Dell meldet sich zurück

Mittwoch, 5. September 2007 12:44
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(IT-Times) Nach der Rückkehr des Firmengründers Michael Dell an die Spitze des PC-Herstellers Dell (Nasdaq: DELL, WKN: 875403) scheint sich die Situation für den zuletzt ins Straucheln geratenden PC-Giganten zum Besseren zu wenden.

Umsatz- und Gewinnerwartungen konnten zuletzt übertroffen werden. Dennoch gibt es keinen Grund zur Euphorie. Im Kerngeschäft PC wuchsen die Erlöse nur um 3,4 Prozent auf 8,9 Mrd. Dollar. Hewlett-Packard konnte im Vergleich hierzu mit einem Wachstumsplus von 29 Prozent glänzen. Besonders das Geschäft mit Notebooks entwickelte sich bei HP zuletzt prächtig - hier verzeichnete der Druckerhersteller einen Zuwachs von 54 Prozent.

Zudem profitierten HP wie auch Dell offenbar von niedrigeren Komponentenkosten, nachdem sich in diesem Bereich der Wettbewerb zu verschärfen scheint. „Dell ist definitiv einer der Hauptnutznießer der schnell fallenden Komponentenkosten“, meint etwa Kim Caughey, Analyst bei Fort Pitt Capital Group gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Während HP`s Notebook-Geschäft boomt, hat Dell derzeit Probleme seine neuen Color-Laptops in ausreichender Stückzahl produzieren zu können. Offenbar gibt es Probleme mit der Farbqualität, welche die Produktion zuletzt verzögerten. Während die Texaner im Kerngeschäft weiter schwächeln, konnte man im Server-Markt aufholen. Wie die Marktforscher aus dem Hause IDC zuletzt in einer Studie feststellten, wuchs Dell im Server-Markt zuletzt am schnellsten. Insgesamt kletterten die Server-Erlöse um 20,2 Prozent auf 1,53 Mrd. Dollar, womit sich Dell einen Marktanteil von 11,6 Prozent sicherte. Mehr Energie-effiziente Modelle und eine größere Produktvielfalt seien der Grund für den jüngsten Aufschwung im Server-Markt, meinen die IDC-Marktforscher.

Dell nimmt Mittelstand stärker ins Visier
Um auch im PC-Markt wieder Boden gut zu machen, ergriff das Unternehmen zuletzt verschiedene Maßnahmen. Zum einen versprach das Unternehmen künftig auf Bloatware (vorinstallierte Software) zu verzichten, zum anderen stellten die Texaner mit Vostro eine neue Produktlinie von Notebook-PCs für den Mittelstand vor.

Die 14- bis 17-Zoll großen Vostro-Notebooks kosten ab 449 Dollar und sind speziell für die Bedürfnisse der mittelständischen Kunden zugeschnitten. Keine vorinstallierte Bloatware sowie ein 30-tägiges Rückgaberecht und die Wahlmöglichkeit zwischen XP und Windows Vista zeichnen das Konzept aus. Darüber hinaus bietet Dell erweitere Service- und Garantiemöglichkeiten speziell für kleine und mittlere Firmen. Ob das Konzept aufgeht, wird sich spätestens in den nächsten Quartalen zeigen, wenn auch die Probleme mit den neuen Color-Notebooks behoben sind.

Kurzportrait

Der in Round Rock/Texas ansässige Computerhersteller Dell setzt insbesondere auf den Direktvertrieb seiner Produkte ohne Zwischenhandel, um so Kostenvorteile erzielen zu können. Im Jahr 2007 hat Dell aber seine Strategie geändert und verkauft seine PCs auch über den Einzelhandel (Wal-Mart etc.).Gegründet im Mai 1984 erlebte das Unternehmen unter seinem visionären Gründer Michael Dell insbesondere in den 90er Jahren einen rasanten Aufstieg. Michael Dell, welcher am längsten einer Company als CEO (Chief Executive Officer) vorsteht, kehrte erst jüngst wieder an die Führungsspitze zurück. Dell fertigt heute längst nicht mehr nur Desktop-Systeme, auch wenn der Desktop- und Notebookbereich mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes trägt. Inzwischen gehören auch Netzwerkrechner, Speichersysteme, Drucker und Workstations zum Produktportfolio der Texaner. Nach der Kooperation mit Lexmark, will Dell auch im Bereich Unterhaltungselektronik stärker Fuß fassen.

Daneben ist das Unternehmen durch seine PowerEdge-Produktlinie im Servermarkt vertreten, während sich das Unternehmen mit seinen PowerVault-Systemen im Speichermarkt engagiert. Mit seinem Precision-Workstations geht das Unternehmen einen von Sun dominierten Markt an. Die Desktop-Systeme der Reihe OptiPlex, sowie die Notebook-Serie Latitude sind dabei auf Geschäfts- und Firmenkunden zugeschnitten, während Dell mit seinen Dimension-PCs und Inspiron-Notebooks insbesondere private Anwender ansprechen will. Im High-End- und Spielesegment verstärkte sich Dell Anfang 2006 durch die Übernahme des PC-Spezialisten Alienware. Im Jahr 2007 kaufte Dell unter anderem ie Softwarespezialisten Zing Systems und ASAP Software zu.

Dell setzt in Sachen Vermarktung und Service vornehmlich auf seine gleichnamige Internet-Plattform. Über diesePlattform stellt das Unternehmen nicht nur Serviceleistungen und Support, wie den virtuellen Helfer Ask Dudley zur Verfügung, sondern erwirtschaftet gleichzeitig auch die Hälfte seiner Umsatzerlöse darüber. Insgesamt ist Dell heute mit mehr als 30.0000 technischen Support-Mitarbeitern in mehr als 170 Ländern weltweit präsent. Unternehmensgründer Michael Dell hält nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung am Unternehmen.

Zahlen

So berichtet Dell von einem Umsatzanstieg um vier Prozent auf 14,77 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn kletterte dabei auf 733 Mio. Dollar oder 32 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 502 Mio. Dollar oder 22 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Analysten hatten im Vorfeld zunächst nur mit Einnahmen von 14,63 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 32 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Dell führt das gute Abschneiden im jüngsten Quartal auf ein gutes Geschäft mit Geschäftsprodukten und Services sowie höhere durchschnittliche Verkaufspreise und niedrigere Komponentenkosten zurück. Insbesondere die Nachfrage nach neuen Inspiron und XPS Notebooks sei unerwartet stark ausgefallen, heißt es aus Texas.

Meldung gespeichert unter: Dell

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