centrotherm photovoltaics vor großen Herausforderungen

Montag, 15. Dezember 2008 13:01
centrotherm photovoltaics

(IT-Times) Im Zuge des Booms in der Solarbranche konnten sich auch die Anlagen- und Maschinenbauer wie centrotherm photovoltaics AG (WKN: A0JMMN) über volle Auftragsbücher freuen. Doch im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise kämpft auch die einst verwöhnte Solarindustrie mit Gegenwind. Insbesondere Großprojekte lassen sich nicht mehr so einfach finanzieren. Zudem sieht sich die Branche mit Überkapazitäten und sinkenden Preisen gegenüber. Viele Solarmodule- und Zellenhersteller haben daher ihre Investitions- und Kapazitätserweiterungspläne zunächst verschoben.

Alternativ-Materialien auf dem Vormarsch
Zudem steht noch nicht fest, welche Anlagen in der Zukunft benötigt werden. Bislang wurden Solarzellen meist durch aufbereitetes Silizium gefertigt. Doch inzwischen haben viele Hersteller Versuche mit alternativen Materialien gestartet. So setzt zum Beispiel die amerikanische First Solar auf Dünnschichtzellen aus Cadmium Telluride. IBM hat jüngst eine Technologiekooperation mit der Harvard University bekannt gegeben, um neuartige Solarzellen auf Plastik-Basis zu entwickeln.

Andere Hersteller wie Nanosolar, Global Solar Energy, Miasole und Helovolt setzen hingegen auf CIGS, eine Kombination aus Kupfer-, Indium-, Gallium- und Selenide-Verbindungen. „CIGS wird die große Story in 2009 sein, da wir wissen, dass viele Firmen Multi-Megawatt an CIGS-Produktionskapazitäten in 2009 aufbauen wollen“, meint Solar-Experte Travis Bradford, der als President dem Prometheus Institute vorsteht.

Neue Herstellungsverfahren sollen Industrie revolutionieren
In diesem Herstellungsverfahren will auch Big Blue mitmischen. Der US-Technologiekonzern IBM hat zehn Jahre in ein CIGS-Herstellungsverfahren investiert, dessen Ziel es ist, Solarzellen mit einem Wirkungsgrad von 15 Prozent hervorzubringen. Dabei will IBM bisherige CIGS-Herstellungsverfahren (Co-Evaporation) ablösen und durch eigene chemische Herstellungsverfahren ersetzen. Die Herstellung von Solarzellen auf CIGS-Basis soll deutlich schneller und vor allem stromsparender über die Bühne gehen, verspricht IBM.

Die Solarbranche steht unter hohen Druck, seine Fertigungsverfahren und Wirkungsgrade weiter zu verbessern, denn immer noch hängt die Industrie am Subventionstropf der Regierungen. Die jetzige Wirtschafts- und Finanzkrise könnte den Druck auf die Hersteller noch einmal verstärken, womit nicht nur bisherige Fertigungsverfahren, sondern auch Materialien wie reines Solarsilizium vor dem Aus stehen.

Anlagenbauer und Solarsiliziumspezialisten wie centrotherm stehen damit sehr großen Herausforderungen in der Zukunft gegenüber, um auf den Wandel der Zeit frühzeitig zu reagieren, um nicht den Anschluss zu verlieren…

Kurzportrait

Die in Blaubeuren ansässige centrotherm photovoltaics AG ging im Jahre 1976 aus der gegründeten centrotherm Elektrische Anlagen GmbH + Co. KG hervor. Das Unternehmen sieht sich heute als einer der weltweit führenden Anbieter von Technologien, Ausrüstung und zur Herstellung von Solarsilizium, Solarzellen und Dünnschichtmodulen. Centrotherm bietet dabei die komplette Produktpalette an, die für die Herstellung von Siliziumprodukten bis zur fertigen Solarzelle benötigt wird.

Centrotherm operiert im Wesentlichen von zwei Geschäftsbereichen heraus. Der Geschäftsbereich Solarzellen bietet schlüsselfertige Produktlinien für die Produktion von kristallinen Solarzellen und Dünnschichtmodulen an. Dienstleistungen rund um die Fertigung von Solarzellen runden das Produktangebot ab.

Im Geschäftsbereich Solarsilizium bietet centrotherm über seine Tochter centrotherm SiTec GmbH Engineering Dienstleistungen und Ausrüstung für die Herstellung von Solarsilizium an, womit Solarzellenhersteller ihre eigene Rohstoffversorgung decken können. Auch die auf Vakuumtechnik und Plasmatechnologien spezialisierte FHR Anlagenbau GmbH ist eine Tochter der centrotherm. Inzwischen bietet centrotherm über seine Tochter GP Solar auch optische Messsysteme (GP Solar Inspect) an, welche die Qualitätskontrolle bei Wafer- und Solarzellen- sowie Modulprodukten verbessern sollen.

Im November 2008 verstärkte sich centrotherm im Siliziumbereich und schluckte den Maschinenbauer Michael Glatt Maschinenbau GmbH. Die Gesellschaft gilt als Marktführer im Bereich Druckbehälter und Apparate, die auch in der Produktion von Solarsilizium zum Einsatz kommen. Zuvor hatte centrotherm bereits den Solarsilizium-Spezialisten SolMic GmbH hinzugekauft.

Neben dem Hauptsitz in Deutschland, ist centrotherm auch mit Niederlassungen im Ausland aktiv. Im Jahr 2008 hat das Unternehmen mit der 100%igen Tochter centrotherm photovoltaics Italia S.R.L. eine Niederlassung in Italien gegründet. Mit der 100%igen Tochter centrotherm photovoltaics USA Inc ist das Unternehmen auch in den USA präsent. Insgesamt beschäftigte centrotherm zuletzt rund 900 Mitarbeiter. Zu den namhaften Kunden der Gesellschaft zählen Branchengrößen wie Q-Cells, Er-Sol, Sunways oder Suniva.

Zahlen

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz der centrotherm photovoltaics AG von 91,7 Mio. Euro auf 236,9 Mio. Euro. Mit einem Anteil von 62 Prozent wurde der größte Teil der Erlöse erneut in Asien erzielt.

Meldung gespeichert unter: centrotherm photovoltaics

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