Dell - überzeugende Tablet-Strategie lässt weiter auf sich warten

Freitag, 19. August 2011 13:08
Dell

(IT-Times) - Der US-Computerhersteller Dell konnte zwar im vergangenen zweiten Quartal 2011 am PC-Markt wieder am Rivalen Acer aus Taiwan vorbeiziehen und zum weltweit zweitgrößten PC-Hersteller hinter HP aufrücken, geschafft hat es Dell damit aber noch lange nicht.

Analysten fürchten nicht nur steigende operative Kosten und fallende Gewinnmargen, sondern vor allem dem Trend hin zum Mobile-Computing, den auch Dell zu verschlafen scheint. Zwar spricht Dell gerne über steigende IT-Investionen bei Servern und Speichersystemen, sowie höheren Ausgaben im Zusammenhang mit der Aufrüstung obsoleter PCs auf Windows 7, doch warten Anleger weiterhin vergeblich auf eine überzeugende Tablet-Strategie der Texaner.

Dell Streak 5 Tablet ist Geschichte - Hybrid-Tablets soll die Zukunft gehören
Heimlich still und leise hatte Dell (Nasdaq: DELL, WKN: 875403) seinen Dell Streak 5 Tablet PC beerdigt und will künftig vor allem auf 7- bis 10-Zoll große Tablet PCs setzen. Eine wichtige Rolle soll dabei dem Dell Inspiron Duo, einem Laptop-/Tablet Hybrid Modell zukommen. In sekundenschnelle soll aus dem 10,1-Zoll großen Tablet ein Laptop mit Keyboard werden.

Eigentlich eine gute Idee, denn auch die Hardware-Ausstattung kann sich durchaus sehen lassen. Im inneren des Tablets verrichtet ein Intel Dual-Core Atom Prozessor N550 seinen Dienst, 2GB Arbeitsspeicher und ein HD-Touch-Display inklusive einer 1,3-Megapixel-Kamera gehören zur Grundausstattung des Tablets. Allerdings läuft das Tablet auf der Windows 7 Home Premium Edition und hier fangen die Probleme an, denn dadurch stehen dem Anwender nur eine begrenzte Anzahl von Apps zum Download bereit.

Die marktführenden Mobile-Betriebssysteme sind heute Android und iOS - nicht zuletzt wegen der schier unendlichen Auswahl von Apps. Beide Systeme sind auf den Vormarsch und ein Beleg dafür, was der Konsument will.

Wer sich gegen diesen Trend stemmt und einen Alleingang wie HP mit seinem webOS-basierten Tablets wagt, wird eine böse Überraschung erleben und auf den Geräten sitzen bleiben, wie das Beispiel des Dell Streak 5 und des HP TouchPad eindrucksvoll zeigt.

Kurzportrait

Der in Round Rock/Texas ansässige Computerhersteller Dell setzt insbesondere auf den Direktvertrieb seiner Produkte ohne Zwischenhandel, um so Kostenvorteile erzielen zu können. Im Jahr 2007 hat Dell aber seine Strategie geändert und verkauft seine PCs auch über den Einzelhandel (Wal-Mart etc.). Insgesamt operiert Dell heute aus vier Kerngeschäftsfelder heraus: Large Enterprise (Geschäft von großen Firmenkunden), Public (öffentlicher Dienst, Behörden), Small and Medium Business (Mittelstand) und Consumer (Privatkunden).

Gegründet im Mai 1984 erlebte das Unternehmen unter seinem visionären Gründer Michael Dell insbesondere in den 90er Jahren einen rasanten Aufstieg. Michael Dell, welcher am längsten einer Company als CEO (Chief Executive Officer) vorsteht, kehrte erst jüngst wieder an die Führungsspitze zurück. Dell fertigt heute längst nicht mehr nur Desktop-Systeme, inzwischen gehören auch Server, Speichersysteme, Drucker, Workstations und Smartphones zum Produktportfolio der Texaner.

Daneben ist das Unternehmen durch seine PowerEdge-Produktlinie im Servermarkt vertreten, während sich das Unternehmen mit seinen PowerVault-Systemen im Speichermarkt engagiert. Mit seinem Precision-Workstations geht das Unternehmen einen von Sun dominierten Markt an. Die Desktop-Systeme der Reihe OptiPlex, sowie die Notebook-Serie Latitude sind dabei auf Geschäfts- und Firmenkunden zugeschnitten, während Dell mit seinen Dimension-PCs und Inspiron-Notebooks insbesondere private Anwender ansprechen will. Im High-End- und Spielesegment verstärkte sich Dell Anfang 2006 durch die Übernahme des PC-Spezialisten Alienware. Im Jahr 2007 kaufte Dell unter anderem die beiden Softwarespezialisten Zing Systems und ASAP Software zu. Zudem wurde der SaaS-Spezialist MessageOne übernommen. Anfang 2009 schluckte Dell die Microsoft-Beratungseinheit Allin Corp. Im Herbst 2009 schloss Dell die Übernahme des IT-Servicespezialisten Perot Systems ab. In 2010 setzte Dell seine Einkaufstour weiter fort, wobei mit InSite One und Compellent weitere Firmen übernommen wurden. Anfang 2011 schluckte Dell den IT-Sicherheitsspezialisten SecureWorks. Daneben wurden mit Kace Networks, Ocarina Networks, Scalent Systems und Boomi weitere Firmen aufgekauft.

Dell setzt in Sachen Vermarktung und Service vornehmlich auf seine gleichnamige Internet-Plattform. Über diesePlattform stellt das Unternehmen nicht nur Serviceleistungen und Support, wie den virtuellen Helfer Ask Dudley zur Verfügung, sondern erwirtschaftet gleichzeitig auch die Hälfte seiner Umsatzerlöse darüber. Insgesamt ist Dell heute mit mehr als 30.000 technischen Support-Mitarbeitern in mehr als 170 Ländern weltweit präsent. Unternehmensgründer Michael Dell hält nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung am Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene Juliquartal meldet Dell einen Umsatzanstieg um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 15,66 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn legte dabei gegenüber dem Vorjahr um 71 Prozent auf 890 Mio. US-Dollar oder 48 US-Cent je Aktie zu.

Ausgenommen etwaiger Einmalfaktoren konnte Dell im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 54 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld mit einem Plus von 49 US-Cent je Aktie gerechnet hatten. Allerdings hatte man an der Wall Street zuvor mit Einnahmen von 15,76 Mrd. Dollar gerechnet.

Das Firmenkundengeschäft mit großen Konzernen legte um ein Prozent auf 4,6 Mrd. Dollar, während das Privatkundengeschäft ebenfalls um ein Prozent auf 2,9 Mrd. Dollar kletterte. Die Einnahmen aus dem Geschäft mit dem öffentlichen Sektor schrumpfen um drei Prozent auf 4,5 Mrd. Dollar. Das Dell Servicegeschäft kletterte um sechs Prozent, während der Auftragsbestand um elf Prozent auf 15,4 Mrd. Dollar zulegte. Insgesamt konnte Dell im jüngsten Quartal einen positiven Cashflow von 2,4 Mrd. Dollar generieren, wodurch der texanische PC-Hersteller das Quartal mit Barreserven von 16,2 Mrd. Dollar beenden konnte.

Markt und Wettbewerb

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