EA nimmt Nintendo-Konsolen ins Visier

Dienstag, 6. Februar 2007 00:00

(IT-Times) Der weltgrößte PC- und Videospielentwickler Electronic Arts (Nasdaq: ERTS<ERTS.NAS>, WKN: 878372<ERT.FSE>) konnte im jüngsten Quartal mit einem Rekordumsatz von 1,28 Mrd. US-Dollar aufwarten, dennoch steht das Unternehmen in diesem Jahr vor großen Herausforderungen.

Viele kleine innovative Entwicklerstudios drängen auf den Markt und besetzen lukrative Nischenmärkte wie Online-Rollenspiele. EA hat mit der Übernahme von Mythic Entertainment hier im vergangenen Jahr nachgezogen. Doch auch das gelungene Marktdebüt der neuen Nintendo-Konsole Wii hat beim US-Entwicklerstudio Begehrlichkeiten geweckt. Hier will das Unternehmen in diesem Jahr angreifen und mit einer Produktoffensive stärker auf der Wii Fuß fassen.

EA kauft Headgate Studios

In einem ersten Schritt übernahm man Ende 2006 das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios. EA ist zwar der größte Publisher wenn es um Spiele für die Microsoft-Spielkonsolen Xbox und Xbox 360 sowie für die Sony-Konsolen PlayStation 3 und 2 inklusive PSP geht, doch bei der Nintendo-Konsole hatte man bislang das Nachsehen.

Hier will EA in diesem Jahr in die Offensive gehen. Derzeit seien 15 Spiele für die Nintendo-Plattformen in der Entwicklung, hieß es bei EA Anfang Februar. Doch bislang gilt Nintendo selbst als der führende Publisher für die Wii-Konsole. Auch der Rivale Ubisoft hat stark in die Plattform der Japaner investiert.

EA-Chef und Chairman Larry Probst macht sich dann auch wenig Hoffnung, den japanischen Konsolenhersteller in Sachen Software vom Thron stoßen zu können. Realistisch wäre der zweite Platz hinter Nintendo mit einem Marktanteil von 15 bis 20 Prozent, gibt der EA-Manager das langfristige Ziel aus…

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet sowohl für den PC, als auch für Sonys PlayStation, Nintendos Gameboy und GameCub, als auch für Microsofts Xbox entsprechende Spiele an. Vor allem durch legendäre Titel, wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Marken EA Sports, EA Games, sowie unter den übernommen Marken Origin, DreamWorks Interactiv, Black Box Games und Maxis. Zuletzt beteiligte sich das Unternehmen an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions, welches Ende 2004 vollständig übernommen wurde. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. für insgesamt 680 Mio. US-Dollar. Mitte 2006 kaufte EA den Online-Rollenspielspezialisten Mythic Entertainment, aus der die Einheit EA Mythic hervorging. Ende 2006 schluckte EA das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit nahezu 20 Prozent des gesamten Umsatzvolumens von EA. Vor allem das Geschäft mit Spielehits für die Sony-Konsolen PlayStation und PlayStation 2 gilt als Umsatzbringer der Spielschmiede aus Redmond. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services, wie das Online-Rollenspiel Ultima Online ergänzen das EA-Portfolio. Der kostenpflichtige Dienst und Gaming-Server Ultima Online wird immer wieder als Musterbeispiel für einen kostenpflichtigen Service im Internet herangezogen.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spiel-Plattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Spielgemeinschaft, über die sich Nutzer gemeinsam austauschen und kostenlos Online-Spiele herunterladen und an Gewinnspielen teilnehmen können. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von America Online. Insgesamt präsentiert sich EA heute als der marktführende Spielanbieter weltweit mit 3.500 Mitarbeitern in über 33 Niederlassungen.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet EA einen leichten Umsatzanstieg auf 1,28 Mrd. US-Dollar, was einem leichten Zuwachs von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei brach der Gewinn zunächst um 38 Prozent auf 160 Mio. Dollar oder 50 US-Cent je Aktie ein, nach einem Plus von 259 Mio. Dollar oder 83 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen in Form von Aktienkompensationen ergibt sich ein Nettogewinn von 201 Mio. Dollar oder 63 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 268 Mio. Dollar oder 86 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 1,27 Mrd. Dollar, aber nur mit einem Nettogewinn von 57 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Im jüngsten Quartal konnte EA von dem Spiel „The Sims 2“ mehr als zehn Mio. Kopien weltweit absetzen. Von „The Sims 2 Pets“ wurden mehr als fünf Mio. Kopien abgesetzt. Das von EA vertriebene Spiel „Madden NFL 07“ war in 2006 das populärste Videospiel in Nordamerika. Das Game verkaufte sich mehr als acht Mio. Mal seit Einführung.

Der Cashflow summierte sich in den vergangenen 12 Monaten auf 520 Mio. US-Dollar, nach 733 Mio. Dollar im Jahr vorher. Insgesamt konnte EA das Quartal mit liquiden Mitteln von 2,6 Mrd. Dollar abschließen.

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