EuPD-Studie: Off-Grid-Photovoltaik als interessante Alternative für PV-Branche

Donnerstag, 18. Juni 2009 17:46

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen auf den Photovoltaikmärkten, wie der Einführung einer Mengenbegrenzung in Spanien, steigenden Degressionen im größten PV-Markt Deutschland und dem Angebotsüberhang bei Modulen, suchen Marktteilnehmer zunehmend nach Alternativen für die Zukunft. Dabei richten sich die Augen auf das Off-Grid-Segment.

Bonn: Einst mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent an der weltweit installierten PV-Leistung das wichtigste Marktsegment, hat die Off-Grid-PV in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung verloren. Im Hinblick auf die momentanen Entwicklungen, rücken Regionen wie Afrika, Asien oder Lateinamerika in den Fokus des Interesses. „Das rasante Bevölkerungswachstum sowie der große Anteil ländlicher Bevölkerung, die keinen Zugang zum Stromnetz haben, sorgen für eine wachsende Attraktivität der Technologie“, so Florian Schmidt, Projektmanager der Studie „Global Off-Grid PV Markets“ des führenden Solarmarktforschers EuPD Research. Greenpeace schätzt, dass bis 2030 mehr als zwei Milliarden Menschen ihre Elektrizität aus Off-Grid-Anlagen beziehen.

Studie sieht größtes Entwicklungspotenzial in Afrika

1995 wurde in Afrika noch ein Viertel der weltweiten photovoltaischen Leistung installiert. Während in den letzten Jahren in vielen Teilen der Welt die Nachfrage nach photovoltaischen Anwendungen stark wuchs, stagnierte sie dort jedoch. Afrika gilt in der neuen Studie von EuPD Research dennoch als der Kontinent mit den größten Entwicklungsmöglichkeiten für die Off-Grid-Photovoltaik – allen voran Südafrika. Dabei kam das Land bis 2008 auf gerade einmal etwa 20 MW installierte Leistung. Den größten Marktanteil mit mehr als 50 Prozent hat nach Angaben der Befragungsteilnehmer das Segment von Kleinanlagen mit einer typischen Leistung von weniger als 100 Watt. Diese kommen insbesondere in ländlichen Regionen bei privaten Nutzern zum Einsatz. Weiterhin werden Off-Grid-Anlagen für industrielle Anwendungen wie den Betrieb von Maschinen, Wasserpumpen oder Entsalzungsanlagen genutzt. Wichtig sind Anlagen zudem für öffentliche Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen oder touristische Einrichtungen sowie kleine mobile Systeme für Radios oder Mobiltelefone. Für die Zukunft erwarten die Befragten, dass insbesondere das Segment von Kleinanlagen im privaten und öffentlichen Bereich weiter wächst und im Jahr 2012 auf einen Marktanteil von 75 Prozent kommt. Weiter an Bedeutung gewinnen dürften in Südafrika überdies kleine mobile Anwendungen sowie PV-Systeme für den Betrieb von Infrastrukturanlagen.

Hindernisse in der Entwicklung gilt es zu überwinden

Wie Ergebnisse der Studie zeigen, liegen die Preise für PV-Module und PV-Systeme in Afrika, Asien und Lateinamerika deutlich über denen in europäischen On-Grid-Märkten – in Asien und Lateinamerika liegen die Unterschiede bei über 20 Prozent. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die aufwendige Distribution in die verschiedenen Regionen und die relativ überschaubare Zahl von Absatzmittlern. „Die Kaufkraft der Bevölkerung liegt in den untersuchten Ländern deutlich unter denen der Industrienationen. Um der Bevölkerung die Nutzung von PV-Anlagen zu ermöglichen, muss auf verschiedene Finanzierungsinstrumente zurückgegriffen werden, die von Mikrokrediten über Mikro-Leasing bis hin zu Sozialprogrammen reichen“, so Florian Schmidt. Mit Hilfe einer Stromversorgung, basierend auf der Off-Grid-PV bzw. Hybridsystemen, kann die Infrastruktur für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in bislang benachteiligten Regionen geschaffen werden. Voraussetzungen hierfür sind allerdings die kreative Nutzung und Optimierung von Finanzierungsstrukturen, die Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Off-Grid-Photovoltaik sowie die Bereitstellung von preisgünstigen aber auch qualitativ hochwertigen und auf den individuellen Bedarf ausgerichtete Photovoltaikanlagen.

Meldung gespeichert unter: EuPD Research

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