Deutsche Telekom im Wandel - neue Kunden sollen für weiteres Wachstum sorgen

Mobilfunk- und Telekomservices

Montag, 12. August 2013 14:02
Deutsche Telekom Logo

(IT-Times) - Zwar verliert die Deutsche Telekom AG weiter Kunden im Festnetzbereich, im Mobilfunkbereich stehen die Zeichen jedoch wieder auf Wachstum. Erstmals seit vier Jahren konnte die US-Einheit T-Mobile USA die Zahl seiner Kunden steigern und damit einen langläufigen Negativtrend durchbrechen.

Telekom startet in den USA durch
Damit machen sich erstmals die positiven Effekte aus der Fusion mit dem US-Mobilfunk-Carrier MetroPCS im Mai dieses Jahres bemerkbar. T-Mobile USA konnte unter dem Strich 688.000 neue Kunden gewinnen, nachdem die Einheit im Jahr vorher noch 490.000 Kunden verlor.

Geholfen hat dem Unternehmen in den USA auch das iPhone, wie Konzernchef René R. Obermann unumwunden zugibt. T-Mobile USA hatte erstmals seit April 2013 das Apple-Handy in sein Programm aufgenommen. Das Fehlen des iPhones war bislang ein großer Wettbewerbsnachteil für die Telekom-Tochter.

500.000 bis 700.000 Neukunden in den USA im Visier
Die jüngsten Zahlen in den USA haben bei der Deutschen Telekom AG (WKN: 555750) offenbar Lust auf mehr geweckt. Das Unternehmen will weiter kräftig investieren und das 4G-Netz in den USA ausbauen. Ziel sei es, weitere 500.000 bis 700.000 neue US-Kunden im zweiten Halbjahr 2013 zu gewinnen, heißt es.

Durch die positiven Zahlen dürfte T-Mobile USA auch für mögliche Übernahmeinteressenten an Attraktivität gewonnen haben. Nachdem in 2011 eine geplante Übernahme durch AT&T scheiterte, soll nunmehr der US-Satelliten-TV-Betreiber Dish an T-Mobile USA interessiert sein.

T-Mobile USA und Dish bald Partner?
Dish hatte zuvor versucht, den Konkurrenten Sprint zu übernehmen, zog aber gegen die japanische SoftBank den Kürzeren. Dish hatte im Vorjahr von den Regulierungsbehörden die Genehmigung erhalten, seine Satelliten-Funkfrequenzen auch für Mobilfunkservices nutzen zu dürfen. Dish sucht seither nach einer Möglichkeit, im US-Mobilfunkmarkt Fuß zu fassen.

Allerdings dürfte dem Unternehmen das notwendige Kapital fehlen, um eine Fusion mit T-Mobile USA zu stemmen. Dish CEO Charlie Ergen spricht darauf angesprochen von „Herausforderungen“, die ein Deal mit T-Mobile USA mit sich bringen würde.

In 2014 kommen zudem weitere Mobilfunkspektren in den USA unter dem Hammer, wodurch sich für die Telekom-Tochter neue Möglichkeiten ergeben, auch ohne weitere Fusion sein US-Geschäft weiter ausbauen.

Merger-Mania in Deutschland: Telekom gilt als Profiteur
Aber auch in Europa lief es zuletzt wieder besser für die Telekom. Allein in Deutschland hatte die Telekom 434.000 Mobilfunkkunden gewinnen können. Im Bereich IPTV kamen 121.000 Neukunden dazu, im Breitbandbereich 44.000 neue Kunden.

Die Kunden kehren der Telekom nicht mehr - wie in der Vergangenheit oft gesehen - den Rücken, sondern kehren in Scharen zum Konzern zurück. Bei der Telekom spricht man daher bereits von einem „Kundenansturm“.

Dieser könnte auch im zweiten Halbjahr anhalten, denn die geplante Fusion von KPNs E-Plus mit der Telefonica-Tochter O2 Germany in Deutschland, dürfte den Wettbewerb im Mobile-Bereich eher weiter reduzieren.

Kurzportrait
Die Deutsche Telekom AG ist Europas größte Telekommunikationskonzern. Das Unternehmen ist in die Sparten T-Mobile (Mobilfunk), T-Com (Festnetz und Internet) sowie T-Systems (Geschäftskunden) gegliedert. Über T-Home bietet die Telekom Breitbandangebote für Privatkunden an. Zum Portfolio des Unternehmens gehören Mobilfunkdienstleistungen aller Art, die Bereitstellung von Festnetz- und Internetzugängen sowie der Wiederverkauf von Internetzugängen (Wholesale).

Das Geschäftsfeld T-Systems ist auf mittelständische, große und internationale agierende Geschäftskunden ausgerichtet, wobei auch IT-Dienstleistungen erbracht werden. Zudem bietet die Telekom über das neue VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz auch Internetfernsehen und terrestrisches Fernsehen an. Im Markt für günstige DSL-Anschlüsse ist das Unternehmen durch die Tochter Congstar vertreten.

Der Kapitalarm der Telekom, T-Venture, gehört zu den größten Kapitalgebern in Europa. T-Venture investiert in junge wachstumsstarke Unternehmen, die Synergien für die Telekom-Sparten T-Com, T-Systems, oder T-Mobile versprechen.

Eine der spektakulärsten Transaktionen war die Übernahme des US-Mobilfunknetzbetreibers Voicestream Wireless für rund 40 Mrd. US-Dollar im Jahr 2001. Aus dieser Übernahme ging später T-Mobile USA hervor. Im Herbst 2007 verstärkte sich die Telekom in den Niederlanden und erwarb den niederländischen Mobilfunker Orange Niederlande. Daneben wurde das Immobilien-Portal ImmobilienScout24 vollständig übernommen. Damit gehört die gesamte Scout24-Gruppe zum Magenda-Konzern: Autoscout24, Friendscout24, Local24 und Jobs.de.

Meldung gespeichert unter: Deutsche Telekom

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