur Expedia profitieren konnte. Insbesondere im Hotelübernachtungsgeschäft konnte Expedia zuletzt stark zulegen. Der Expedia-Aktienkurs notiert knapp unter dem Rekordhoch.

Im vergangenen Jahr 2012 haben US-Konsumenten erstmals mehr als 100 Mrd. US-Dollar für Online-Reisebuchungen ausgegeben. So wuchsen die Online-Reiseausgaben um neun Prozent gegenüber 2011 auf 103 Mrd. US-Dollar. Expedia (Nasdaq: EXPE, WKN: A0F41M) konnte dabei seine Position als führende Online-Reiseagentur zwar verteidigen, musste aber in Sachen Marktanteile bei den Seitenaurufen abgeben.

Expedias Vormachtstellung gerät ins Wanken
Vereinigte Expedia in 2011 noch 37,6 Prozent aller US-Seitenaufrufe im Online-Reisesegment auf sich, schrumpfte dieser Anteil in 2012 um sechs Prozentpunkte auf 31,6 Prozent, so die Marktforscher aus dem Hause comScore. Aufholen konnten dagegen Priceline.com (Marktanteil: 17,3 Prozent) und Kayak.com (Marktanteil: 6,9 Prozent).

Expedia erwartet dann auch für 2013 einen intensiveren Wettbewerb im Online-Reisemarkt. Im sich gegen die aufkommende Konkurrenz zu rüsten, hat sich Expedia Ende 2012 im deutschen Markt verstärkt und die Hotel- und Preisvergleichssuchmaschine Trivago übernommen.

Trivago soll Hotelreisegeschäft stärken
477 Mio. Euro ließ sich Expedia den Mehrheitsanteil von 61,6 Prozent an Trivago kosten, der den Gewinn pro Aktie von Expedia in 2013 positiv beeinflussen soll. Mit Trivago holt sich Expedia ein starkes Unternehmen ins Boot, welches seit 2008 seinen Umsatz in jedem Jahr verdoppeln konnte und in 2012 rund 100 Mio. Euro umgesetzt hat.

Trivago ist binnen weniger Jahre zum Champion unter den Hotel-Empfehlungsseiten in Deutschland aufgestiegen. Auf den Seiten von Trivago finden sich Ergebnisse und Empfehlungen zu über 600.000 Hotels auf 140 Buchungsseiten in mehr als 30 Ländern. Trivago war unter anderem die erste Meta-Hotelsuchmaschine in Deutschland und zählt in Europa inzwischen mehr als 18 Millionen Besucher im Monat.

Bei Expedia hofft man, dass die Übernahme im ersten Halbjahr 2013 erfolgreich abgeschlossen werden kann, wodurch der Zukauf die Expedia-Bilanz im laufenden Jahr bereichern soll.

Kurzportrait

Die ehemalige Microsoft-Tochter Expedia, ursprünglich im Jahre 1996 aus der Taufe gehoben, wurde im Jahre 2002 von IAC/InterActiveCorp übernommen, neu strukturiert und im Jahr 2005 wieder an die Börse geführt. Expedia, ansässig in Bellevue/Washington, bietet als Online-Reiseagentur einen Rund-um-Service für Touristen an, wodurch Nutzer über das Internet Hotelreservierungen vornehmen, Flug-Tickets ordern, Mietautos reservieren, sowie Kreuzfahrten buchen können. Hierfür betreibt das Unternehmen die Internet-Plattformen Expedia.com (Expedia.de), Hotels.com, Hotwire.com, Venere.com, Trivago.com und TripAdvisor.com.

Durch die Übernahme von Travelscape.com im Jahre 2000 und der Fusion mit Hotels.com, kann Expedia heute auf ein umfangreiches Hotelnetz zurückgreifen. So arbeitet Expedia heute mit mehr als 70.000 Hotels zusammen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen mit der IAC-Tochter Ticketmaster zusammen, um Kunden auch ergänzend zu Reisen auch Veranstaltungskarten (Konzerte etc.) anbieten zu können.

Neben den USA betreibt Expedia auch landesspezifische Online-Seiten in Kanada, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Australien, Japan in Großbritannien und vielen weiteren Ländern. Durch die mehrheitliche Beteiligung (52 Prozent) an eLong ist Expedia auch im wichtigen chinesischen Markt vertreten. Nach Expedia-Angaben erreicht das Unternehmen mit seinem Web-Angebot in 22 Ländern aktuell weit mehr als zehn Millionen Touristen weltweit.

Daneben wurden mit CarRentals.com und Airfarewatchdog.com zwei weitere Online-Buchungsspezialisten übernommen. Mit Synergi Global Travel Management und mit der italienischen Venere Net folgten in 2008 zwei weitere Zukäufe. Anfang 2011 gründete Expedia ein Joint Venture mit der asiatischen Billig-Fluglinie AirAsia. Ende 2011 schloss Expedia die Ausgliederung seiner Tochter TripAdvisor ab. Im Mai 2012 schloss die Expedia-Tochter Egencia die Übernahme der Reise-Management-Firma VIA Travel ab. Ende 2012 übernahm Expedia die Mehrheit (61,6 Prozent) an der deutschen Hotel- und Preissuchmaschine Trivago.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Expedia einen Umsatzsprung um 24 Prozent auf 974,9 Mio. US-Dollar. Der Gewinn brach im jüngsten Quartal um 90 Prozent auf 6,7 Mio. US-Dollar oder fünf US-Cent je Aktie ein, nach einem Profit 70,3 Mio. Dollar oder 51 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Expedia einen Nettogewinn von 88,9 Mio. Dollar oder 63 US-Cent je Aktie erwirtschaften. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 930 Mio. US-Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 65 US-Cent je Aktie gerechnet. Der Gewinnrückgang ist auch auf steigende Kosten zurückzuführen.

Meldung gespeichert unter: Online-Reisen

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