Cisco Systems geht im Switch-Markt in die Offensive

Switch-Markt

Donnerstag, 20. September 2012 14:48
Cisco Systems Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der weltweit größte US-Netzwerkausrüster Cisco Systems kämpft weiter darum, zu alter Stärke zurückzufinden. Nunmehr gab das Unternehmen bekannt, sich aus kleineren Märkten zurückzuziehen.

Cisco zieht sich aus dem Markt für Load-Balancing-Produkte zurück
So wird Cisco Systems (Nasdaq: CSCO, WKN: 878841) künftig keine neuen Versionen seiner Load-Balancing-Produktreihe mehr anbieten, wie die Nasdaq berichtet. Damit wird es künftig keine neuen Versionen der Application Control Engine geben, womit Cisco den Markt Unternehmen wie F5 Networks, Akamai und Citrix Systems überlässt. Hintergrund ist der fundamentale Wandel im Datacenter-Markt, nachdem immer mehr Virtualisierungs- und Cloud-Services Einzug halten.

Dagegen will Cisco in anderen Marktbereichen in die Offensive gehen. Bestes Beispiel ist die neue Algo Boost Technik Cisco Nexus 3548 mit Algorithmus Boost, mit der ein Netzwerkzugang binnen 190 Nanosekunden (eine Milliardste einer Sekunde) hergestellt werden kann.

Cisco will mit dem Nexus 3548 Arista herausfordern
Die neue Technik soll 60 Prozent schneller sein als alle anderen vergleichbaren Produkte, heißt es bei Cisco Systems. Mit den neuen Produkten geht Cisco den Markt für sogenannte "low latency" Switching-Systeme an, indem sich bislang Spezialisten wie Arista Networks und andere kleine Spezialisten tummeln.

Bei Arista reagiert man gelassen auf den Vorstoß des Branchengiganten. In vielerlei Hinsicht liege Cisco vier Jahre zurück, so Andy Bechtolsheim, Arista Chairman und Co-Founder von Sun Microsystems. Cisco Senior Vice President David Yen lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass man Arista Networks ernsthaft herausfordern will.

Der Grund ist einfach: Der Markt für sogenannte low-latency Hardware wächst schnell. Die Marktforscher aus dem Hause Infonetics Research, welche die Industrie beobachten, glauben, dass der Markt im vierten Quartal 2012 bereits ein Volumen von 977 Mio. US-Dollar erreichen wird, nach 628 Mio. Dollar im ersten Quartal 2012.

Cisco hat mit seinem Produkt einen wichtigen Schritt nach vorne getan, um in diesem Markt aufzuholen, glauben Experten wie ZK Research Analyst Zeus Kerravala.

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1984 und in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose ansässig, schaffte das Unternehmen vor allem in den 90er Jahren den Aufstieg zum Weltkonzern. Bedingt durch eine aggressive Expansionspolitik - das Unternehmen kaufte allein von 1993 bis heute mehr als 100 Unternehmen - gelang es dem Hightech-Konzern auch in andere Geschäftsfelder zu expandieren. Heute operiert Cisco vor allem aus fünf Geschäftsbereichen heraus: USA und Kanada, Europäische Märkte, Emerging Markets, Asien Pazifik und Japan. Künftig will sich Cisco vor allem auf fünf Kernsegmente konzentrieren: Core-Routing, Switching und Services, Collaboration, Data Center Virtualization und Cloud Video, sowie Architekturen für Business-Transformation.

In den vergangenen Jahren war Cisco vor allem durch Übernahmen gewachsen. Nach der Übernahme von Andiamo Systems und Psionic Software in 2002, wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Software- und Netzwerkspezialisten Okena, SignalWorks, Linksys Group, Latitude Networks, Parc Technologies, Procket Networks, Actona Technologies, Protego Networks, der Netzwerkspezialist BCN Systems, Jahi Networks, NetSolve und der WLAN-Spezialist Airespace aufgekauft.

Später setzte Cisco seine Einkaufstour fort und übernahm mit FineGround Networks einen WAN-Optimierer. Mit KiSS Technology A/S, Sheer Networks und Nemo Systems wurden im Jahresverlauf weitere Firmen zugekauft. Anfang 2006 schloss Cisco die Übernahme des set-top Box-Spezialisten Scientific-Atlanta ab. Danach folgten mit Meetinghouse Data Communications und der zwei Startup-Firmen Metreos und Audium kleinere Übernahmen. Gleichzeitig kaufte Cisco den InfiniBand-Spezialisten Topspin. Im Spätsommer erwarb Cisco schließlich mit 80 Prozent die Mehrheit an den Datensystemspezialisten Nuovo Systems.

Anfang 2007 schloss Cisco die Übernahme des Softwarespezialisten Tivella ab. Gleichzeitig kaufte Cisco den Sicherheitsspezialisten IronPort sowie den Anbieter von Web-Konferenzsysteme WebEx Communications und den Spezialisten BroadWare Technologies. Bis Mitte 2008 wurde der Home-Networking-Spezialist Pure Networks sowie die dänische DiviTech übernommen. Mit Jabber und PostPath folgten zwei weitere kleinere Zukäufe im Softwarebereich. Anfang 2009 wurde SaaS-Spezialist ScanSafe übernommen. Im Herbst 2009 gab Cisco die Übernahme des Videokonferenzspezialisten Tandberg bekannt, die in 2010 abgeschlossen wurde. Im Dezember 2009 schloss der Router-Hersteller die Übernahme von Starent Networks ab. In 2010 wurde der optische Netzwerkspezialist CoreOptics sowie MOTO Development übernommen, später Arch Rock Corporation hinzugekauft. Anfang 2011 kaufte Cisco den Spezialisten newScale. Mitte 2011 wurde der Spezialist BNI Video übernommen. Anfang 2012 schluckte Cisco den US-Netzwerkspezialisten Lightwire, Mitte 2012 wurde der Spezialist NDS Group Ltd übernommen.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2012 meldet Cisco Systems einen Umsatzanstieg auf 11,7 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 11,2 Mrd. US-Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn kletterte dabei um 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,9 Mrd. US-Dollar oder 36 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 1,2 Mrd. Dollar oder 22 US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Cisco einen Nettogewinn von 47 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten spürbar übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Nettogewinn von 40 US-Cent je Aktie und mit Einnahmen von 11,6 Mrd. Dollar kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Cisco Systems

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