Electronic Arts wartet auf den nächsten Konsolenzyklus - SWOR verliert massiv Abonnenten

Montag, 21. Mai 2012 14:29
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(IT-Times) - Die Aktien des US-Spielespezialisten Electronic Arts verloren zuletzt deutlich an Wert, nachdem das Unternehmen mit einem schwächeren Ausblick auf das laufende Quartal sowie auf das laufende Fiskaljahr enttäuschte.

Vor allem die Strategie, neben "World of Warcraft" mit "Star Wars: The Old Republic" (SWOR) einen neuen MMORPG-Hit zu etablieren, ging bislang nicht auf. Zwar konnte EA mehr als 2,4 Millionen SWOR-Kopien verkaufen, jedoch blieben zuletzt mit 1,3 Millionen Abonnenten nur etwa die Hälfte der Käufer dem Online-Spiel nach Ablauf des ersten kostenfreien Monats treu. Um sich auf die SWOR-Server einzuloggen, müssen Spieler rund 15 US-Dollar im Monat berappen.

Geschäftsmodell der Abo-basierten Online-Spiele am Ende?
Binnen zwei Monaten verlor das von Bioware für über 200 Mio. Dollar produzierte Online-Spiel 400.000 Spieler. Zwar heißt es bei EA, dass sich das Niveau bei den Abonnentenzahlen inzwischen stabilisiert hat, doch dies ist nur ein kleiner Trost. Viel schwerwiegender scheint die Tatsache, dass sich das Genre der Abo-basierten Online-Spiele wohl überlebt hat, nachdem auch beim Marktführer "World of Warcraft" die Zahl der Abonnenten kontinuierlich sinkt.

Will sich EA (Nasdaq: EA, WKN: 878372) gegen die zunehmende Zahl der kostenlosen Online-Spiele behaupten, wird der Entwickler reagieren und sein Geschäftsmodell auf "free-to-play" umstellen müssen, soll SWOR langfristig überleben.

EA räumt auf und schließt vier weitere Social-Spiele
Auch im Social-Spielebereich läuft es für EA nicht so wie geplant. So wird EA sein Social-Game "Dragon Age: Legends" auf Facebook und Google+ schließen. Zudem setzt EA die Axt an weiteren vier Social-Games (Age of Immortals, Six Gun Galaxy, Starship Command auf Facebook und Bejeweled Blitz auf Google+) an und wird diese zum 18. Juni 2012 ebenfalls schließen, wie der Branchendienst Games.com berichtet.

Daneben wird sich auch ein geplantes neues Social-Game aus dem Hause PopCap verschieben. Ursprünglich sollte der neue Online-Titel noch in diesem Quartal auf den Markt kommen, weiß Wedbush Securities Analyst Michael Pachter. EA hatte PopCap im Jahr 2011 für 1,3 Mrd. Dollar aufgekauft.

Konsolenzyklus: Neue Konsolen sollen der Branche neues Leben einhauchen
Ansonsten rechnen Marktforscher wie aus dem Hause NPD Group mit einem weiter schwachen Spielemarkt. Nachdem die US-Videospieleindustrie bereits in den ersten Monaten schwach in das neue Jahr gestartet war, dürfte sich auch im zweiten Halbjahr nur wenig an der schwachen Nachfragelage ändern. Erst im nächsten Jahr 2013 soll sich der Trend wieder umkehren, wenn zum Jahresende die Wii U und der Nachfolger für die Xbox 360 und die PS4 auf den Markt kommen werden.

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet Spiele sowohl für den PC, als auch für andere Plattformen aus dem Hause Sony, Nintendo und Microsoft an. Vor allem durch legendäre Titel wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Labels EA Sports, EA Games, sowie unter EA Play.

Zudem beteiligte sich EA an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions - das Studio wurde Ende 2004 vollständig übernommen. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. Jamdat wurde inzwischen in die Einheit EA Mobile integriert. Mitte 2006 kaufte EA den Online-Rollenspielspezialisten Mythic Entertainment, aus der die Einheit EA Mythic hervorging. Ende 2006 schluckte EA das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios. Im Frühjahr 2007 beteiligte sich EA mit 15 Prozent an dem chinesischen Online-Spielespezialisten The9, nachdem man sich bereits 19 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Online-Spielespezialisten Neowiz sicherte. Mitte 2007 eröffnete EA ein eigenes Büro in Moskau, um den russischen Markt besser bedienen zu können. Ende 2007 übernahm EA mit BioWare und Pandemic zwei weitere Entwicklerstudios. Später kaufte EA mit Hands-On-Mobile und ThreeSF erneut zu. Ende 2008 übernahm EA das südkoreanische Entwicklerstudio J2M. Ende 2009 wurde das Social-Gaming-Portal Playfish übernommen. Im Frühjahr 2011 schluckte EA den iPhone-Spielehersteller Firemint. Im Sommer 2011 wurde Spielentwickler PopCap Games für rund 1,3 Mrd. US-Dollar aufgekauft.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzvolumens von EA. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spieleplattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Online-Spielgemeinschaft. Die Plattform verzeichnet inzwischen mehr als 1,7 Million registrierte Nutzer weltweit. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von AOL.

Zahlen

Während der Gesamtumsatz im jüngsten Quartal um 26 Prozent auf 1,37 Mrd. US-Dollar zulegte, kletterte der Nettoumsatz auf 977 Mio. Dollar. Im digitalen Geschäft mit Spiele-Downloads und digitalen Inhalten verdoppelten sich die Erlöse auf 419 Mio. Dollar, nach 211 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn zog im jüngsten Quartal auf 400 Mio. US-Dollar oder 1,20 Dollar je Aktie, nach einem Profit von 151 Mio. Dollar oder 45 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Einmaleffekte summierte sich der Nettogewinn im jüngsten Quartal auf 17 US-Cent je Aktie, womit EA die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte - diese hatten im Vorfeld mit einem Profit von 16 US-Cent je Aktie gerechnet. Negativ fielen insbesondere die sinkenden Abonnentenzahlen im Online-Multiplayer-Game "Star Wars: The Old Republic" auf - so verlor EA im jüngsten Quartal 400.000 zahlende Abonnenten und beendete das Quartal mit 1,3 Millionen Spielern.

Meldung gespeichert unter: Electronic Arts

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