Das Internet in Echtzeit: Auf dem Weg zur Alltagskultur

Freitag, 15. Januar 2010 16:25
Google

MÜNSTER (IT-Times) - Immer wieder Google. Offenbar ist das, was der Suchmaschinenriese anfasst, auch der Trend, der im Internet verfolgt werden sollte. Gehen wir mal davon aus, dass da tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit dran ist, dann dürfte in 2010 kaum jemand, der sich mit dem Thema Web ein wenig intensiver beschäftigt, an dem Schlagwort "Echtzeit-Internet" oder aber "Realtime-Web" vorbei kommen. Was ist da dran?

So Einiges! Das gilt zumindest, wenn man den Worten von Google Glauben schenken darf. Zum Ende des letzten Jahres verkündete das Unternehmen, dass fortan Twitter-Nachrichten und andere Echtzeit-Inhalte in einer Box auf der Google-Hauptseite als Suchergebnis angezeigt werden können. Das neue Feature gibt es bereits auf allen englischsprachigen Google-Seiten. Schon bald soll es auch in anderen Sprachen verfügbar sein. Google erklärt dazu: „MySpace- und Facebook-Nutzer sollen künftig entscheiden können, was sie bei Google sehen wollen. Und so arbeitet man noch an einem standardisierten Software-Interface, so dass Facebook und MySpace in Echtzeit entsprechende Feeds auf die Google-Hauptseite liefern können. Twitter-Feeds werden bereits in Google-Ergebnissen berücksichtigt. Facebook- und MySpace-Updates sollen dann ab Februar in den Google-Suchergebnissen integriert sein.

Auch Bing, die Suchmaschine aus dem Hause Microsoft, die den Frontalangriff auf Google wagt, arbeitet fieberhaft an Realtime-Web-Angeboten. Zudem ist es zwar schön und gut, wenn die gerade neu getippten Feeds bei Google auftauchen, nur: Wem bringt das was? Die Suchmaschinen werden hierzu noch lernen müssen, die wichtigen Meldungen von den weniger wichtigen zu unterscheiden.

Eine Erfahrung, die Pioniere in Sachen Realtime-Web, wie zum Beispiel Collecta, OneRiot oder Topsy auch machen. Sie werden auch weiterhin daran arbeiten, ihre Pionierstellung zu halten. Aber - da braucht man sich nichts vorzumachen: Wenn Google mit Twitter, Facebook und MySpace gemeinsame Sache macht, dann kann man als kleiner Pionier fast nur hoffen, von einem dieser Großen gekauft zu werden - dass man es aus eigener Kraft schafft, selbst einer der Großen zu werden, darf zumindest nicht als selbstverständlich angenommen werden. Die Kunst wird darin gesehen, bei der Suche nach Echtzeit-Informationen, nicht nur die aktuellsten Infos zu filtern sondern auch diejenigen, die für den Suchenden tatsächlich relevant sind.

Die „Unsichtbare Hand“ auf der Grundlage von Software und Algorithmen

Eine weitere Aufgabe wird es sein, die Echtzeit-Analyse für unstrukturierte Daten voran zu bringen. Aktuell gelingt die Suche vor allem auf der Grundlage strukturierter Daten. Das ist zu verstehen, wenn man sich vor Augen führt, wo die Wurzeln der Echtzeit-Suche liegen: Sie stammen aus der Analyse und der Sichtung des Geschehens auf den weltweiten Finanzmärkten. Zudem stammen die ersten Software-Pakete zur Filterung von Daten aus der Umweltforschung. Die dabei verwendeten Modelle können nun auch wohl für die Suche im Internet angewendet werden. Und so gibt es verschiedene kleinere Softwareschmieden – insbesondere in den USA – die sich daran machen, auch Nachrichten, Bilder und Videos, die im Netz verfügbar sind, direkt und unmittelbar kategorisieren und auffindbar machen zu können. Damit könnte man zum Beispiel bei der Vergabe von Konzertkarten sekundenschnell die nachgefragte Menge erkennen, um im Bedarfsfall die Preise dafür anzupassen – sie steigen bei hoher Nachfrage, sie sinken bei niedriger Nachfrage. So wird in jedem Fall die Nachfrage abgeschöpft und die Vision der „unsichtbaren Hand“, die das Angebot und die Nachfrage auf freien Märkten lenkt, wird so auf einmal sichtbar – zumindest werden ihre Steuermechanismen für den Einzelnen spür- und damit auch nutzbar.

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