Deutsche Hightech-Branche 2010: Licht und Schatten nahe beieinander

Montag, 7. Dezember 2009 16:53

Deutsche Hightech-Branche 2010: Licht und Schatten nahe beieinander

A.T. Kearney Studie: Hightech-Exporte steigen wieder, Binnennachfrage folgt 2010 – Hightech-Beschäftigung erreicht aber erst 2013 Vor-Krisen-Niveau – Energie-Speichertechnologie, Solartechnik und ‚Embedded Systems‘ sind Wachstumskerne der Zukunft

Düsseldorf, 7. Dezember 2009 – Besonders im ersten Halbjahr hat die Weltwirtschaftskrise zu drastischen Einbußen in der deutschen Hightech-Branche geführt. Inzwischen hat sich die Lage allerdings entspannt und in der zweiten Jahreshälfte haben die Exporte wieder deutlich zugelegt. Die Folgen für die Beschäftigung indes bleiben erst einmal spürbar: Erst 2013 wird das Beschäftigungsniveau wieder zur Vor-Krisen-Zeit zurückfinden. Ihre Wettbewerbsposition können deutsche Hightech-Unternehmen aktuell insbesondere dadurch verbessern, dass sie ihre Produktionskosten weiter optimieren, intensiver in den Bereich Forschung und Entwicklung investieren und verstärkt Kooperationen eingehen. Zudem sollten sie sich frühzeitig im Umfeld der Wachstumskerne der Branche engagieren, wie etwa Energie-Speichertechnologie, Solartechnik und sogenannte ‚Embedded Systems‘. So ist zu erwarten, dass sich die Beschäftigung in der deutschen Solarbranche bis 2020 mehr als verdoppeln wird. Das geht aus der aktuellen Studie „Nachhaltige Restrukturierung des Wirtschaftsstandortes Deutschland – Hightech“ der Topmanagement-Beratung A.T. Kearney hervor. Um zukünftigem Wachstum den Boden zu ebnen, sollte die Regierung die Hightech-Industrie als Fokus-Industrie stärker in den Mittelpunkt der deutschen Wirtschaftspolitik rücken. Zudem kann durch eine gezielte Förderung und geschickt gesetzte gesetzliche Rahmenbedingungen die Hightech-Binnennachfrage signifikant gestärkt werden.

„Im Vergleich zu anderen Industriesektoren hat die Wirtschaftskrise die deutsche Hightech-Branche im ersten Halbjahr besonders stark getroffen und zu einem Rückgang der Beschäftigung um knapp drei Prozent geführt. Mehr als jedes zehnte Hightech-Unternehmen war 2009 von der Insolvenz bedroht. Allerdings zeigt die Branche klare Anzeichen einer Erholung: So haben die Exporte in der zweiten Jahreshälfte merklich angezogen und aller Voraussicht nach wird auch die Binnennachfrage 2010 wieder steigen“, prognostiziert Axel Freyberg, für die Studie verantwortlicher Partner bei A.T. Kearney.

Die Folgen für die Beschäftigung bleiben indes spürbar. „Es ist zu erwarten, dass die konjunkturelle Erholung nicht vor 2011 einen durchschlagenden Effekt auf den Arbeitsmarkt haben wird. Das Beschäftigungsniveau aus Vor-Krisen-Zeiten wird nicht vor 2013 erreicht werden“, so Freyberg weiter.

Gefragt: Wettbewerbsfähigere globale Produktionskosten

Trotz einer sich erholenden Nachfrage, ist die Wirtschaftskrise noch nicht ausgestanden. Nach wie vor spiegelt sie sich in zahlreichen Unwägbarkeiten für die Hightech-Branche wider. „Um diese abzufedern, kommt es für Unternehmen vor allem darauf an, ihre Produktionskosten weiter zu optimieren, intensiver in den Bereich Forschung und Entwicklung zu investieren und verstärkt Kooperationen einzugehen“, fasst Jan Stenger, Principal und Hightech-Experte bei A.T. Kearney die wesentlichen Handlungsempfehlungen zusammen.   Die Untersuchung hat gezeigt, dass viele Unternehmen je nach Segment den Umsatzanteil, der auf Forschung und Entwicklung entfällt, in den letzten Jahren zum Teil stark reduziert haben. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und nachhaltig über Marktniveau zu wachsen, müssen Forschung und Nachhaltigkeitsthemen eine stärkere Priorität einnehmen. Die Zukunft der Branche liegt etwa in energieeffizienten IT-oder Hightech-Produkten oder sogenannten Clean-Tech-Produkten.

Darüber hinaus ist eine Reduktion der Komplexitätskosten über die gesamte Wertschöpfungskette sowie eine Senkung der globalen Produktionskosten ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor. Zu Letzerem können etwa eine hocheffiziente Lieferkette und eine stärkere Internationalisierung des Produktionsnetzwerkes beitragen. „Für Firmen kommt es darauf an, rechtzeitig eine Betrachtung des Gesamtproduktes vorzunehmen und sich von den Produktionsschritten zu trennen, die nicht mehr profitabel sind. Folglich wird die heimische Produktion den Gütern mit hoher Qualität und einem hohen Individualisierungsgrad vorbehalten sein sowie denjenigen, die schnell verfügbar sein müssen“, unterstreicht Freyberg.

Nicht zuletzt werden internationale Kooperationen in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen. „In einigen Segmenten werden deutsche Unternehmen nicht mehr darum herumkommen, eine stärkere Kooperation mit amerikanischen, japanischen, koreanischen oder chinesischen Hightech-Unternehmen einzugehen. Deutsche Firmen müssen sich clever und vorsichtig Zugang zu neuen Absatzkanälen verschaffen wie auch zu kostengünstigen Forschungs- und Produktionskapazitäten“, so Stenger.   Mit Wachstumskernen aus der Krise.

Meldung gespeichert unter: A.T. Kearney

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