eBay gibt sich für 2012 optimistisch und kündigt neue Produkte an

Freitag, 20. Januar 2012 13:43
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(IT-Times) - Die Aktien des Online-Marktplatzes eBay waren zuletzt wieder stark gefragt und legten um knapp vier Prozent zu, nachdem das Unternehmen solide Wachstumszahlen für das vergangene vierte Quartal präsentieren konnte.

eBay-Chef John Donahoe sieht das Unternehmen auf den richtigen Weg, nachdem der Manager das Unternehmen in den vergangenen Jahren umgebaut hat. In den vergangenen drei Jahren hat Donahoe eigenen Angaben zufolge 75 der Top-100 Leute im Unternehmen ausgewechselt.

Zudem wurden im vergangenen Jahr die Marketing-Ausgaben um 25 Prozent erhöht, die Investitionen in neue Technologie hochgefahren, um Nutzer vom Branchenrivalen Amazon.com zurückzulotsen. In den vergangenen Jahren hatte eBay (Nasdaq: EBAY, WKN: 916529) stetig Marktanteile an Amazon.com verloren.

eBay kündigt in 2012 neue Produkte für eBay Marketplaces an
Das Handelsvolumen auf eBay kletterte zuletzt um zehn Prozent, womit sich das Wachstum gegenüber dem Vorquartal (14 Prozent) etwas verlangsamt hat. Bei eBay führt man die langsameren Wachstumsraten nicht zuletzt auf schwächeren Exporte nach Europa zurück. Insbesondere das Geschäft in Deutschland habe weiter geschwächelt, während das Geschäft in England stark und stabil gewesen sei, heißt es aus dem Unternehmen.

Für das laufende Jahr 2012 kündigte eBay dann auch neue Produkte für den eBay-Marktplatz an. Um welche Produkte es sich dabei konkret handelt, wollte eBay aber noch nicht verraten - eBay-Verkäufer werden sich also noch gedulden müssen.

PayPal: Mobile Zahlungsvolumen soll von vier auf sieben Mrd. Dollar klettern - Pilotprogramm mit Home Depot
Wachstumsmotor blieb einmal mehr die Online-Zahlungsdivision PayPal. Inzwischen verzeichnet PayPal 106,3 Millionen registrierte Nutzer, ein Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz der Division legte, nicht zuletzt getragen vom mobilen E-Commerce Geschäft, um 28 Prozent auf 1,24 Mrd. Dollar zu. Für das laufende Jahr 2012 rechnet man bei PayPal damit, dass das mobile Zahlungsvolumen, welches über die PayPal App abgewickelt wird, auf sieben Mrd. Dollar klettern wird.

Weiteres Wachstum erhofft sich eBay durch das PayPal Pilotprogramm mit Home Depot. In 51 Home Depot Niederlassungen sollen im laufenden Jahr 2012 sogenannte Point-of-Sale Terminals eingerichtet werden, wodurch Shopper mit Hilfe ihres Mobiltelefons und PayPal Rechnungen bezahlen können - dies soll durch die Eingabe einer Telefonnummer und einer PIN geschehen.

Sollte das Beispiel Home Depot Schule machen, könnte sich die PayPal-Division im Offline-Bereich einen neuen Markt erschließen.

Kurzportrait

Gegründet im Mai 1996 und ansässig in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose stieg eBay schnell zu einem der führenden Internet-Unternehmen auf. Dabei setzt das Unternehmen auf Online-Auktionen, die aber ohne Lagerhaltung auskommt. Vielmehr vermittelt der Online-Anbieter lediglich zwischen Käufer und Verkäufer und betreibt hierfür eine Online-Plattform.

Heute besteht die eBay-Gemeinschaft aus mehr als 95 Millionen aktiven Nutzern und bietet daher das weltweit größte Publikum, wenn es um Versteigerungen von gebrauchten oder neuen Waren im Internet geht. Damit gilt eBay als einer der größten Online-Marktplätze weltweit. eBay ist auf mehreren Kontinenten in über 30 Ländern aktiv, wobei Internet-Nutzer Produkte in mehr als 18.000 Kategorien ersteigern können. Mit dem Produkt eBay Stores will der Online-Auktionator auch Geschäftskunden ansprechen, welche ihren eigenen Shopping-Bereich auf eBay einrichten wollen.

Durch die Übernahme von PayPal löste eBay sein eigenen Online-Zahlungssystem Billpoint ab und setzt ausschließlich auf PayPal. Später verstärkte sich eBay mit der Übernahme des Online-Angebots Half.com. Half.com bietet über die gleichnamige Internet-Seite stark reduzierte Waren zu Festpreisen an. Im Jahr 2003 übernahm eBay den führenden chinesischen Online-Auktionator EachNet, sowie Teile der Softwarefirma FreeMarkets. Gleichzeitig übernahm man den in Südkorea operierenden Online-Anbieter Internet Auctions Company. Die chinesische Eachnet wurde Ende 2006 wiederum in ein Joint Venture mit Tom Online eingebracht, an welchem eBay 49 Prozent hält.

Anschließend folgte die Übernahme der deutschen mobile.de. Später kaufte sich eBay mit der Übernahme von Baazee.com in den indischen Online-Auktionsmarkt ein. Ende 2004 übernahm eBay den holländischen Online-Kleinanzeigenmarkt Marktplaats.nl. Darüber hinaus beteiligte sich eBay mit 25 Prozent an den Kontaktanzeigenservice Craigslist.com. Im Dezember 2004 kaufte eBay schließlich den Online-Immobilienvermittler Rent.com. Anfang 2005 übernahm eBay den Kleinanzeigendienst Kijiji. Im Frühjahr 2005 übernahm eBay schließlich den Preisvergleichsdienst Shopping.com. Im gleichen Jahr wurde auch der VoIP-Spezialist Skype für rund vier Mrd. Dollar aufgekauft, wobei eBay im Oktober 2009 rund 65 Prozent der Skype-Anteile an Silver Lake Partners veräußerte.

Im Frühjahr 2006 verstärkte sich eBay durch die Übernahme des schwedischen Online-Auktionvoators Tradera.com. Mitte 2006 formte eBay gemeinsam mit dem Anbieter PCHome Online ein Joint Venture in Taiwan. Anfang 2007 kaufte eBay den Ticket-Dienst StubHub auf. Im Jahr 2008 folgten mit der Übernahme des Zahlungsdienstes "Bill Me Later" und den dänischen Anzeigenseiten dba.dk und bilbasen.dk weitere Zukäufe. Im Frühjahr 2009 übernahm eBay den südkoreanischen Online-Marktplatz Gmarket. Den übernommenen Kleinanzeigenservice Kijiji benannte eBay im Frühjahr 2010 in eBayClassifieds.com um. Mitte 2010 schluckte eBay die iPhone App RedLaser. Mit Critical Path und Milo.com wurden anschließend weitere Firmen übernommen. Ende 2010 schluckte eBay das Berliner Shopping-Portal Brands4friends für 150 Mio. Euro. Im Frühjahr 2011 kaufte eBay den E-Commerce Spezialisten GSI Commerce. Zudem wurde der Mobile-Werbespezialist Where.com übernommen, zur Jahresmitte der Mobile-Zahlungsspezialist Zong aufgekauft. Ende 2011 erfolgten mit Magento und Hunch zwei weitere Zukäufe.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet eBay einen Umsatzsprung um 35 Prozent auf 3,38 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 2,5 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei konnte eBay zunächst einen Gewinn von 1,98 Mrd. Dollar oder 1,51 Dollar je Aktie realisieren, nach einem Profit von 559 Mio. Dollar oder 42 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Der Gewinnzuwachs erklärt sich insbesondere durch Sondererträge wie durch Skype. Ausgenommen etwaiger Einmalfaktoren konnte eBay im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 60 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 3,32 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 57 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: eBay

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