Citrix Systems will kräftig wachsen

Freitag, 15. Juni 2007 00:00

(IT-Times) Der US-Softwarehersteller Citrix Systems (Nasdaq: CTXS, WKN: 898407) sieht sich weiter auf einen rapiden Wachstumskurs. Binnen fünf Jahren will das US-Softwarehaus seinen Umsatz auf über drei Mrd. US-Dollar verdreifachen. Entsprechend äußerte sich Citrix-Chef Mark Templeton in dieser Woche in einem Handelsblatt-Interview.

Erreichen will man dieses Ziel zum einen durch neue Produkte und zum anderen durch weitere Firmenzukäufe. Diese Strategie hat Citrix bereits in den vergangenen Jahren vorexerziert. Expertcity, NetScaler, Net6, Reflectent Software sind nur einige Beispiele der durchgeführten Akquisitionen in den letzten Jahren.

Citrix weiter im Kaufrausch

Ende 2006 schlug übernahm Citrix dann mit Ardence einen Server-Spezialisten, der Administratoren in die Lage versetzen soll, bestehende Citrix-Server-Farmen künftig noch schneller mit neuen Servern zu ergänzen. Citrix erhofft sich durch den Zukauf zusätzliche Einnahmen von 15 bis 18 Mio. Dollar im laufenden Jahr.

Mitte März schlug Citrix erneut zu und schluckte den Spezialisten für Load Testing Software ThinGenius. Die schottische Firma, bekannt durch seine Lösung TLoad, soll Citrix EdgeSight Überwachungstechnik ergänzen, heißt es. Ziel es, Citrix als einen der führenden Anbieter im Bereich Netzwerk-Anwendungen zu positionieren. Dies scheint dem Unternehmen auch immer besser zu gelingen. Die Erlöse in diesem Bereich wuchsen im ersten Quartal um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das stärkste Wachstum verzeichnet Cisco derzeit allerdings im Bereich Online-Colloboration-Produkte. Die Produktgruppe rund um die Lösungen GoToMeeting und GoToWebinar legte um 138 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

Doch bislang scheint sich das Wachstumspotential noch nicht gänzlich im Aktienkurs niederzuschlagen. Noch immer überwiegen die Schatten des Bilanzskandals um rückdatierte Aktienoptionen das fundamentale Umfeld. Erst am Mittwoch gestand Citrix ein, man die Ergebnisse rückwirkend bis zum Jahr 1996 wohl korrigieren müsse. Bis zum 30. Juli 2007 hat man nunmehr Zeit, um den Geschäftsabschluss für 2006 und des ersten Quartals 2007 vorzulegen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1989 gegründete und in Fort Lauderdale/Florida ansässige Citrix Systems wird seit 1995 an der Technologiebörse Nasdaq notiert. Das Unternehmen schaffte in der Vergangenheit vor allem durch seine MetaFrame-Software (vormals WinFrame) den Aufstieg in die erste Liga der Softwareanbieter. Citrix´ MetaFrame Application Server erlaubt es innerhalb von Unix- oder Windows-basierten Systemen, Anwendungen anderer Betriebssysteme von einem zentralen Server aus zu starten. Dieses System soll dem jeweiligen Anwender einerseits eine größtmögliche Flexibilität einräumen und andererseits Kosten für Firmen in Form von geringerem Speicherbedarf senken. Nachdem das Citrix-System im Wesentlichen für Software aus dem Hause Microsoft optimiert war, arbeitet MetaFrame seit Jahren auch auf Unix-Systeme, sowie auf Suns Solaris-Plattform.

Neben der MetaFrame-Produktfamilie bietet Citrix auch so genannte Access Portal Software an. Damit sollen Mitarbeiter schnell und einfach auf Inhalte und Softwarelösungen der Zentrale zugreifen können, ohne lange Installationsroutinen und Vertragskonditionen abarbeiten zu müssen. Citrix liefert de facto damit auch die technologische Plattform für das ASP-Geschäft.

Insgesamt setzen heute mehr als 120.000 Firmenkunden weltweit auf Softwarelösungen aus dem Hause Citrix. Zu Das Unternehmen gilt inzwischen als Pionier und Marktführer im Zusammenhang mit dem virtuellen Arbeitsplatz außerhalb des Büros, denn Citrix-Software ist neben dem Extranet auch im Intranet, als auch im Internet und drahtlosen Kommunikationsnetzen einsetzbar. Zu den Kunden des Softwarehauses zählen neben AT&T, auch Ericsson, IKEA und Emerson sowie die deutschen Sparkassen. Darüber hinaus kooperiert Citrix neben seinem Vertriebsnetz bestehend aus mehr als 7.000 Händlern, mit weiteren Technologieunternehmen wie mit IBM und Oracle.

Neben dem Softwaregeschäft, welches inzwischen auch Lösungen für Handheld-Computer umfasst, bietet Citrix auch Beratung und Support an. Auch diverse Softwareprodukte rund um den Bereich Load-Balancing zählen zum Produktportfolio des Softwareanbieters. Ende 2003 verstärkte sich Citrix mit der Übernahme des Softwarespezialisten Expertcity (GoToMyPC, GoToAssist) für 225 Mio. Dollar. Ende 2004 kaufte Citrix den Sicherheitsspezialisten Net6. Mitte 2005 übernahm Citrix den Sicherheitsspezialisten NetScaler für 302 Mio. Dollar. Im Frühjahr 2006 kaufte Citrix den Client-Server-Softwarespezialisten Reflectent Software. Mitte 2006 folgte die Übernahme des WAN-Spezialisten Orbital Data, wobei gegen Jahresende der Spezialist Ardence zugekauft wurde. Im Frühjahr 2007 schluckte Citrix den Test-Softwareanbieter ThinGenius.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2007 meldet Citrix einen Umsatzanstieg auf 308 Mio. Dollar, ein Plus von 18 Prozent nach Einnahmen von 260 Mio. Dollar im Jahr vorher. Die Produktlizenzerlöse zogen um sieben Prozent an, wobei die Einnahmen aus Update-Lizenzen um 20 Prozent kletterten.

Im Online-Servicebereich zogen die Erlöse um 49 Prozent auf 47 Mio. Dollar an. Die Technik-Umsätze, welche das Support-Geschäft umfassen, legten um 28 Prozent zu. Im Rahmen des bestehenden Aktienrückkaufprogramms stehen Citrix noch 330 Mio. Dollar für Aktienrückkäufe zur Verfügung.

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