Electronic Arts mit dem Rücken zur Wand

Dienstag, 11. März 2008 13:10
Electronic Arts

(IT-Times) Dem weltgrößten PC- und Videospielentwickler Electronic Arts (Nasdaq: ERTS, WKN: 878372) läuft die Zeit davon und dies gleich in mehrerer Hinsicht. Zum einen will der Spielegigant die Übernahme des Rivalen Take-Two Interactive noch bis Ende April unter Dach und Fach bringen, zum anderen will EA stärker im Geschäft mit dem Verkauf virtueller Gegenstände Fuß fassen.

EA sieht sich nach der Fusion von Activision mit der Vivendi-Spieleeinheit Vivendi Games (Blizzard) unter Zugzwang, nachdem Activision mit seiner Guitar Hero-Reihe dem bisherigen Platzhirschen EA im vergangenen Jahr bereits Marktanteile abluchsen konnte. Durch den Zusammenschluss sitzt Activision Blizzard mit „World of Warcraft“ auch im Bereich Online-Spiele in der ersten Reihe, wo EA bislang kaum richtig vertreten war.

Trotz des neuen Branchenriesen hat sich EA in den nächsten Jahren ehrgeizige Ziele gesetzt. Im Fiskaljahr 2011 soll die Umsatzmarke von 6,0 Mrd. Dollar fallen, nachdem EA im Fiskaljahr 2008 knapp 4,0 Mrd. Dollar umsetzen dürfte. Die Erlöse aus dem digitalen Geschäft (In-Game-Werbung, Item-Verkauf etc.) soll in drei Jahren auf 900 Mio. Dollar steigen und damit 15 Prozent zum EA-Gesamtumsatz beisteuern, so die Vorgabe des Managements.

Neue Online-Spiele sollen es richten
Eine wichtige Rolle spielen dabei neue Online-Angebote wie TheSimsCarnival.com, sowie das kostenlose Online-Spiel „Battlefield Heroes“ oder auch das kommende MMORPG „Warhammer Online: Age of Reckoning“, dass gegen den Blizzard-Blockbuster „World of Warcraft“ punkten soll. Große Hoffnungen hegt das Unternehmen auch auf das von Bill Wright (The Sims) kreierte Spiel „Spore“. Das Evolutionsspiel könnte die Wende bei EA einleiten und den Spielegiganten wieder als Innovator in der Industrie etablieren, glaubt zumindest IDC-Analyst Billy Pidgeon.

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Screenshot "Spore", EA

EA braucht dringend einen Blockbuster, nachdem das Unternehmen bislang vor allem mit Sport-Titeln punkten konnte. Zwar ist EA in diesem Bereich mit immer neuen Nachfolgereihen zwar weiterhin erfolgreich, doch wirklich neue Ideen waren bislang kaum dabei.

Ob EA mit den neuen Titeln der Befreiungsschlag gelingt, dürfte sich schon im diesjährigen Weihnachtsgeschäft zeigen, denn der potentielle Blockbuster-Titel „Spore“ soll schon Anfang September und damit pünktlich zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft in den Handel kommen…

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet sowohl für den PC, als auch für die Plattformen von Sony, Nintendo Microsoft entsprechende Spiele an. Vor allem durch legendäre Titel wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Marken EA Sports, EA Games, sowie unter den übernommen Marken Origin, DreamWorks Interactiv, Black Box Games und Maxis. Später beteiligte sich das Unternehmen an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions, welches Ende 2004 vollständig übernommen wurde. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. Jamdat wurde inzwischen in die Einheit EA Mobile integriert. Mitte 2006 kaufte EA den Online-Rollenspielspezialisten Mythic Entertainment, aus der die Einheit EA Mythic hervorging. Ende 2006 schluckte EA das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios. Im Frühjahr 2007 beteiligte sich EA mit 15 Prozent an dem chinesischen Online-Spielespezialisten The9, nachdem man sich bereits 19 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Online-Spielespezialisten Neowiz sicherte. Mitte 2007 eröffnete EA ein eigenes Büro in Moskau, um den russischen Markt besser bedienen zu können. Ende 2007 übernahm EA mit BioWare und Pandemic zwei weitere Entwicklerstudios.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzvolumens von EA. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spieleplattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Online-Spielgemeinschaft. Die Plattform verzeichnet inzwischen mehr als 1,5 Mio. registrierte Nutzer. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von America Online.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldete EA einen Umsatzanstieg auf 1,5 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei wurden Erlöse in Höhe von 231 Mio. Dollar im Zusammenhang mit Online-Spiele in künftige Abrechnungsperioden vorgeschoben. Ohne diese Maßnahme hätte sich der Umatz auf 1,73 Mrd. Dollar summiert, heißt es.

Insgesamt musste der PC-Spielehersteller zunächst einen Verlust von 33 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Aktie ausweisen, nach einem Profit von 160 Mio. Dollar oder 50 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte der Spiele-Publisher einen Nettogewinn von 290 Mio. Dollar oder 0,90 Dollar je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen erfüllen.

Meldung gespeichert unter: Electronic Arts

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