eBay meldet sich zurück - Aktien auf 6-Jahreshoch

Montag, 23. April 2012 13:22
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(IT-Times) - Der E-Commerce Spezialist eBay meldet sich mit beeindruckenden Zahlen zurück. Ein Umsatzplus von 29 Prozent und ein Gewinnplus von 20 Prozent hievten eBay-Aktien auf ein neues 6-Jahreshoch bei über 40 US-Dollar.

Vor allem der Anstieg im Geschäft mit fixen Preisen (Zuwachs von 18 Prozent) zeigt, dass eBays Bemühungen außerhalb des traditionellen Versteigerungsgeschäfts Fuß zu fassen, erste Früchte tragen. In den vergangenen Jahren verlor eBay (Nasdaq: EBAY, WKN: 916529) im Marktplatzgeschäft immer wieder Marktanteile an den großen Konkurrenten Amazon.com - diese Entwicklung scheint nunmehr gestoppt.

Mobile-Geschäft boomt
Daneben versucht eBay das Mobile-Geschäft mit neuen Angeboten anzukurbeln. Immer mehr Konsumenten kaufen von unterwegs aus über Smartphone und nutzen dabei die eBay App, die allein im jüngsten Quartal 12 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Schon in diesem Jahr dürfte das Mobile-Zahlungsvolumen um mindestens 75 Prozent auf 7,0 bis 8,0 Mrd. US-Dollar steigen, schätzt man bei eBay.

Das Zahlungsgeschäft rund um die Einheit PayPal gilt ohnehin als Wachstumsmotor im Unternehmen. Knapp 110 Millionen registrierte Konten weist PayPal inzwischen aus, wobei die Division ihren Umsatz um stolze 32 Prozent auf 1,31 Mrd. Dollar steigern konnte. Das PayPal-Geschäft soll eines Tages mehr als die Hälfte zum eBay-Gesamtumsatz beisteuern, so die internen Planungen eBays. Zuletzt generierte das Geschäft bereits 43 Prozent der eBay-Umsätze.

Mit PayPal Here in den traditionellen Handel
Um dieses Ziel zu erreichen, will eBay seine PayPal-Marke auch im traditionellen Handel als Zahlungsmittel etablieren. So brachte das Unternehmen mit PayPal Here einen neuen Kreditkartenleser für Smartphones auf den Markt. Damit können insbesondere kleine und mittelgroße Händler eine Bezahlung ihrer Waren und Produkte im Shop über Kreditkarte oder über PayPal anbieten.

Dank der stetig steigenden PayPal-Nutzerzahlen und dem damit verbundenen Vertrauen in die Marke PayPal könnte PayPal Here bald zum Standard in Geschäften werden. Das dies gelingen wird, glaubt auch Benchmark Analyst Daniel Kurnos, der eBay-Aktien von "halten" auf "kaufen" nach oben stuft. Es scheine so, als ob Kunden als auch Händler neue Zahlungssysteme wie PayPal auf breiter Basis akzeptieren, so das Fazit des Analysten.

Passend hierzu berief eBay den Zong-Gründer David Marcus zum neuen PayPal-Chef, der den bisherigen PayPal-Leiter Scott Thompson ersetzen wird, der zu Yahoo gewechselt war. Die Personalie dürfte für neue Startup-Power bei PayPal sorgen.

Kurzportrait

Gegründet im Mai 1996 und ansässig in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose stieg eBay schnell zu einem der führenden Internet-Unternehmen auf. Dabei setzt das Unternehmen auf Online-Auktionen, die aber ohne Lagerhaltung auskommt. Vielmehr vermittelt der Online-Anbieter lediglich zwischen Käufer und Verkäufer und betreibt hierfür eine Online-Plattform.

Heute besteht die eBay-Gemeinschaft aus mehr als 95 Millionen aktiven Nutzern und bietet daher das weltweit größte Publikum, wenn es um Versteigerungen von gebrauchten oder neuen Waren im Internet geht. Damit gilt eBay als einer der größten Online-Marktplätze weltweit. eBay ist auf mehreren Kontinenten in über 30 Ländern aktiv, wobei Internet-Nutzer Produkte in mehr als 18.000 Kategorien ersteigern können. Mit dem Produkt eBay Stores will der Online-Auktionator auch Geschäftskunden ansprechen, welche ihren eigenen Shopping-Bereich auf eBay einrichten wollen.

Durch die Übernahme von PayPal löste eBay sein eigenen Online-Zahlungssystem Billpoint ab und setzt ausschließlich auf PayPal. Später verstärkte sich eBay mit der Übernahme des Online-Angebots Half.com. Half.com bietet über die gleichnamige Internet-Seite stark reduzierte Waren zu Festpreisen an. Im Jahr 2003 übernahm eBay den führenden chinesischen Online-Auktionator EachNet, sowie Teile der Softwarefirma FreeMarkets. Gleichzeitig übernahm man den in Südkorea operierenden Online-Anbieter Internet Auctions Company. Die chinesische Eachnet wurde Ende 2006 wiederum in ein Joint Venture mit Tom Online eingebracht, an welchem eBay 49 Prozent hält.

Anschließend folgte die Übernahme der deutschen mobile.de. Später kaufte sich eBay mit der Übernahme von Baazee.com in den indischen Online-Auktionsmarkt ein. Ende 2004 übernahm eBay den holländischen Online-Kleinanzeigenmarkt Marktplaats.nl. Darüber hinaus beteiligte sich eBay mit 25 Prozent an den Kontaktanzeigenservice Craigslist.com. Im Dezember 2004 kaufte eBay schließlich den Online-Immobilienvermittler Rent.com. Anfang 2005 übernahm eBay den Kleinanzeigendienst Kijiji. Im Frühjahr 2005 übernahm eBay schließlich den Preisvergleichsdienst Shopping.com. Im gleichen Jahr wurde auch der VoIP-Spezialist Skype für rund vier Mrd. Dollar aufgekauft, wobei eBay im Oktober 2009 rund 65 Prozent der Skype-Anteile an Silver Lake Partners veräußerte.

Im Frühjahr 2006 verstärkte sich eBay durch die Übernahme des schwedischen Online-Auktionvoators Tradera.com. Mitte 2006 formte eBay gemeinsam mit dem Anbieter PCHome Online ein Joint Venture in Taiwan. Anfang 2007 kaufte eBay den Ticket-Dienst StubHub auf. Im Jahr 2008 folgten mit der Übernahme des Zahlungsdienstes "Bill Me Later" und den dänischen Anzeigenseiten dba.dk und bilbasen.dk weitere Zukäufe. Im Frühjahr 2009 übernahm eBay den südkoreanischen Online-Marktplatz Gmarket. Den übernommenen Kleinanzeigenservice Kijiji benannte eBay im Frühjahr 2010 in eBayClassifieds.com um. Mitte 2010 schluckte eBay die iPhone App RedLaser. Mit Critical Path und Milo.com wurden anschließend weitere Firmen übernommen. Ende 2010 schluckte eBay das Berliner Shopping-Portal Brands4friends für 150 Mio. Euro. Im Frühjahr 2011 kaufte eBay den E-Commerce Spezialisten GSI Commerce. Zudem wurde der Mobile-Werbespezialist Where.com übernommen, zur Jahresmitte der Mobile-Zahlungsspezialist Zong aufgekauft. Ende 2011 erfolgten mit Magento und Hunch zwei weitere Zukäufe.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2012 meldet eBay einen Umsatzsprung um 29 Prozent auf 3,28 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 2,55 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn kletterte dabei auf 725 Mio. Dollar oder 55 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 619 Mio. Dollar oder 47 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen übertraf eBay auch gleichzeitig die Gewinnerwartungen der Analysten, die im Vorfeld nur mit einem Nettogewinn von 52 US-Cent je Aktie und mit Einnahmen von 3,15 Mrd. Dollar gerechnet hatten.

Insgesamt wurden über die eBay-Plattform Waren und Güter - mit Ausnahme von Fahrzeugen - im Volumen von 16 Mrd. Dollar gehandelt, ein Zuwachs von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der verkauften Produkte kletterte um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt konnte eBay im Marktplatzgeschäft einen Zuwachs um elf Prozent auf 1,7 Mrd. Dollar verbuchen.

Meldung gespeichert unter: eBay

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