eBay kämpft sich zurück

Freitag, 24. Juli 2009 12:39
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(IT-Times) - Beim weltweit führenden Online-Marktplatz eBay (Nasdaq: EBAY, WKN: 916529) scheint sich eine Stabilisierung abzuzeichnen. Die Änderungen, die das Unternehmen zuletzt an seinem Gebührenmodell und an seiner Seite vornahm, scheinen sich positiv auszuwirken.

Die Zahl der aktiv registrierten Mitglieder legte leicht gegenüber dem Vorquartal auf 88,4 Mio. Teilnehmer zu. Der neue eBay-Chef John Donahoe will künftig den Spaß-Faktor wieder ganz oben anstellen, nachdem das Unternehmen bislang vor allem versucht hat, mit kosmetischen Änderungen an seiner Seite und Gebührensenkungen neue Nutzer zu locken. Dementsprechend plant der Manager die Einstellung von neuen Software-Architekten, die dabei helfen sollen, das Stöbern und Einkaufen auf eBay wieder mehr Spaß macht.

Vom Auktionsformat wolle man sich weiter Richtung E-Commerce bewegen, so Donahoe. Schließlich handelt es sich bei der Hälfte der auf eBay gehandelten Waren um brandneue Produkte, die zwar nicht der aktuellen Generation entsprechen, jedoch absolut neuwertig sind. Das eBay-Angebot soll künftig noch breiter werden, so dass eBay die größte Auswahl im Internet anbieten kann, verspricht Donahoe.

PayPal weiter im Aufwind - Öffnung für Drittentwickler
Auch das Online-Zahlungsgeschäft rund um den Service PayPal soll künftig noch eine größere Rolle im Konzern spielen. Zuletzt wuchs das Online-Zahlungsgeschäft kräftig und zeichnete bereits für 35 Prozent des eBay-Gesamtumsatzes verantwortlich. Bis 2011 will eBay sein PayPal-Geschäft verdoppeln, wodurch die Einheit zum weltweit führenden Anbieter von Online-Zahlungslösungen aufsteigen soll - eine klare Kampfansage an die Ambitionen von Google, der mit seinem Dienst Google Checkout ebenfalls Marktanteile gewinnen will.

Um PayPal noch attraktiver zu machen, will das Unternehmen den Dienst für dritte Softwareentwickler öffnen. So könnten beispielsweise Twitter-Nutzer einfach und schnell über die Anwendung TwitPay Geld überweisen. Damit sei PayPal die weltweit erste Zahlungsplattform, welche diesen Schritt wagt, heißt es bei eBay. Der E-Commerce Gigant verspricht sich durch diesen Schritt eine noch höhere Akzeptanz von PayPal.

Das Potential des Dienstes scheint gewaltig. Die gesamte E-Commerce Industrie hat bislang nur fünf Prozent der Größe des Offline-Handels. eBay-Chef Donahoe glaubt, dass der Sektor irgendwann einmal 20 Prozent des Offline-Handels einnehmen könnte, wodurch auch Online-Zahlungslösungen wie PayPal eine größere Bedeutung zukommen würde….

Kurzportrait

Gegründet im September 1995 und ansässig in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose stieg eBay schnell zu einem der führenden Internet-Unternehmen auf. Dabei setzt das Unternehmen auf Online-Auktionen, die aber ohne Lagerhaltung auskommt. Vielmehr vermittelt der Online-Anbieter lediglich zwischen Käufer und Verkäufer und betreibt hierfür eine Online-Plattform.

Heute besteht die eBay-Gemeinschaft aus mehr als 88 Mio. aktiven Nutzern und bietet daher das weltweit größte Publikum, wenn es um Versteigerungen von gebrauchten oder neuen Waren geht. Damit gilt eBay gleichzeitig auch als die weltweit größte Shopping-Seite im Internet. Auf mehreren Kontinenten weltweit in über 30 Ländern aktiv, können Internet-Nutzer Produkte in mehr als 18.000 Kategorien ersteigern. Mit dem Produkt eBay Stores will der Online-Auktionator auch Geschäftskunden ansprechen, welche ihren eigenen Shopping-Bereich auf eBay einrichten können.

Um die Zahlungsabwicklung so einfach und sicher wie möglich zu gestalten, bietet eBay entsprechende Services an. Durch die Übernahme von PayPal löste eBay sein eigenen Online-Zahlungssystem Billpoint ab und setzt voll auf PayPal. Später verstärkte sich eBay mit der Übernahme des Online-Angebots Half.com. Half.com bietet über die gleichnamige Internet-Seite stark reduzierte Waren zu festen Preisen an. Im Jahr 2003 übernahm eBay den führenden chinesischen Online-Auktionator EachNet, sowie Teile der Softwarefirma FreeMarkets. Gleichzeitig übernahm man den in Südkorea operierenden Online-Anbieter Internet Auctions Company. Die chinesische Eachnet wurde Ende 2006 wiederum in ein Joint Venture mit Tom Online eingebracht, an welchem eBay 49 Prozent hält.

Anschließend folgte die Übernahme der deutschen mobile.de. Später kaufte sich eBay mit der Übernahme von Baazee.com in den indischen Online-Auktionsmarkt ein. Ende 2004 übernahm eBay den holländischen Online-Kleinanzeigenmarkt Marktplaats.nl. Darüber hinaus beteiligte sich eBay mit 25 Prozent an den Kontaktanzeigenservice Craigslist.com. Im Dezember 2004 kaufte eBay schließlich den Online-Immobilienvermittler Rent.com. Anfang 2005 übernahm eBay den Treffpunktservice Kijiji. Die Einheit kaufte wiederum die deutsche Opusforum.org. Im Frühjahr 2005 übernahm eBay schließlich den Preisvergleichsdienst Shopping.com. Im gleichen Jahr wurde auch der VoIP-Spezialist Skype für rund vier Mrd. Dollar aufgekauft.

Im Frühjahr 2006 verstärkte sich eBay durch die Übernahme des schwedischen Online-Auktionators Tradera.com. Gleichzeitig stellte das Unternehmen mit eBay Express ein neues Online-Shop-Konzept vor, über dieses Neuwaren unter Ausschluss des Bieterverfahrens erworben werden können. Mitte 2006 formte eBay gemeinsam mit dem Anbieter PCHome Online ein Joint Venture in Taiwan. Anfang 2007 kaufte eBay den Ticket-Dienst StubHub auf. Im Jahr 2008 folgten mit der Übernahme des Zahlungsdienstes „Bill Me Later“ und den dänischen Anzeigenseiten dba.dk und bilbasen.dk weitere Zukäufe. Im Frühjahr 2009 übernahm eBay den südkoreanischen Online-Marktplatz Gmarket für 1,2 Mrd. Dollar.

Zahlen

So meldet eBay für das vergangene zweite Quartal 2009 einen Umsatzrückgang um fünf Prozent auf 2,1 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn ging dabei auf 327,3 Mio. US-Dollar oder 25 US-Cent je Aktie zurück, nach einem Plus von 460,3 Mio. Dollar oder 35 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Der Gewinn schrumpfte damit im dritten Quartal infolge.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen erwirtschaftete eBay einen Nettogewinn von 37 US-Cent je Aktie und übertraf damit die Markterwartungen der Analysten. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Plus 36 US-Cent je Aktie und mit Einnahmen von 1,99 Mrd. Dollar gerechnet.

Die Umsätze im Kerngeschäft Marktplatz schrumpften um 14 Prozent auf 1,26 Mrd. Dollar. Das Transaktionsvolumen auf eBay ging um zehn Prozent auf 11,13 Mrd. Dollar zurück. Den Rückgang führt eBay vornehmlich auf die schwache Wirtschaft sowie auf einen starken US-Dollar zurück. Die Zahl der aktiven Nutzer legte lediglich um zwei Prozent auf 88,4 Mio. Teilnehmer zu. Als Wachstumsträger präsentierte sich erneut das Online-Zahlungsgeschäft rund um den Service PayPal sowie Bill Me Later. Hier stiegen die Umsätze um elf Prozent auf 669,3 Mio. Dollar. Der VoIP-Service Skype verbuchte einen Umsatzanstieg um 25 Prozent auf 170 Mio. Dollar. eBay will seine Skype-Einheit im ersten Halbjahr 2010 als eigenständiges Unternehmen ausgliedern und an die Börse führen.

Meldung gespeichert unter: eBay

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