Das Jahr der „letzten Meile“: BREKO legt Marschroute für 2013 fest

Donnerstag, 7. Februar 2013 15:01
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Gestern legte der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) auf seinem jährlichen Kick-off die Marschroute für das Jahr 2013 fest. Neben Vectoring wird sich der größte Festnetzbetreiberverband in Deutschland vor allem den Mietpreisen und der Bereitstellungsqualitäten der Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) - der so genannten letzten Meile - widmen. Der BREKO machte gegenüber der Vielzahl der anwesenden Mitgliedsunternehmen klar, dass nun die Bundesnetzagentur die Chance hat, den hart erkämpften Infrastrukturwettbewerb zu sichern.  

Bonn, 7. Februar 2013: Zur Jahreswende hat die Telekom einen Großangriff auf den Infrastrukturwettbewerb in Deutschland gestartet. Zunächst hat der Ex-Monopolist im vergangenen Dezember  bei der Bundesnetzagentur einen Antrag auf Änderung der Regulierungsverfügung für den Einsatz von Vectoring eingereicht, der in Wirklichkeit darauf abzielt, den Wettbewerbern den Zugang zur „letzten Meile“ umfangreich zu verweigern und deren Investitionen in den Breibandausbau zu entwerten. Dann folgte Mitte Januar ein Antrag auf eine gut 25-prozentige Erhöhung der monatlichen TAL-Entgelte. „Die Bundesnetzagentur steht damit in den kommenden Monaten vor erheblichen Weichenstellungen für die Zukunft des TAL-basierten Infrastrukturwettbewerbs. Sie hat aber auch gleichzeitig die Chance durch klare Entscheidungen, die seit über 15 Jahren erfolgreichen Geschäftsmodelle des Wettbewerbs zu erhalten beziehungsweise für die Zukunft Perspektiven zu eröffnen“, sagte Ralf Kleint, BREKO-Präsident, gestern auf dem Kick-off.

Die Veranstaltung des Verbandes – Sponsor war BREKO-Mitgliedsunternehmen CISCO – stand ganz im Zeichen des Breitbandausbaus in Deutschland. Sie machte vor allem klar, wie wichtig es ist, dass die Bundesnetzagentur in Sachen Entgeltverfahren die ökonomischen Grundlagen und Perspektiven des TAL-Wettbewerbs sichert. „Es liegt nun am Regulierer, durch eine deutliche Absenkung der Entgelte für die letzte Meile und insbesondere für den Zugang am Kabelverzweiger (KVz) ein Zeichen für weitere wettbewerbliche Investitionen zu setzen. Da fast ausschließlich die Wettbewerber die weißen Flecken mit Hochgeschwindigkeitsnetzen erschließen, werden auch die ambitionierten Breitbandziele der Bundesregierung nur zu erreichen sein, wenn man den Wettbewerbern über eine Absenkung des TAL-Preises die hierfür notwendigen Investitionsmittel belässt“, betonte Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer des BREKO.

Eine weitere Chance zur Stärkung des Infrastrukturwettbewerbs liegt für die Bundesnetzagentur in der ebenfalls anstehenden Neuregelung des Standardvertrages, der den  rechtlichen Rahmen des Zugangs zur Teilnehmeranschlussleitung bestimmt. „Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass es für einen reibungslosen Anbieterwechsel – und damit auch im Sinne der Verbraucher – dringend notwendig ist, den vertraglichen Rahmen für die Übernahme der Teilnehmeranschlussleitung durch einen Wettbewerber zu optimieren und dort insbesondere die dringend notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der Bereitstellungs- und Entstörqualität umzusetzen“, nimmt Kleint den Regulierer auch hier in die Pflicht.

Nachdem die Verbandsspitze den über 140 geladenen Mitgliedsunternehmen den BREKO Fahrplan 2013 vorgestellt hatte, sprach sich Keynote-Sprecher Dr. Karl-Heinz Neumann, Geschäftsführer und Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK), für den Wettbewerb aus: „Die Entscheidungen zu Vectoring werden bestimmen, wie der Wettbewerb der nächsten zehn Jahre in Deutschland aussehen wird. Entscheidend ist es, einen Investitionswettbewerb um Vectoring zu initialisieren. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die alternativen Netzbetreiber in Relation zur Wertschöpfung viermal so viel wie der Ex-Monopolist investieren.“

Den Abschluss des jährlichen Kick-Offs bildete eine Workshop-Reihe, bei der CISCO seine Serviceleistungen rund um eGovernance unter dem Stichwort smart + connected communities  vorstellte. Einblicke gab es auch zu dem erweiterten Produkt-Portfolio der BREKO Einkaufsgemeinschaft eG  - eine Initiative des BREKO. Neben bereits etablierten Mobilfunkprodukten soll es ab April 2013 IPTV, Multiscreen und Apps mit regionalem Content als White Label Lösung geben. 

Über den BREKO:

Der Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) repräsentiert den Großteil der Festnetzwettbewerber der Telekom Deutschland. Unsere Mitglieder vermarkten ihre Produkte vor allem auf Basis eigener Infrastruktur in Kombination mit dem entbündelten Teilnehmeranschluss (TAL) der Telekom Deutschland; vermehrt bieten sie aber auch eigene hochleistungsfähige Glasfaseranschlüsse direkt zum Kunden (FTTH/B) an.

Seit seiner Gründung im Jahre 1999 tritt der BREKO erfolgreich für den Infrastrukturwettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Die 140 BREKO-Unternehmen, darunter City- und Regionalcarrier sowie Stadtwerke versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete, die „weißen Flecken“, mit hochleistungsfähigen Glasfaseranschlüssen. Dazu haben sie im Jahre 2011 rund 1,5 Mrd. Euro investiert und dabei einen Umsatz in Höhe von etwa 7 Mrd. Euro erwirtschaftet. Damit leisten die BREKO-Unternehmen einen maßgeblichen Beitrag zum flächendecken Glasfaserausbau sowie zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung. Auch weiterhin sind die BREKO-Unternehmen zu Investitionen bereit. Vor diesem Hintergrund tritt der BREKO für verlässliche gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen ein, dazu gehören beispielsweise eine angemessene Regulierung von Vorleistungen und eine einheitliche Regulierung im gesamten Bundesgebiet. Der BREKO ist zudem maßgeblich an der Entwicklung von Open Access-Geschäftsmodellen beteiligt, bei denen die unternehmerische Freiheit bei der Ausgestaltung einer diskriminierungsfreien Zugangsgewährung an Dritte im Vordergrund steht.

Weitere Informationen finden Sie unter www.brekoverband.de.

Meldung gespeichert unter: BREKO

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