eBay erzielt Fortschritte - Turnaround in Sicht

Freitag, 23. Oktober 2009 14:26
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(IT-Times) - Der weltweit führende Online-Marktplatz eBay (Nasdaq: EBAY, WKN: 916529) musste im jüngsten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Besonders enttäuscht zeigten sich Analysten und Anleger über den konservativen eBay-Ausblick und schickten die Aktien des Unternehmens mit über sechs Prozent in den Keller.

Bei einem näheren Blick auf die Prognosen zeigt sich jedoch, dass dieser nur teilweise die Ergebnisse der VoIP-Einheit Skype umfasst. eBay geht davon aus, den Verkauf von Skype noch in diesem Quartal abschließen zu können. Anfang September hatte eBay bekannt gegeben, 65 Prozent der Anteile an Skype für 1,9 Mrd. US-Dollar in bar an die Investoren Andressen Horowitz, die Londoner Index Ventures, Silver Lake und Canada Pension Plan abzugeben.

Konzentration aufs Kerngeschäft
Mit dem Teilverkauf trennt sich eBay aber gleichzeitig auch von einem Wachstumsträger. Die Skype-Einheit konnte im jüngsten Quartal seinen Umsatz um 29 Prozent auf 185,2 Mio. Dollar steigern. Gleichzeitig gewann die VoIP-Tochter 40,3 Mio. neue Nutzer hinzu. Im laufenden Jahr dürfte Skype rund 13 US-Cent je Aktie zu den Ergebnissen beisteuern. Ohne Skype dürfte sich der Jahresgewinn zwischen 1,41 und 1,43 Dollar je Aktie bewegen, heißt es bei eBay.

Stattdessen will sich eBay künftig ganz auf sein Online-Marktplatzgeschäft konzentrieren. Nachdem eBay bereits die Gebührensätze auf seinen Seiten geändert und auch eine überarbeitete Suchmaschine implementiert hat, womit Produkte und Waren leichter gefunden werden können, sollen nunmehr auch auf der Kostenseite Verbesserungen her. So hat eBay jüngst angekündigt, 60 Mitarbeiter zu entlassen, nachdem das Unternehmen zuvor bereits Pläne für die Schließung eines Kunden-Centers in Vancouver veröffentlicht hatte. Insgesamt will eBay seine Kunden-Betreuung dadurch mehr straffen, was sich letztendlich auch in einer höheren Kundenzufriedenheit niederschlagen soll.

Marketingkampagne soll Turnaround unterstützen
Beim eBay-Softwarespezialisten ChannelAdvisor, der Software für EBay-Händler zur Verfügung stellt, will man bereits erste Ansätze für einen erfolgreichen Turnaround erkannt haben. Das Wachstum im Festpreis-Geschäft habe zuletzt das schwindende Geschäft mit Online-Auktionen mehr als wettgemacht, erklärt ChannelAdvisor CEO Scot Wingo gegenüber Reuters.

Auch eBay-Chef John Donahoe schlägt ins gleiche Horn. Um den Turnaround zu unterstützen, kündigte eBay für November eine umfassende Marketingkampagne an, um sich für das lukrative Weihnachtsgeschäft zu rüsten. Dies scheint auch notwendig, denn eBay ist zwar nach wie vor in den USA die größte E-Commerce Seite, allerdings verlor der Online-Auktionsanbieter zuletzt Kunden an den Branchenprimus Amazon.com…

Kurzportrait

Gegründet im September 1995 und ansässig in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose stieg eBay schnell zu einem der führenden Internet-Unternehmen auf. Dabei setzt das Unternehmen auf Online-Auktionen, die aber ohne Lagerhaltung auskommt. Vielmehr vermittelt der Online-Anbieter lediglich zwischen Käufer und Verkäufer und betreibt hierfür eine Online-Plattform.

Heute besteht die eBay-Gemeinschaft aus mehr als 89 Mio. aktiven Nutzern und bietet daher das weltweit größte Publikum, wenn es um Versteigerungen von gebrauchten oder neuen Waren geht. Damit gilt eBay gleichzeitig auch als die weltweit größte Shopping-Seite im Internet. Auf mehreren Kontinenten weltweit in über 30 Ländern aktiv, können Internet-Nutzer Produkte in mehr als 18.000 Kategorien ersteigern. Mit dem Produkt eBay Stores will der Online-Auktionator auch Geschäftskunden ansprechen, welche ihren eigenen Shopping-Bereich auf eBay einrichten können.

Um die Zahlungsabwicklung so einfach und sicher wie möglich zu gestalten, bietet eBay entsprechende Services an. Durch die Übernahme von PayPal löste eBay sein eigenen Online-Zahlungssystem Billpoint ab und setzt voll auf PayPal. Später verstärkte sich eBay mit der Übernahme des Online-Angebots Half.com. Half.com bietet über die gleichnamige Internet-Seite stark reduzierte Waren zu festen Preisen an. Im Jahr 2003 übernahm eBay den führenden chinesischen Online-Auktionator EachNet, sowie Teile der Softwarefirma FreeMarkets. Gleichzeitig übernahm man den in Südkorea operierenden Online-Anbieter Internet Auctions Company. Die chinesische Eachnet wurde Ende 2006 wiederum in ein Joint Venture mit Tom Online eingebracht, an welchem eBay 49 Prozent hält.

Anschließend folgte die Übernahme der deutschen mobile.de. Später kaufte sich eBay mit der Übernahme von Baazee.com in den indischen Online-Auktionsmarkt ein. Ende 2004 übernahm eBay den holländischen Online-Kleinanzeigenmarkt Marktplaats.nl. Darüber hinaus beteiligte sich eBay mit 25 Prozent an den Kontaktanzeigenservice Craigslist.com. Im Dezember 2004 kaufte eBay schließlich den Online-Immobilienvermittler Rent.com. Anfang 2005 übernahm eBay den Treffpunktservice Kijiji. Die Einheit kaufte wiederum die deutsche Opusforum.org. Im Frühjahr 2005 übernahm eBay schließlich den Preisvergleichsdienst Shopping.com. Im gleichen Jahr wurde auch der VoIP-Spezialist Skype für rund vier Mrd. Dollar aufgekauft.

Im Frühjahr 2006 verstärkte sich eBay durch die Übernahme des schwedischen Online-Auktionators Tradera.com. Gleichzeitig stellte das Unternehmen mit eBay Express ein neues Online-Shop-Konzept vor, über dieses Neuwaren unter Ausschluss des Bieterverfahrens erworben werden können. Mitte 2006 formte eBay gemeinsam mit dem Anbieter PCHome Online ein Joint Venture in Taiwan. Anfang 2007 kaufte eBay den Ticket-Dienst StubHub auf. Im Jahr 2008 folgten mit der Übernahme des Zahlungsdienstes „Bill Me Later“ und den dänischen Anzeigenseiten dba.dk und bilbasen.dk weitere Zukäufe. Im Frühjahr 2009 übernahm eBay den südkoreanischen Online-Marktplatz Gmarket für 1,2 Mrd. Dollar.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal meldet eBay einen Umsatzanstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,2 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn schrumpfte um 29 Prozent auf 350 Mio. US-Dollar oder 27 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 492 Mio. Dollar oder 38 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen verdiente eBay 501,5 Mio. Dollar oder 38 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 592 Mio. Dollar oder 46 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen konnte eBay die Markterwartungen der Wall Street übertreffen. Analysten hatten mit Einnahmen von 2,14 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 37 US-Cent je Aktie gerechnet.

Die Zahl der aktiven Nutzer kletterte im jüngsten Quartal um zwei Prozent auf 89,2 Mio. Teilnehmer. Insgesamt wurden im jüngsten Quartal Produkte im Volumen von 12,2 Mrd. US-Dollar über die eBay-Plattform gehandelt, ein Plus von sieben Prozent.

Im Geschäft mit elektronischen Online-Zahlungssystemen rund um den Service PayPal kletterten die Erlöse um 15 Prozent auf 688,1 Mio. US-Dollar. Die Zahl der aktiven Kunden im Bereich Zahlungssysteme stieg um 19 Prozent auf 78 Mio. Teilnehmer.

Im Bereich VoIP rund um das Skype-Geschäft meldet das Unternehmen einen Umsatzsprung auf 185,2 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Skype konnte im Quartalsverlauf 40,3 Mio. registrierte Nutzer gewinnen und das Quartal mit 520,8 Mio. registrierte Nutzer abschließen.

Meldung gespeichert unter: eBay

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