EMC profitiert von erfolgreicher Akquisitionspolitik

Freitag, 28. Dezember 2007 13:22
EMC

(IT-Times) Nachdem die Anteile des US-Speicherherstellers EMC (NYSE: EMC, WKN: 872526) Anfang November ein 6-Jahreshoch markieren, korrigierten EMC-Papiere zuletzt deutlich.

Hintergrund war zum einen die deutliche Kurskorrektur bei der EMC-Tochter VMware - an dem Virtualisierungsspezialisten hält EMC nach wie vor rund 86 Prozent der Anteile - zum anderen fürchten Marktteilnehmer eine höhere Investitionszurückhaltung aus der Finanzbranche in Folge der US-Hypotheken- und Immobilienkrise, die das EMC-Kerngeschäft belasten könnte. Marktbeobachter und Analysten schätzen, dass EMC rund zehn Prozent seiner Umsatzerlöse über das Geschäft mit Finanzinstitutionen erwirtschaftet.

Einkaufstour zahlt sich sich
Doch bislang machte sich die Kredit-Krise kaum im EMC-Geschäft bemerkbar. In den letzten Jahren hat EMC zudem seine Abhängigkeit vom Hardware-Geschäft durch zahlreiche Zukäufe deutlich reduziert. Langfristig will man ein Drittel seiner Umsätze im Softwarebereich erwirtschaften.

Als Beispiel für eine erfolgreiche Akquisitionsstrategie gilt nicht nur die EMC-Tochter VMware, die im jüngsten Quartal ein Umsatzwachstum von rund 89 Prozent verzeichnete, sondern auch die übernommene RSA Security. Zum einen verbuchte die RSA-Einheit im jüngsten Quartal ein Umsatzwachstum von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, zum anderen trug die Einheit auch dazu bei, dass sich die Bruttomargen zuletzt um weitere 40 Basispunkte verbesserten. Daneben scheint EMC auch einen guten Job auf der Kostenseite zu machen. Die operativen Kosten sanken um weitere 50 Basispunkte gegenüber dem Vorquartal.

Neben der Einkaufstour auf den Softwaremarkt, kauft EMC derzeit auch eigene Anteile im großen Stil zurück. Wie EMC Ende Oktober erklärte, sollen in den nächsten Monaten weitere 1,0 Mrd. US-Dollar in Form von Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückfließen, was dem EMC-Aktienkurs stützen könnte…

Kurzportrait

Die im Jahre 1979 gegründete und in Hopkinton/Massachusetts ansässige EMC stieg im Zuge der Informations- und Datenflut Anfang der 90er Jahre zu einem der weltweit führenden Technologie-Konzerne auf. Bereits im Jahre 1990 führte das Unternehmen mit seiner Symmetrix Produktlinie als einer der ersten Unternehmen ein intelligentes und redundantes Speichersystem ein. Im Jahre 1999 erfolgte dann die Übernahme von Data General, womit EMC gleichzeitig die Produktlinie Clariion übernahm, welche auf den mid-range Speicherbereich zugeschnitten ist. Die Clariion-Produktfamilie wurde anschließend in das EMC-Produktprogramm integriert und stellt heute ein Standbein im Markt für mid-range Speicherprodukte dar, in welchem EMC nach einer Studie von Gartner Dataquest einen Marktanteil von 5,8 Prozent hält. Neben dem Hardwaregeschäft, welches zuletzt 60 Prozent der gesamten Umsätze trug, will das Unternehmen künftig im margenstärkeren Softwaregeschäft mehr Flagge zeigen. Hierzu kaufte der Speicherriese im Jahr 2003 die Softwarefirmen Documentum, Legato Systems und VMware auf. An VMware hielt EMC zuletzt noch weiterhin die Mehrheit der Anteile.

Im Jahr 2004 wurden neben der deutschen dolphin auch der amerikanische Backup-Spezialist Dantz Development übernommen. Nach der Übernahme Netzwerkspeicher-Spezialisten Smarts für 260 Mio. Dollar, kaufte EMC den US-Spezialisten Captiva Software. Gleichzeitig wurde auch der NAS-Technikspezialist Rainfinity übernommen. Bereits im Vorfeld wurde der Softwareanbieter Acartus aufgekauft. Auch im Jahr 2006 blieb EMC weiter auf Einkaufstour. Nachdem man die Grid-Softwarereihe des Spezialisten Acxiom übernahm, kaufte EMC den Servicespezialisten Internosis. Im Frühjahr bzw. Mitte 2006 kaufte EMC dann die Softwareanbieter Interlink, Kashya, sowie nLayers. Anschließend verstärkte sich EMC mit der Übernahme von RSA Security, wobei in 2007 weitere Übernahmen folgten. So wurden die Softwarespezialisten Verid, X-Hive, Berkley Data Systems (Mozy Online), Voyence und Document Sciences übernommen.

Bereits im Jahre 1994 konzentrierte sich das Unternehmen vermehrt auf die Softwareentwicklung im Speicherbereich. Die Serviceeinheit der Gesellschaft umfasst mehr als 6.000 Spezialisten, welche unter anderem auch den Support für die Hard- und Softwareprodukte des Unternehmens sicherstellen. EMC ist heute mit mehr als 100 Vertriebsbüros in mehr als 50 Ländern weltweit präsent und verfügt über eine der größten Vertriebs- und Servicemannschaften in der IT-Industrie. Gleichzeitig kann EMC auf ein großflächiges Vertriebsnetzwerk in Form von Händlern verweisen, welche Firmen wie Dell Computer, NEC, Fujitsu Siemens, Unisys, Groupe Bull und NCR umfassen. Daneben schloss das Unternehmen zahlreiche Kooperationsverträge mit Technologiefirmen wie Microsoft, KPMG, SAP und Oracle, um die Integrationsfähigkeit seiner Produkte sicher zu stellen.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2007 meldete EMC einen Umsatzanstieg auf 3,29 Mrd. Dollar, was einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei konnte EMC einen Nettogewinn von 492,9 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie einfahren, nach einem Plus von 283,7 Mio. Dollar oder 13 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

EMC verbuchte im jüngsten Quartal einen Einmalertrag in Höhe von 115,2 Mio. Dollar durch den Verkauf seiner 6%igen Beteiligung an VMware an Cisco. EMC hält nunmehr noch 86 Prozent an VMware. Ausgenommen etwaiger Sonderfaktoren ergibt sich für das jüngste Quartal einen Nettogewinn von 377,8 Mio. Dollar oder 17 US-Cent je Aktie, womit EMC die Erwartungen der Analysten erfüllen konnte.

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