Cisco bleibt auf Kurs - keine Übernahme von EMC

Freitag, 8. August 2008 12:55
Cisco Systems Unternehmenslogo

(IT-Times) Der US-Netzwerkausrüster Cisco Systems (Nasdaq: CSCO, WKN: 878841) konnte im jüngsten Quartal mit soliden Zahlen aufwarten. Umsatz und Gewinn lagen leicht über den Markterwartungen. Profitiert hat Cisco dabei vor allem von stärkeren Wachstumsraten in Schwellenländern wie in China, Indien, Mexiko, Russland und Brasilien.

Für das laufende Quartal erwartet Cisco allerdings nur ein Umsatzwachstum von acht Prozent. Zwar bleibt Cisco damit hinter den eigenen langfristigen Zielvorgaben zurück, dennoch zeigten sich Marktteilnehmer überrascht, dass der Router-Hersteller seine Prognosen infolge der schwachen US-Konjunktur nicht deutlicher zurücknimmt. Im Gegenteil: Für das nachfolgende zweite Fiskalquartal erwartet Cisco wieder eine Beschleunigung des Wachstums auf 8,5 Prozent. Langfristig hält Cisco-Chef John Chambers an seinen Prognosen fest, wonach der Umsatz um 12 bis 17 Prozent jährlich wachsen soll.

Keine Übernahme von EMC - zumindest vorerst
Darüber hinaus erteilte der Cisco-Chef Spekulationen um eine bevorstehende Übernahme des Speichergiganten EMC eine Absage. „Wir sind derzeit nicht in Verhandlungen mit einer größeren Firma“, so der Cisco-Manager in einem Interview mit CNBC. Ende Juli stieg der EMC-Aktienkurs deutlich an, nachdem Gerüchte um eine bevorstehende Übernahme publik wurden. Als Übernahmeinteressent fiel immer wieder der Name Cisco Systems.

Cisco ist für seine aggressive Akquisitionsstrategie bekannt. In den letzten Jahren übernahm der Netzwerkgigant zahlreiche Firmen, wobei sich das Unternehmen dabei hauptsächlich auf kleinere und mittelgroße Netzwerkspezialisten beschränkte. Daran soll sich auch kurz- bis mittelfristig nichts ändern, stellt Chambers klar.

Cisco glaubt an Home-Networking
Stattdessen streckt Cisco seine Fühler weiter in Richtung Home-Networking aus. Nachdem sich Cisco vor Jahren hier bereits durch die Übernahme von Linksys verstärkt hatte, kaufte der Router-Hersteller Ende Juli den Home-Networking-Spezialisten Pure Networks. Mit dem Produkt Tool Network Magic soll es auch Laien einfach und schnell möglich sein, ein Netzwerk im eigenen Haus einzurichten.

Spielte der Markt für Home-Networking-Ausrüstung zur Jahrtausendwende kaum eine Rolle, hat sich dies inzwischen dramatisch geändert. Nach Schätzungen der Marktforscher aus dem Hause In-Stat/MDR ist der Markt für diese Art der Netzwerkausrüstung in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Nachdem der Markt im Jahr 2004 bereits ein Volumen von rund 8,3 Mrd. Dollar erreicht hat, erwarten die Marktforscher für das Jahr 2008 bereits einen Branchenumsatz von 17,1 Mrd. Dollar in diesem Bereich…

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1984 und in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose ansässig, schaffte das Unternehmen vor allem in den 90er Jahren den Aufstieg zum Weltkonzern mit einem Jahresumsatzvolumen von mehr als 30 Mrd. Dollar. Bedingt durch eine aggressive Expansionspolitik – das Unternehmen kaufte allein von 1993 bis heute mehr als 85 Unternehmen – gelang es dem Hightech-Konzern auch in andere Geschäftsfelder zu expandieren. Nach der Übernahme von Andiamo Systems und Psionic Software in 2002, wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Softwarespezialisten Okena, SignalWorks und Linksys Group aufgekauft. Im Jahr 2003 folgte bereits die Übernahme von Latitude Networks, einem Spezialisten für Web-Konferenzsysteme. Im Jahr 2004 kaufte Cisco den Softwarespezialisten Parc Technologies, sowie den Router-Spezialisten Procket Networks und den Speicher- und Softwareanbieter Actona Technologies. Ende 2004 übernahm Cisco dann den Sicherheitsspezialisten Protego Networks. Gleichzeitig schluckte Cisco die Netzwerkspezialisten BCN Systems, Jahi Networks und NetSolve. Anfang 2005 kaufte Cisco den WLAN-Spezialisten Airespace. Im Mai setzte Cisco seine Einkaufstour fort und übernahm mit FineGround Networks einen WAN-Optimierer. Mit KiSS Technology A/S, Sheer Networks und Nemo Systems wurden im Jahresverlauf weitere Firmen zugekauft. Anfang 2006 schloss Cisco die Übernahme des set-top Box-Spezialisten Scientific-Atlanta für 6,9 Mrd. Dollar ab. Danach folgten mit Meetinghouse Data Communications und der zwei Startup-Firmen Metreos und Audium kleinere Übernahmen. Gleichzeitig kaufte Cisco den InfiniBand-Spezialisten Topspin. Im Spätsommer erwarb Cisco schließlich mit 80 Prozent die Mehrheit an den Datensystemspezialisten Nuovo Systems. Anfang 2007 schloss Cisco die Übernahme des Softwarespezialisten Tivella ab. Gleichzeitig kaufte Cisco den Sicherheitsspezialisten IronPort sowie den Anbieter von Web-Konferenzsysteme WebEx Communications und den Spezialisten BroadWare Technologies. Mitte 2008 wurde der Home-Networking-Spezialist Pure Networks übernommen.

Heute kontrolliert Cisco Systems nicht nur den Markt für Internet-Router, sondern gilt auch als einer der führenden Ausrüster der Telekomindustrie. Inzwischen entwickelt das Unternehmen aber nicht nur Router- und Switching-Technik, sondern bietet auch Lösungen rund um Server- und Management-Software, als auch Produkte rund um den Bereich Internet-Telefonie (VoIP) an. Entwicklungen rund um das Segment optische Netzwerke, Sicherheitslösungen, sowie drahtlose Kommunikations- und Webkonferenzsysteme runden das Produktportfolio ab.

Zahlen

Für das abschließende vierte Fiskalquartal 2008 meldet Cisco einen Umsatzanstieg um zehn Prozent auf 10,4 Mrd. US-Dollar. Das Geschäft mit US-Firmenkunden wuchs um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit schneller als der Gesamtumsatz. Dabei konnte Cisco seinen Gewinn um vier Prozent auf 2,01 Mrd. US-Dollar oder 33 US-Cent je Aktie steigern, nach einem Plus von 1,93 Mrd. Dollar oder 31 US-Cent je Aktie im Jahr zuvor.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen blieb unter dem Strich ein Nettogewinn von 40 US-Cent je Aktie, womit Cisco die Gewinnerwartungen um einen Cent übertreffen konnte. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 10,3 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 39 US-Cent je Aktie gerechnet.

Für das abgeschlossene Fiskaljahr 2008 meldet Cisco einen Umsatzanstieg auf 39,5 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 34,9 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn kletterte dabei auf 8,1 Mrd. Dollar oder 1,31 Dollar je Aktie, nach einem Plus von 7,3 Mrd. Dollar im Jahr zuvor.

Markt und Wettbewerb

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