Cisco Systems im Wandel - mehr Softwareservices sollen es richten

Vom Hardware- zum Softwareserviceanbieter

Dienstag, 20. August 2013 14:05
Cisco Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der weltweit größte Netzwerkausrüster Cisco Systems befindet sich im Umbruch. Ein schwächeres Kerngeschäft in Asien und auf den europäischen Märkten zwingt Cisco zu einem umfangreichen Personalabbau. Insgesamt 4.000 Stellen oder fünf Prozent der Arbeitsplätze sollen dem Rotstift zum Opfer fallen.

Der Schachzug überrascht viele Marktbeobachter, konnte Cisco Systems im jüngsten Quartal Rekordzahlen bei Umsatz und operativen Gewinn melden. Auch der operative Cashflow von 4,0 Mrd. Dollar war ein weiterer Rekord. Zudem gilt Cisco als hochprofitabel.

Technologischer Wandel zwingt Cisco zur Verlagerung von Ressourcen
Warum also der Stellenabbau, fragen sich nicht nur Investoren. Neben dem schwachen Asien- und Europageschäft macht der technologische Wandel dem Router-Hersteller zu schaffen. Der Router-Gigant muss sich verändern, will Cisco Systems (Nasdaq: CSCO, WKN: 878841) bei neuen Technologien wie Cloud Computing, Mobile Device Management und Internet-Sicherheit ein Wörtchen mitreden.

Entsprechend müssen Ressourcen in neue Wachstumsbereiche verlagert und das Personal im ehemaligen Kerngeschäft abgebaut werden, um die Profitabilität zu wahren. Cisco-Chef John Chambers bezeichnete die Maßnahme im Interview mit CNBC als Teil der Wachstumsstrategie. Die Märkte bewegen sich so schnell, hierauf müsse auch Cisco reagieren. Die Einschnitte seien notwendig, um das Unternehmen langfristig effizient zu managen. Insgesamt gibt sich der Cisco-Chef zuversichtlich, dass der Router-Hersteller weiterhin die Nummer eins unter den IT-Firmen bleiben wird.

Cisco kauft sich ein Stück Wachstum
Die Zuversicht kommt nicht von ungefähr. In den letzten Monaten hatte sich Cisco in Wachstumsbereichen verstärkt. 180 Mio. Dollar ließ sich Cisco die Übernahme von Composite Software kosten, einem führenden Anbieter von Datenvirtualisierungssoftware.

Besonders loben Analysten aber die Übernahme von Sourcefire, einen Anbieter von Cyber-Security-Lösungen. Diese Übernahme ließ sich Cisco 2,7 Mrd. Dollar kosten. Nicht ohne Grund: Firewall- und Malware-Schutz gewinnen im digitalen und mobilen Zeitalter immer mehr an Bedeutung.

Cisco bot zwar bislang bereits Sicherheitslösungen an, aber keine derart leistungsstarken Netzwerküberwachungslösungen, wie sie Sourcefire offeriert. Die Herausforderungen in puncto Sicherheit werden für Cisco-Kunden jeden Tag komplexer, so Cisco Vice President Christopher Young. Genau da will Cisco ansetzen und künftig mehr Softwareservices anbieten, nachdem sich das Wachstum im Hardware-Geschäft zunehmend verlangsamt.

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1984 und in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose ansässig, schaffte das Unternehmen vor allem in den 90er Jahren den Aufstieg zum Weltkonzern. Bedingt durch eine aggressive Expansionspolitik - das Unternehmen kaufte allein von 1993 bis heute mehr als 100 Unternehmen - gelang es dem Hightech-Konzern auch in andere Geschäftsfelder zu expandieren. Heute operiert Cisco vor allem aus fünf Geschäftsbereichen heraus: USA und Kanada, Europäische Märkte, Emerging Markets, Asien Pazifik und Japan. Künftig will sich Cisco vor allem auf fünf Kernsegmente konzentrieren: Core-Routing, Switching und Services, Collaboration, Data Center Virtualization und Cloud Video, sowie Architekturen für Business-Transformation.

In den vergangenen Jahren war Cisco vor allem durch Übernahmen gewachsen.

Anfang 2007 schloss Cisco die Übernahme des Softwarespezialisten Tivella ab. Gleichzeitig kaufte Cisco den Sicherheitsspezialisten IronPort sowie den Anbieter von Web-Konferenzsysteme WebEx Communications und den Spezialisten BroadWare Technologies. Bis Mitte 2008 wurde der Home-Networking-Spezialist Pure Networks sowie die dänische DiviTech übernommen. Mit Jabber und PostPath folgten zwei weitere kleinere Zukäufe im Softwarebereich. Anfang 2009 wurde SaaS-Spezialist ScanSafe übernommen. Im Herbst 2009 gab Cisco die Übernahme des Videokonferenzspezialisten Tandberg bekannt, die in 2010 abgeschlossen wurde. Im Dezember 2009 schloss der Router-Hersteller die Übernahme von Starent Networks ab. In 2010 wurde der optische Netzwerkspezialist CoreOptics sowie MOTO Development übernommen, später Arch Rock Corporation hinzugekauft. Anfang 2011 kaufte Cisco den Spezialisten newScale. Mitte 2011 wurde der Spezialist BNI Video übernommen. Anfang 2012 schluckte Cisco den US-Netzwerkspezialisten Lightwire, Mitte 2012 wurde der Spezialist NDS Group Ltd übernommen. Ebenfalls in 2012 wurde Meraki aufgekauft. In 2013 kaufte Cisco weiter ein und übernahm mit Cariden Technologies BroadHop und Intucell sowie Ubiquisys weitere Firmen. Mitte 2013 verstärkte sich Cisco durch die Übernahme von zwei weiteren Firmen: Composite Software und Sourcefire.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2013 meldete Cisco Systems einen Umsatzanstieg um fünf Prozent auf 12,2 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn wuchs dabei auf 2,5 Mrd. US-Dollar oder 46 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 2,17 Mrd. Dollar oder 40 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen erwirtschaftete Cisco Systems einen Nettogewinn von 51 US-Cent je Aktie, womit der Router-Hersteller die Markterwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man zuvor lediglich mit einem Nettogewinn von 49 US-Cent je Aktie bei Einnahmen von 12,18 Mrd. Dollar gerechnet.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Cisco Systems

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