Chance für Vodafone - Ende des iPhone-Vermarktungsmonopols rückt näher

Donnerstag, 7. Oktober 2010 13:54
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(IT-Times) - Der britische Mobilfunkgigant Vodafone Group Plc trennte sich zuletzt von China Mobile-Anteilen und will sich weiter verschlanken. Man wolle sich auf Kernkompetenzen konzentrieren und vor allem den Anteilseignern eine entsprechende Rendite bieten, heißt es aus dem Konzern.

Neben dem Verkauf von Geschäftsanteilen steigen tatsächlich die Chancen, dass die Umsätze und Gewinne bei Vodafone künftig wieder kräftiger sprudeln werden. Hintergrund sind Spekulationen, wonach das iPhone-Monopol wichtiger Vodafone-Konkurrenten schon im Oktober fallen könnte.

Chancen für Vodafone in Deutschland und den USA
Schon am 28. Oktober soll Vodafone (Nasdaq: VOD, WKN: A0KDXE) in Deutschland nach Medienberichten zufolge das iPhone 4 vermarkten dürften, womit das exklusive Vermarktungsrecht des deutschen Marktführers T-Mobile enden würde. Damit würde Vodafone in Deutschland die Chance erhalten, aufzuschließen. Derzeit liegt Vodafone in Deutschland mit 34,8 Millionen Kunden auf Platz zwei hinter der deutschen Telekom, die über die Marke T-Mobile rund 37 Millionen Mobilfunkkunden betreut.

Auch in den USA bahnt sich ein Wechsel an. Wie das Wall Street Journal schreibt, soll noch bis Jahresende ein CDMA iPhone entwickelt werden, welches von Verizon Wireless vermarktet werden soll. Verizon Wireless ist ein Joint Venture zwischen Verizon und Vodafone, an dem Vodafone eine 45%ige Beteiligung hält. Verizon soll dann Anfang 2011 mit der Vermarktung des CDMA iPhones beginnen, heißt es. Bislang fungierte im US-Markt AT&T als exklusiver Carrier für das Apple-Handy.

Vodafone will in Italien kräftig investieren
Zudem kündigte Vodafone an, rund eine Mrd. Euro in den Ausbau des italienischen Mobile-Breitbandnetzes investieren zu wollen. Das Geld soll in den nächsten drei bis vier Jahren investiert werden.

Laut Vodafone sei das mobile Breitband der beste Weg, einen kostengünstigen Internetzugang für solche Regionen zur Verfügung zu stellen, die noch nicht mit einer drahtgebundenen Breitbandlösungen an das weltweite Datennetz angebunden sind. Vodafone will so die Abdeckung von bis zu 1.000 italienische Dörfer sicherstellen und damit den Weg für die Erschließung neuer Umsatzquellen bereiten…

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 gegründete Vodafone Group Plc ist einer der weltweit größten Mobilfunknetzbetreiber und Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen. Das Unternehmen bietet sowohl, Sprach- und Datenservices an ist mit seinem Serviceangebot sowohl in Europa, wie auch in Afrika, in Asien und im Mittleren Osten aktiv. Insgesamt betreute Vodafone international zuletzt mehr als 340 Millionen Mobilfunkkunden.

Durch eigene Niederlassungen bzw. durch Tochterfirmen betreibt Vodafone rund 7.600 eigene Verkaufsläden weltweit, über die das Unternehmen Mobilfunkverträge samt Mobiltelefone vermarktet. Das Vodafone-Angebot umfasst dabei sowohl Prepaid- wie auch Mobilfunkverträge mit einer längeren Laufzeit. Vodafone bietet seinen Kunden eine ganze Reihe von Smartphones, darunter auch das iPhone, das BlackBerry Bold, als auch verschiedene Samsung- und HTC-Modelle mit Vertrag an. Mit dem Vodafone 150 bietet das britische Unternehmen das eigenen Angaben zufolge das weltweit billigste Handy für unter 15 US-Dollar an - mit dem Gerät visiert Vodafone insbesondere Kunden in Schwellen- und Entwicklungsländer an.

In Europa ist Vodafone vor allem mit den Marken Vodafone, SFR, Neuf Cegetel, sowie Arcor, Tele2 und TeleTu präsent. Neben Mobilfunkservices bietet Vodafone aber auch eine ganze Reihe von Datenservices an. Dazu zählen unter anderem Computer- und Internetverbindungsservices und Roaming. PC Connectivity Services vermarktet Vodafone über seine Einheit Vodafone Mobile Broadband. Vodafone unterhält Beteiligungen an Mobilfunkbetreibern in 27 Ländern sowie Kooperationen in 33 weiteren Ländern.

Im Frühjahr 2009 kaufte Vodafone 15 Prozent der Anteile an der afrikanischen Vodacom Group, womit Vodafone seine Beteiligung an dem Mobilfunk-Carrier auf 65 Prozent erhöhte. Vodacom ist einer der führenden Mobilfunknetzbetreiber in Südafrika mit mehr als 23 Millionen Kunden.

Gleichzeitig betreibt Vodafone gemeinsam mit Verizon das Joint Venture Verizon Wireless. Während Verizon 65 Prozent der Anteile hält, kontrolliert Vodafone 45 Prozent der Anteile. Verizon Wireless gilt als der größte Mobilfunk-Carrier in den USA im Bezug auf die Kundenzahl.

In 2007 stieg Vodafone großflächig in den indischen Markt durch die Übernahme von Hutchison Essar ein. Vodafone sicherte sich für 13,1 Mrd. Dollar 67 Prozent der Anteile. Es war der größte Zukauf von Vodafone seit der Übernahme von Mannesmann im Jahr 2000. Daneben hält Vodafone noch eine 4,4%ige Beteiligung an dem indischen Mobilfunk-Carrier Bharti Airtel.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2010 meldet Vodafone einen Umsatz von 11,62 Mrd. Britische Pfund - ein Zuwachs von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 10,58 Mrd. Pfund auf Erlöse aus Telefondienstangeboten, was einem Zuwachs um 4,9 Prozent entspricht. Die sonstigen Umsätze der Vodafone Group lagen bei 675 Mio. Pfund.

Die gemeldeten Umsätze der Vodafone Group in Europa fielen gegenüber dem Vorquartal um 4,2 Prozent (organisch minus 1,7 Prozent) auf 6,76 Mrd. Pfund, wobei die Märkte in Großbritannien und Deutschland ein organisches Umsatzwachstum erzielen konnten. Rückläufige Umsatzerlöse meldeten hingegen Vodafone-Dependancen in Südeuropa. Der Bereich Afrika und Zentraleuropa legte indes um 29,8 Prozent (organisch plus 3,8 Prozent) auf 2,04 Mrd. Pfund zu. Mit einem Umsatzbeitrag von 1,8 Mrd. Pfund konnte Vodafone im Bereich Asien/Pazifik und Mittlerer Osten ein Plus von 21,3 Prozent (organisch plus 10,5 Prozent) verbuchen.

Meldung gespeichert unter: Vodafone

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