“Connected Worlds” – Willkommen in Utopia

Freitag, 26. Februar 2010, 14.17 Uhr

“Connected Worlds” – Willkommen in Utopia

A.T. Kearney Studie: Vernetzung der Welt über das Internet ist noch nicht in der Realität angekommen – durch eine konsequente Umsetzung können bis 2015 rund 200 Milliarden Euro an Umsatzpotenzialen gehoben werden

Düsseldorf, 26. Februar 2010 – Die Welt ist noch längst nicht so gut über das Internet vernetzt, wie es das weitläufig kursierende Schlagwort der „Connected Worlds“ glauben lassen mag. So nutzt der überwiegende Teil der Bevölkerung (80 Prozent) Computernetzwerke ausschließlich für Computer und Internet, während lediglich 12 Prozent ihre Hi-Fi-Ausstattung und weniger als 5 Prozent ihre Haustechnik in Kombination mit der häuslichen IT nutzen. Das Potenzial, das mit einer konsequenten und nachhaltigen Umsetzung von „Connected Worlds“ einhergeht, ist indes enorm: 200 Milliarden Euro an Umsatzpotenzialen lassen sich bis 2015 über alle Industrien hinweg heben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Top-Management-Beratung A.T. Kearney. Voraussetzung ist allerdings, dass bestehende Barrieren systematisch adressiert und überwunden werden. Auf Verbraucherseite sind es vor allem die Komplexität, die mangelnde Bedienbarkeit und die Sorge hinsichtlich der Datensicherheit und der informationellen Selbstbestimmung, die eine schnellere Entwicklung von „Connected Worlds“ hemmen. Auch Unternehmen zeigen Vorbehalte und fürchten vor allem Kontrollverlust über ihre Wertschöpfungsstufen. Zudem werden sie von fehlenden Standards ausgebremst. Aktuell wenden sie weit weniger als 10 Prozent ihrer Technologieinvestitionen für „Connected Worlds“-Funktionalitäten wie Collaboration oder Machine-to-Machine auf. Dabei sind viele Branchen zunehmend auf Vernetzung angewiesen: 2015 wird bereits die Hälfte aller B2B-Umsätze online getätigt.

Durch eine zunehmende IP-Breitbandabdeckung und immer leistungsfähigere Endgeräte hat das Zusammenwachsen von Festnetz, Mobilfunk und Informationstechnologie in jüngerer Vergangenheit beträchtlichen Rückenwind erhalten. Inzwischen ist die Vernetzung der Welt über das Internet in aller Munde. „Sogenannte ‚Connected Worlds‘, in der Menschen und Maschinen geräte- und ortsunabhängig zu jeder Zeit auf Informationen zugreifen und diese austauschen können, sind zweifelsfrei das Losungswort schlechthin für eine rosige Zukunft der ITK-Branche. Fraglich ist jedoch, inwieweit ‚Connected Worlds‘ tatsächlich schon Einzug in deutsche Haushalte und Unternehmen gehalten haben“, erklärt Axel Freyberg, Partner bei A.T. Kearney und Leiter der zentraleuropäischen Communications and High Tech Practice.

Wachstumstreiber „Connected Worlds“

So zeigt eine aktuelle A.T. Kearney-Studie, dass ‚Connected Worlds‘ noch längst nicht in der Mitte der Bevölkerung angekommen sind. Einer repräsentativen Befragung zufolge verwendet zwar jeder zweite Haushalt in Deutschland ein Computernetzwerk in Verbindung mit einem Breitbandanschluss, allerdings nutzt ein Großteil davon (80 Prozent) das Netzwerk einzig für Computer und Internet. Lediglich jeder achte Haushalt nutzt die häusliche IT überhaupt in Verbindung mit Fernseher oder Stereoanlage und weniger als 5 Prozent in Verbindung mit Hausgeräten.

Dabei hängt der Grad der Vernetzung von vielfältigen Faktoren ab. „Die Vernetzung ist hochgradig bildungs-, alters- und einkommensabhängig. Haushalte mit geringem Einkommen, einem niedrigen Bildungsniveau und hohem Alter fallen deutlich gegenüber dem Durchschnitt zurück“, erläutert Freyberg.

Hier werden von vielen Unternehmen mitunter wichtige Chancen vertan. „‚Connected Worlds‘ sind ein ganz wesentlicher Treiber für ein starkes Wirtschaftswachstum. Bis 2015 lassen sich durch eine konsequente Umsetzung industrieübergreifend Umsatzpotenziale von rund 200 Milliarden Euro heben. Vor allem für die Telekommunikations- und Dienstleistungsbranche können sich ‚Connected Worlds‘ als regelrechte Wachstums-Lokomotive erweisen. Voraussetzung ist allerdings, dass die bestehenden Barrieren systematisch und nachhaltig adressiert werden“, fasst Freyberg das zentrale Ergebnis der Studie zusammen.

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