Expedia - Konkurrenzdruck und steigende Kosten sorgen für Kurseinbruch

Online-Reiseunternehmen unter Druck

Mittwoch, 31. Juli 2013 14:42
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(IT-Times) - Die Aktien des führenden Online-Reiseportals Expedia kamen zuletzt kräftig unter die Räder. Von 65 US-Dollar ging es auf bis zu 45 US-Dollar nach unten, womit das Unternehmen rund ein Viertel bzw. mehr als zwei Mrd. US-Dollar seines Börsenwertes verlor. Expedia hatte im vergangenen zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von 32 Prozent verzeichnet.

Kostenanstieg bei Trivago belastet Zwar konnte Expedia (Nasdaq: EXPE, WKN: A0F41M) seinen Umsatz steigern, allerdings legten auch die Vertriebs- und Marketingkosten gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent auf 590,5 Mio. US-Dollar zu.

Ein Drittel der Kostensteigerung führt Expedia auf die deutsche Meta-Reisesuchmaschine Trivago zurück, die Expedia zu Jahresbeginn mehrheitlich übernommen hatte. Hintergrund ist die weitere globale Expansion von Trivago in die USA, Kanada, Australien und Neuseeland. Aufgrund des positiven Feedbacks von Seiten der Kunden will Expedia seine Marketingausgaben für Trivago weiter erhöhen.

TripAdvisor stellt um - Wettbewerb intensiviert sich Zudem hatte die ehemalige Tochter TripAdvisor damit begonnen, aufdringliche Pop-up-Werbung einzustellen. Diese Werbung führte zuvor viele potentielle Kunden auf die Expedia-Webseite, was nun nicht mehr der Fall ist.

Laut Expedia CEO Dara Khosrowshahi stehe man derzeit in Kontakt mit TripAdvisor, um die Situation zu verbessern. Erste Verbesserungen seien bereits erkennbar, heißt es im Conference Call.

Zudem macht auch der zunehmende Wettbewerb in der Branche dem Unternehmen zu schaffen. Insbesondere Priceline.com versucht aggressiv im US-Markt Marktanteile zu gewinnen und hat entsprechende Werbemaßnahmen seiner Marken hochgefahren. Bei der Credit Suisse glaubt man daher, dass der intensive Wettbewerb mit Priceline.com auch im zweiten Halbjahr 2013 andauern wird.

Hotwire leidet unter Konsolidierung in der Mietwagenbranche
Auch die Online-Mietwagenseite Hotwire hat sich im jüngsten Quartal als Bremsklotz erwiesen. Wie viel Hotwire im jüngsten Quartal zum Umsatz beigesteuert hat, blieb zwar unklar, Expedia-Chef Khosrowshahi bestätigte jedoch, dass die Entwicklung von Hotwire schlechter als erwartet war.

Hintergrund ist die Konsolidierung im US-Mietwagenmarkt, wodurch es für Hotwire schwieriger geworden ist, günstige Angebote zu lancieren. Die Nummer zwei Herzt Global Holdings hatte im Vorjahr den kleineren Rivalen Dollar Thrifty aufgekauft. Avis Budget Group hingegen hatte zu Jahresbeginn den Care-Sharing-Spezialisten Zipcar geschluckt.

Wie Expedia die Situation bei Hotwire wieder verbessern will, blieb zunächst offen. Jedoch gilt: Die Performance soll im zweiten Halbjahr besser werden.

Kurzportrait

Die ehemalige Microsoft-Tochter Expedia, ursprünglich im Jahre 1996 aus der Taufe gehoben, wurde im Jahre 2002 von IAC/InterActiveCorp übernommen, neu strukturiert und im Jahr 2005 wieder an die Börse geführt. Expedia, ansässig in Bellevue/Washington, bietet als Online-Reiseagentur einen Rund-um-Service für Touristen an, wodurch Nutzer über das Internet Hotelreservierungen vornehmen, Flug-Tickets ordern, Mietautos reservieren, sowie Kreuzfahrten buchen können. Hierfür betreibt das Unternehmen die Internet-Plattformen Expedia.com (Expedia.de), Hotels.com, Hotwire.com, Venere.com und Trivago.com.

Durch die Übernahme von Travelscape.com im Jahre 2000 und der Fusion mit Hotels.com, kann Expedia heute auf ein umfangreiches Hotelnetz zurückgreifen. So arbeitet Expedia heute mit mehr als 70.000 Hotels zusammen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen mit der IAC-Tochter Ticketmaster zusammen, um Kunden auch ergänzend zu Reisen auch Veranstaltungskarten (Konzerte etc.) anbieten zu können.

Neben den USA betreibt Expedia auch landesspezifische Online-Seiten in Kanada, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Australien, Japan in Großbritannien und vielen weiteren Ländern. Durch die mehrheitliche Beteiligung (52 Prozent) an eLong ist Expedia auch im wichtigen chinesischen Markt vertreten. Nach Expedia-Angaben erreicht das Unternehmen mit seinem Web-Angebot in 22 Ländern aktuell weit mehr als zehn Millionen Touristen weltweit.

Daneben wurden mit CarRentals.com und Airfarewatchdog.com zwei weitere Online-Buchungsspezialisten übernommen. Mit Synergi Global Travel Management und mit der italienischen Venere Net folgten in 2008 zwei weitere Zukäufe. Anfang 2011 gründete Expedia ein Joint Venture mit der asiatischen Billig-Fluglinie AirAsia. Ende 2011 schloss Expedia die Ausgliederung seiner Tochter TripAdvisor ab. Im Mai 2012 schloss die Expedia-Tochter Egencia die Übernahme der Reise-Management-Firma VIA Travel ab. Ende 2012 übernahm Expedia die Mehrheit (61,6 Prozent) an der deutschen Hotel- und Preissuchmaschine Trivago.

Meldung gespeichert unter: Online-Reisen

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