DreamWorks: Flotte Biene entpuppt sich als lahme Ente

Mittwoch, 19. Dezember 2007 13:04
Dreamworks Animation SKG

(IT-Times) Seit November ging es mit dem Aktienkurs des US-Animationsstudios DreamWorks Animation SKG (NYSE: DWA, WKN: A0B8TN) steil bergab. Das niedrige Kursniveau nutzte jetzt das Management, um im großen Stil eigene Aktien zurückzukaufen. Insgesamt will das Unternehmen weitere 150 Mio. US-Dollar für den Rückkauf eigener Anteile ausgeben, nachdem man im Vorfeld schon Millionen für Aktienrückkäufe ausgab.

Trotz des Rückkaufprogramms bleiben die Probleme bei DreamWorks bestehen. Dem Unternehmen gelang es bislang nicht, einen geeigneten Nachfolger für seine erfolgreiche Shrek-Reihe zu finden. Nachdem dritten Teil scheint der Bedarf an der Fantasy-Story rund um den grünen Helden Shrek zunächst gesättigt.

“Bee Movie“ kann hohe Erwartungen nicht erfüllen
Mit dem neuen Animationsfilm „Bee Movie“ wollte DreamWorks direkt an die erfolgreiche Shrek-Serie anknüpfen, jedoch blieb der Animationsstreifen auf dem US-Heimatmarkt hinter den hohen Erwartungen zurück. Nachdem der Film am ersten Wochenende 39,1 Mio. Dollar einspielte, fielen die Einnahmen zuletzt stark zurück. Am zweiten Dezemberwochenende erlöste der Film gerade Mal noch 2,6 Mio. Dollar an den Kinokassen, womit sich „Bee Movie“ gerade noch so in den Top-10 der Filme halten konnte. Insgesamt summiert sich das Einspielergebnis von „Bee Movie“ bis dato auf 121 Mio. Dollar.

Damit bleibt „Bee Movie“ allerdings hinter den Markterwartungen zurück. Goldman Sachs-Analyst Anthony Noto hatte im Vorfeld mit einem Einspielerergebnis von 200 Mio. Dollar gerechnet. Auch die Analysten bei Cowen & Co bezeichneten die Ergebnisse von „Bee Movie“ als enttäuschend. „Bee Movie“ werde voraussichtlich nicht die Durchschnittsschätzungen der Wall Street von 175 Mio. Dollar erreichen, heißt es bei Cowen & Co.

Durch den enttäuschenden Verlauf in den USA ruhen die Hoffnungen auf das internationale Geschäft. Möglicherweise kommt die Biene in Europa bzw. Asien besser an, als in Nordamerika. Ein Nachfolgetitel a la „Bee Movie 2“ scheint derzeit aber eher unwahrscheinlich. Dafür dürfte im Jahr 2008 mit „Madagascar 2“ ein potentieller Kassenschlager die Kinoleinwand erobern, der die Enttäuschung über die Biene wieder vergessen machen könnte…

Kurzportrait

Die im kalifornischen Glendale ansässige DreamWorks Animation SKG gilt als eines der führenden Animationsstudios der Welt. Das Unternehmen produzierte in der Vergangenheit bereits eine Reihe erfolgreicher computeranimierte Filme, darunter „Antz“, „Shark Tale“ und vor allem den Kassenschlager rund um die Shrek-Reihe („Shrek 1“, „Shrek 2“ „Shrek 3“). Durch eine Kooperation mit dem Animationsstudio Aardman Animations entstand der ebenfalls sehr erfolgreiche Animationsfilm „Chicken Run“. Das Produktionsabkommen mit Aardman Animations wurde inzwischen aber wieder eingestellt. „Shrek 2“, „Shrek 3“ und „Madagascar“ waren bislang die erfolgreichsten Animationsfilme der Gesellschaft. Auch für Madagascar ist ein zweiter Teil geplant, der im Jahr 2008 für sprudelnde Umsätze und Gewinne sorgen soll. Für 2010 ist der Action-Titel „Master Mind“ angesetzt. Dazwischen will DreamWorks noch den Animationsstreifen „Kung Fu Panda“ in die Kinos bringen.

Neben den Einnahmen an der Kinokasse, hält das Unternehmen auch die Verwertungsrechte an seinen Entwicklungen und Charakteren. So profitiert DreamWorks auch vom Video- und DVD-Geschäft, als auch vom Merchandising-Geschäft. Im Bereich Computerspiele kooperiert DreamWorks unter anderem mit AOL und Activision. Weitere Marketing-Partner sind unter anderem McDonald`s.

Künftig will DreamWorks nicht nur animierte Filme fürs Kino, sondern auch für andere Unterhaltungsbereiche produzieren (Direct-Video-Films). Ferner entwickelte DreamWorks eine Computer animierte Fernsehserie für den US-Sender NBC (National Broadcasting Corp). Allerdings wurde die Serie „Father of the Pride“ wegen schwacher Einschaltquoten wieder abgesetzt. Zuletzt führte DreamWorks ein neues 3D-Konzept ein, dass im Jahr 2009 mit dem Film „Monsters vs. Aliens“ für Furore sorgen soll.

Der Großteil der Stimmrechte wird von den DreamWorks-Gründern David Geffen und Steve Katzenberg gehalten. Auch Paul Allen und Steven Spielberg sind an dem Animationsstudio mit einer Minderheitsbeteiligung beteiligt. Ende 2005 trennte sich DreamWorks Animation von seiner Live-Film-Einheit DreamWorks SKG und veräußerte diese Geschäftseinheit für insgesamt 1,6 Mrd. US-Dollar an Paramount Pictures. Gleichzeitig ging das Unternehmen ein Vertriebs- und Vermarktungsabkommen mit Paramount bis zum Jahre 2012 ein.

Zahlen

Im dritten Quartal erzielte DreamWorks einen Umsatz von 160,7 Mio. US-Dollar, in 2006 waren es 55,58 Mio. Dollar. DreamWorks erwirtschaftete dabei einen Bruttogewinn von 90,72 Mio. Dollar (2006: 25,84 Mio. Dollar).

Auch der operative Gewinn konnte gesteigert werden: Nach 8,87 Mio. Dollar im Vorjahr wurden nun 66,89 Mio. Dollar erzielt. Das Nettoergebnis lag mit 47,04 Mio. Dollar ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert von 10,46 Mio. Dollar. Entsprechend legte auch der (verwässerte) Gewinn je Aktie zu, nach zehn Cent in 2006 wurden nun 47 Cent erreicht. Mit den vorgelegten Zahlen konnte DreamWorks gleichzeitig auch die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld nur mit einem Nettogewinn von 44 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Dreamworks Animation SKG

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