centrotherm photovoltaics: In Asien spielt die Musik

Dienstag, 26. April 2011 12:59
centrotherm photovoltaics

BLAUBEUREN (IT-Times) - Die centrotherm photovoltaics AG, deutscher Solarausrüster, steigerte in den letzten Monaten Umsatz und Ergebnis, erweiterte die Kapazitäten, musste allerdings auch Marktanteile einbüßen. Um weiterhin weltweit in der ersten Liga der Solarausrüster mitzuspielen, wagte das Unternehmen jüngst einen weiteren wegweisenden Schritt nach Asien.

Asien im Fokus

Demnach setzt man bei centrotherm auf den indischen Markt. Um die dortige Präsenz zu stärken wird centrotherm ein Tochterunternehmen gründen. Man ist bereits mit Tochterunternehmen in China, Korea, Singapur und Taiwan vertreten. Nach eigenen Angaben werden bereits jetzt mehr als 80 Prozent des Unternehmensumsatzes im asiatischen Raum erwirtschaftet. Die neue Tochtergesellschaft wird in Bangalore angesiedelt. Damit will man unmittelbar von den relativ neu aufgelegten indischen Solarsubventionen unter dem Titel „National Solar Mission“ profitieren. Diese von der indischen Landesregierung begründete Maßnahme sieht vor, bis 2022 die Solarstromkapazitäten auf etwa 20 Gigawatt auszubauen. Zudem schreibt sie vor, dass Solarzellen, die im indischen Markt eingesetzt werden sollen, auch in Indien produziert werden müssen. Diese Marktpotenziale will centrotherm nun durch das Tochterunternehmen nutzen.

Forschungskooperation für einen höheren Wirkungsgrad

Erst vor wenigen Wochen gab centrotherm photovoltaics bekannt, dass mit der Berliner Forschungsstelle PVcomB einen Kooperationsvertrag im Bereich Dünnschicht abgeschlossen wurde. Gemeinsam setzt man sich das Ziel, die Prozesstechnologie zur Produktion von Dünnschicht-Solarmodulen weiterzuentwickeln. PVcomB ist Teil des Helmholtz-Zentrums Berlin (HBZ). Nun hoffen die zwei Forschungspartner, neue Entwicklungen schnell „auf einer industrierelevante Linie“ zu skalieren. Man rechet sowohl mit Fortschritten im Bereich der Prozesskontrolle als auch mit Steigerungen des Wirkungsgrades.

Verlust von Marktanteilen

Sicherlich darf man behaupten, dass centrotherm photovoltaics weltweit sehr gut aufgestellt ist. Durch die aktive Bearbeitung neuer Zielländermärkte und durch die hohe Bedeutung, die den eigenen F&E-Aktivitäten beigemessen wird, wird sich das Unternehmen voraussichtlich in der Champions League der internationalen Solarausrüster behaupten können. Bei aller Euphorie sollte aber im Blick bleiben, dass die Konkurrenz nicht schläft. In 2010 verlor das Unternehmen den zweiten Platz der weltweit größten Solarausrüster und musste ihn an GT Solar abtreten. Größe allein ist indes nicht alles. In einem umkämpften Markt wie dem Solarmarkt, ist es auch relevant, dass die Margen und der Cash-Flow stimmen. Und beides ist bei centrotherm photovoltaics auf der Grundlage aktueller Zahlen intakt.

Kurzportrait

Die in Blaubeuren ansässige centrotherm photovoltaics AG ging im Jahre 1976 aus der gegründeten centrotherm Elektrische Anlagen GmbH + Co. KG hervor. Das Unternehmen sieht sich heute als einer der weltweit führenden Anbieter von Technologien und Ausrüstung zur Herstellung von Solarsilizium, Solarzellen und Dünnschichtmodulen. centrotherm bietet dabei die komplette Produktpalette an, die für die Herstellung von Siliziumprodukten bis zur fertigen Solarzelle benötigt wird. centrotherm operiert im Wesentlichen aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Solarzelle & Modul bietet schlüsselfertige Produktlinien für die Produktion von kristallinen Solarzellen und Dünnschichtmodulen an. Dienstleistungen rund um die Fertigung von Solarzellen runden das Produktangebot ab.

Im Geschäftsbereich Silizium & Wafer bietet centrotherm über die Tochtergesellschaft Centrotherm SiTec GmbH Engineering Dienstleistungen und Ausrüstung für die Herstellung von Solarsilizium an, womit Solarzellenhersteller ihre eigene Rohstoffversorgung decken können. Auch die auf Vakuumtechnik und Plasmatechnologien spezialisierte FHR Anlagenbau GmbH ist eine Tochtergesellschaft von centrotherm. Inzwischen bietet centrotherm über das Tochterunternehmen GP Solar auch optische Messsysteme (GP Solar Inspect) an, welche die Qualitätskontrolle bei Wafer- und Solarzellen- sowie Modulprodukten verbessern sollen. Im November 2008 verstärkte sich centrotherm im Siliziumbereich und schluckte den Maschinenbauer Michael Glatt Maschinenbau GmbH. Die Gesellschaft gilt als Marktführer im Bereich Druckbehälter und Apparate, die auch in der Produktion von Solarsilizium zum Einsatz kommen. Zuvor hatte centrotherm bereits den Solarsilizium-Spezialisten SolMic GmbH hinzugekauft.

Neben dem Hauptsitz in Deutschland, ist centrotherm auch mit Niederlassungen im Ausland aktiv. Im Jahr 2008 hat das Unternehmen mit der 100prozentigen Tochtergesellschaft centrotherm photovoltaics Italia S.R.L. eine Niederlassung in Italien gegründet. Mit der 100prozentigen Tochtergesellschaft centrotherm photovoltaics USA Inc. ist das Unternehmen auch in den USA präsent. In 2010 gründete centrotherm noch eine weitere Tochtergesellschaft in Shanghai (China) sowie eine Tochtergesellschaft in Indien. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Branchengrößen wie Q-Cells, Ersol, Sunways oder Suniva. Zudem kündigte man an, mit der Reis GmbH & Co. KG Maschinenfabrik gemeinsam Lösungen für schlüsselfertige Produktionslinien zur Herstellung kristalliner Solarzellen und Module anzubieten und weiterzuentwickeln. Ende des Jahres 2010 beteiligte sich centrotherm mit 14,4 Prozent an dem taiwanesischen CIGS-Dünnschicht-Solarmodulhersteller Sunshine PV Corp. An den deutschen Standorten Blaubeuren, Konstanz, Dresden, Burghausen und Abensberg sowie den internationalen Service- und Vertriebsgesellschaften in Europa, Asien und den USA sind derzeit mehr als 1.400 Mitarbeiter beschäftigt.

Zahlen

Auf Grundlage der guten Ergebnisse aus 2010 wird centrotherm in 2011 erstmalig eine Dividende ausschütten. Sie soll je Aktie bei 0,50 Euro liegen. Zudem sei eine einmalige Bonusdividende von 0,20 Euro je Stückaktie angesetzt worden. Über die Ausschüttung entscheidet am 18. August 2011 die Hauptversammlung. In Abhängigkeit zur Unternehmensentwicklung soll auch in den kommenden Geschäftsjahren eine Dividende geplant werden.

Meldung gespeichert unter: centrotherm photovoltaics

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