ChinaCache kommt unter die Räder - technischer Rückstand erfordert weitere Investitionen

Freitag, 13. Mai 2011 13:45
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(IT-Times) - Die Aktien von Chinas führendem CDN- und Hosting-Spezialisten ChinaCache International Holdings gerieten zuletzt kräftig unter die Räder, obwohl das Unternehmen zuletzt einen Umsatzzuwachs von 80 Prozent ausweisen konnte. Am Vortag verloren die Papiere weitere 7,8 Prozent an Wert.

Der Grund für den rasanten Kursverfall ist nicht nur in dem margenschwachen Geschäft zu suchen, auch drohen dem Unternehmen weitere Investitionen, wollen die Chinese im internationalen Geschäft mithalten. Der Content-Delivery-Network (CDN) Markt in China gilt bereits als äußerst wettbewerbsintensiv, was im vergangenen Jahr zu massiven Preisrückgängen für CDN-Services in China geführt hat. Die Investitionsspielräume für den chinesischen CDN-Anbieter sind allerdings eher begrenzt, zu gering sind die Gewinne, die das Unternehmen erwirtschaftet.

Chinas Video- und Internet-Portale setzen auf eigene CDN-Systeme
Zudem sehen sich die etablieren Player in China einem weiteren Problem gegenüber. Große Videoportale wie Tudou, Youku, und Ku6 haben nach Angaben von Brancheninsidern ihre eigenen CDN-Systeme aufgebaut, während die vier größten Internet-Portale Chinas (Tencent, Sina etc.) zwar Kapazitäten zukaufen, jedoch ebenfalls zum Großteil auf eigene CDN-Systeme setzen.

Zwar konnte ChinaCache (Nasdaq: CCIH, WKN: A1C597) mit der Baidu-Tochter Qiyi.com einen Prestige-Kunden aus dem Videoportalgeschäft gewinnen, der große Durchbruch auf dem Videomarkt ist bisher jedoch ausgeblieben - Branchengrößen wie Youku.com Tudou setzen weiterhin auf eigene CDN-Systeme.

Zu gering scheinen die Kosten- bzw. Technologievorteile für Videoportale, um auf den Betrieb eines eigenen CDN-Netzes zu verzichten. Auch zeigt sich der technologische Rückstand gegenüber CDN-Anbieter aus Übersee nicht zuletzt durch Kostenkontrolle und Automatisierungsmechanismen.

Technischer Rückstand erzwingt weitere Investitionen
Während der Marktführer Akamai zehn Minuten benötigt, um einen Neukunden ans Netz anzubinden, brauchen chinesische CDN-Anbieter einen Tag, um einen Neukunden einzubinden, nachdem der Kunde komplexe Formulare ausgefüllt hat. Während Akamai im Schnitt vier Mitarbeiter benötigt, um tausende Server zu betreuen, kämpfen selbst in kleinen chinesischen CDN-Centern zahlreiche Administratoren und Wartungsspezialisten, um den Service aufrecht zu erhalten.

Ein Zustand, der im internationalen Geschäft nicht zu halten sein dürfte. ChinaCache wird daher kräftig in Technologie und den Ausbau seines Serviceangebots investieren müssen, will das Unternehmen mehr sein, als ein Reseller von Brandbreiten...

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und in Beijing ansässige ChinaCache ist der marktführende Hosting- und Content-Delivery-Spezialist in China. Das Unternehmen bietet seit dem Jahr 2000 Content- und Application Delivery Services im Reich der Mitte an und war das erste Unternehmen, dass keine Telekom-Provider-Lizenz vom chinesischen Industrie- und Informationsministerium benötigte.

ChinaCache betreibt ein umfassendes Server- und Netzwerkknoten in China, um entsprechende Services für Internet-, Medien-, Gaming- und Telekomfirmen bereitzustellen. Zu den Kunden von ChinaCache zählen unter anderem lokale TV-Sender wie Jiangsu Broadcasting, als auch Microsoft China. Unter anderem stellt ChinaCache entsprechende CDN-Services für die Microsoft-Suchmaschine Bing in China bereit.

Um sein Web-Hosting- und CDN-Serviceangebot zu erweitern, bietet ChinaCache inzwischen auch Cloud Services an. Diese werden durch File-Transferservicedienste und Managed Internet Services ergänzt.

Im Jahr 2005 gründete ChinaChache mit ChinaCache Network Technology (ChinaCache Beijing) eine eigene PRC-Einheit. In 2007 schloss ChinaCache eine Partnerschaft mit RawFlow, um Peer-to-Peer Streaming-Services in China vermarkten. Zudem erhielt ChinaChace in 2007 31,5 Mio. Dollar Venture-Kapital von Intel Capital und Ignition Partners. Seit 2009 unterhält ChinaCache auch Operationen in Korea, wobei das Unternehmen inzwischen auch Netzwerknoten in London und Frankfurt in Betrieb genommen hat.

Zu den Technologiepartnern des Unternehmens zählen namhafte Technikfirmen wie Adobe System, die Compuware-Tochter Gomez, der Speicherspezialist NetApp und der Softwarekonzern Microsoft. Im Telekombereich kooperiert ChinaCache unter anderem mit China Mobile, China Unicom und der China Telecom.

Neben dem Hauptsitz in Beijing, unterhält ChinaCache noch weitere Niederlassungen in Shanghai, Shenzhen, sowie in Los Angeles.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: ChinaCache International Holdings

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