Citrix Systems trotzt der Konjunkturflaute

Donnerstag, 30. Oktober 2008 12:55
Citrix

(IT-Times) Der US-Softwarehersteller Citrix Systems (Nasdaq: CTXS, WKN: 898407) gehörte zuletzt zu den wenigen Softwarefirmen, die trotz der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Ausblick für das laufende Jahr noch einmal anhoben.

Dabei scheint das Softwarehaus nunmehr von seinen Investitionen der vergangenen Jahre zu profitieren. Citrix war in 2007 durch die Übernahme von XenSource in den Virtualisierungsmarkt eingestiegen. Seither wurde die Firmenstrategie stark auf XenSource ausgerichtet. Etwa die Hälfte der Citrix-Produkte sind unbenannt worden. Aus Metaframe wurde XenApp und aus Desktop Server wurde Xen Desktop. Schlüssel-Manager von XenSource, wie Simon Crosby, wurden zum Chief Technology Officer befördert, um das Wachstum im Virtualisierungsmarkt voranzutreiben.

Virtualisierungsgeschäft legt kräftig zu
Diese Strategie könnte sich bei einer möglichen Rezession auszahlen. Zwar gilt auch der Virtualisierungsmarkt nicht als rezessionsresistent, doch das Geschäft mit Server- und Desktop-Virtualisierung bei Citrix wächst derzeit nach wie vor in einem atemberaubenden Tempo. Im dritten Quartal verdoppelte sich der Umsatz mit XenServer und XenDesktop-Produkten gegenüber dem Vorquartal auf 7,0 Mio. US-Dollar. Zwar ist das Geschäft noch vergleichsweise klein, doch Citrix setzt alle Hebel in Bewegung, um in diesen Bereich stärker zu fördern.

So konnte Citrix das Quartal mit 3.300 Partnern beenden, die als autorisierte Händler Citrix XenServer-Produkte verkaufen dürfen. Zudem stellte man im dritten Quartal nicht nur die fünfte Version von XenServer vor, sondern brachte gleichzeitig auch XenApp 5 an den Start. Citrix Vice President Ian Pratt sieht dann auch noch weiteres Potential für Virtualisierungslösungen.

Zum einen könnten Kunden mit Virtualisierung umgehend Geld sparen, was angesichts der lahmenden Konjunktur ein wichtiger Aspekt ist, zum anderen glaubt der Citrix-Manager im Interview mit ZDNet UK, dass virtualisierte Smartphones nicht mehr lange auf sich warten lassen werden.

Zudem dürfte die Virtualisierung auch im Embedded-Markt Einzug halten, ist sich Pratt sicher. Mit diesen Wachstumsaussichten im Rücken, kann Citrix trotz Finanz- und Wirtschaftskrise beruhigt in die Zukunft blicken, zumal man noch auf Barreserven von über 800 Mio. Dollar sitzt…

Kurzportrait

Die im Jahre 1989 gegründete und in Fort Lauderdale/Florida ansässige Citrix Systems wird seit 1995 an der Technologiebörse Nasdaq notiert. Das Unternehmen schaffte in der Vergangenheit vor allem durch seine MetaFrame-Software (vormals WinFrame) den Aufstieg in die erste Liga der Softwareanbieter. Citrix´ MetaFrame Application Server erlaubt es innerhalb von Unix- oder Windows-basierten Systemen, Anwendungen anderer Betriebssysteme von einem zentralen Server aus zu starten. Dieses System soll dem jeweiligen Anwender einerseits eine größtmögliche Flexibilität einräumen und andererseits Kosten für Firmen in Form von geringerem Speicherbedarf senken. Nachdem das Citrix-System im Wesentlichen für Software aus dem Hause Microsoft optimiert war, arbeitet MetaFrame seit Jahren auch auf Unix-Systeme, sowie auf Suns Solaris-Plattform.

Neben der MetaFrame-Produktfamilie bietet Citrix auch so genannte Access Portal Software an. Damit sollen Mitarbeiter schnell und einfach auf Inhalte und Softwarelösungen der Zentrale zugreifen können, ohne lange Installationsroutinen und Vertragskonditionen abarbeiten zu müssen. Citrix liefert de facto damit auch die technologische Plattform für das ASP-Geschäft. Durch die Übernahme von XenSource in 2007 stieg Citrix in das Geschäft mit Virtualisierungslösungen ein.

Insgesamt setzen heute mehr als 120.000 Firmenkunden weltweit auf Softwarelösungen aus dem Hause Citrix. Zu Das Unternehmen gilt inzwischen als Pionier und Marktführer im Zusammenhang mit dem virtuellen Arbeitsplatz außerhalb des Büros, denn Citrix-Software ist neben dem Extranet auch im Intranet, als auch im Internet und drahtlosen Kommunikationsnetzen einsetzbar. Zu den Kunden des Softwarehauses zählen neben AT&T, auch Ericsson, IKEA und Emerson sowie die deutschen Sparkassen. Darüber hinaus kooperiert Citrix neben seinem Vertriebsnetz bestehend aus mehr als 7.000 Händlern, mit weiteren Technologieunternehmen wie mit IBM und Oracle.

Neben dem Softwaregeschäft, welches inzwischen auch Lösungen für Handheld-Computer umfasst, bietet Citrix auch Beratung und Support an. Auch diverse Softwareprodukte rund um den Bereich Load-Balancing zählen zum Produktportfolio des Softwareanbieters. Ende 2003 verstärkte sich Citrix mit der Übernahme des Softwarespezialisten Expertcity (GoToMyPC, GoToAssist) für 225 Mio. Dollar. Ende 2004 kaufte Citrix den Sicherheitsspezialisten Net6. Mitte 2005 übernahm Citrix den Sicherheitsspezialisten NetScaler. Im Frühjahr 2006 kaufte Citrix den Client-Server-Softwarespezialisten Reflectent Software. Mitte 2006 folgte die Übernahme des WAN-Spezialisten Orbital Data, wobei gegen Jahresende der Spezialist Ardence zugekauft wurde. Im Frühjahr 2007 schluckte Citrix den Test-Softwareanbieter ThinGenius. Im Herbst 2007 wurde die Übernahme des Virtualisierungsspezialisten XenSource abgeschlossen. Gleichzeitig schluckte Citrix den Softwarespezialisten QuickTree.

Zahlen

So berichtet der Softwarehersteller von einem Umsatzzuwachs von 14 Prozent auf 398,6 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 349,9 Mio. Dollar im Jahr vorher. Während das Geschäft mit Produkt-Lizenzen um 12 Prozent zulegte, klettere das Online-Servicegeschäft um 17 Prozent. Das Geschäft mit Lizenz-Updates zog um 14 Prozent an.

Der Gewinn schrumpfte dabei allerdings um 19 Prozent auf 49,1 Mio. Dollar oder 26 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 60,7 Mio. Dollar oder 33 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Citrix im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 80 Mio. Dollar oder 43 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen leicht übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 391,5 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 37 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Citrix

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