EMC glänzt mit solidem Wachstum

Donnerstag, 24. April 2008 13:27
EMC

(IT-Times) Der US-Speicherhersteller EMC (NYSE: EMC, WKN: 872526) konnte trotz drohender Konjunkturabkühlung mit soliden Zahlen im vergangenen ersten Quartal aufwarten. Das EMC-Management zeigt sich zuversichtlich, die Ziele für das laufende Jahr erreichen zu können. Angepeilt ist demnach weiterhin ein Umsatzzuwachs um 13 Prozent, wobei EMC die Umsatzmarke von 15 Mrd. Dollar erreichen will.

Zwar überdenken Firmen in der aktuellen Konjunkturlage ihre IT-Investitionspläne, doch Technologien, die helfen mehr Leistung aus der bestehenden IT-Infrastruktur herauszuholen haben nach wie vor Hochkonjunktur, denn sie helfen Firmen Kosten einzusparen. In diesem Zusammenhang stehen unter anderen Techniken wie Virtualisierung und Daten-Deduplizierung im Vordergrund.

Über seine Tochter VMware ist EMC bereits bestens im Virtualisierungsmarkt positioniert. Auch macht EMC derzeit keine Anstalten sich von weiteren VMware-Anteilen zu trennen, dies stellte EMC-Chef Joe Tucci jüngst nochmals klar. EMC hielt zuletzt mit 86 Prozent weiterhin die Mehrheit bei VMware.

Markt für Daten-Deduplizierung verspricht rapides Wachstum
Auch der Bereich Daten-Deduplizierung rückte zuletzt stärker in den Vordergrund. Nachdem der US-Technologiekonzern IBM in der Vorwoche den US-Spezialisten Diligent Technologies übernommen hat, scheint der Markt in Bewegung zu kommen. Der Markt für Daten-Deduplizierung ist in den letzten drei Jahren sehr interessant geworden, nachdem das Marktvolumen von praktisch null auf 100 Mio. US-Dollar explodiert ist.

Simon Robinson, Research Director beim New Yorker Marktforscher The 451 Group, geht davon aus, dass der Markt im Jahr 2009 bereits die Milliardengrenze überschreiten wird. Der bisherige Marktführer in diesem Bereich, die amerikanische Data Domain, hat Mitte 2007 ein erfolgreiches IPO hinter sich gebracht. Kurz darauf verdoppelten sich die Anteile auf bis zu 40 Dollar. Infolge der Börsenschwäche wurden die Papiere zuletzt wieder bei rund 22 Dollar gehandelt.

Robinson geht davon aus, dass sich der Markt für De-Duplizierung in den nächsten Monaten stark wandeln wird, wobei sich neben Data Domain, mit Asigra, ExaGrid Systems, FalconStor Software und Septon noch weitere kleinere Spezialisten in diesem wachstumsstarken Bereich tummeln.

EMC kündigte am Vortag an, seine liquiden Mittel in Höhe von 7,9 Mrd. Dollar weiterhin für ausgesuchte Zukäufe nutzen zu wollen. Damit könnte sich EMC sogar die Übernahme des Marktführers leisten - Data Domain wird augenblicklich mit lediglich 1,3 Mrd. Dollar bewertet...

Kurzportrait

Die im Jahre 1979 gegründete und in Hopkinton/Massachusetts ansässige EMC stieg im Zuge der Informations- und Datenflut Anfang der 90er Jahre zu einem der weltweit führenden Technologie-Konzerne auf. Bereits im Jahre 1990 führte das Unternehmen mit seiner Symmetrix Produktlinie als einer der ersten Firmen ein intelligentes und redundantes Speichersystem ein. Im Jahre 1999 erfolgte dann die Übernahme von Data General, womit EMC gleichzeitig die Produktlinie Clariion übernahm, welche auf den mid-range Speicherbereich zugeschnitten ist. Die Clariion-Produktfamilie wurde anschließend in das EMC-Produktprogramm integriert und stellt heute ein wichtiges Standbein für EMC dar. Neben dem Hardwaregeschäft, welches den Großteil der gesamten Umsätze trug, will das Unternehmen künftig im margenstärkeren Softwaregeschäft mehr Flagge zeigen. Hierzu kaufte der Speicherriese im Jahr 2003 die Softwarefirmen Documentum, Legato Systems und VMware auf. An VMware hielt EMC zuletzt weiterhin mit 86 Prozent die Mehrheit der Anteile.

Im Jahr 2004 wurden neben der deutschen dolphin auch der amerikanische Backup-Spezialist Dantz Development übernommen. Nach der Übernahme Netzwerkspeicher-Spezialisten Smarts für 260 Mio. Dollar, kaufte EMC den US-Spezialisten Captiva Software. Gleichzeitig wurde auch der NAS-Technikspezialist Rainfinity übernommen. Bereits im Vorfeld wurde der Softwareanbieter Acartus aufgekauft. Auch im Jahr 2006 blieb EMC weiter auf Einkaufstour. Nachdem man die Grid-Softwarereihe des Spezialisten Acxiom übernahm, kaufte EMC den Servicespezialisten Internosis. In 2006 kaufte EMC dann die Softwareanbieter Interlink, Kashya, sowie nLayers. Anschließend verstärkte sich EMC mit der Übernahme von RSA Security, wobei in 2007 weitere Übernahmen folgten. So wurden die Softwarespezialisten Verid, X-Hive, Berkley Data Systems (Mozy Online), Voyence, Pi Corporation und Document Sciences übernommen. Mit der Übernahme der Softwarefirma Infra und des Speicherspezialisten Iomega setzte EMC seine Einkaufstour in 2008 fort.

Bereits im Jahre 1994 konzentrierte sich das Unternehmen vermehrt auf die Softwareentwicklung im Speicherbereich. Die Serviceeinheit der Gesellschaft umfasst mehr als 6.000 Spezialisten, welche auch den Support für die Hard- und Softwareprodukte des Unternehmens sicherstellen. EMC ist heute mit mehr als 100 Vertriebsbüros in mehr als 50 Ländern weltweit präsent und verfügt über eine der größten Vertriebs- und Servicemannschaften in der IT-Industrie. Gleichzeitig kann EMC auf ein großflächiges Vertriebsnetzwerk in Form von Händlern verweisen, denen Firmen wie Dell Computer, NEC, Fujitsu Siemens, Unisys, Groupe Bull und NCR angehören. Daneben schloss das Unternehmen zahlreiche Kooperationsverträge mit Technologiefirmen wie Microsoft, KPMG, SAP und Oracle, um die Integrationsfähigkeit seiner Produkte sicher zu stellen.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2008 meldet EMC einen Umsatzanstieg um 17 Prozent auf 3,47 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn sank allerdings zunächst um 14 Prozent auf 268,8 Mio. Dollar oder 13 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 312,6 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 477,3 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie, womit EMC die Markterwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 3,45 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 16 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Während die Erlöse in Nordamerika um 14 Prozent anzogen, legten die Umsätze in Übersee um 21 Prozent zu. Insgesamt steuerte das Nordamerika-Geschäft mit 57 Prozent weiterhin die Mehrheit zum Gesamtumsatz bei.

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