Centrosolar mit dem Rücken zur Wand

Donnerstag, 14. Mai 2009 13:34
Centrosolar Group

(IT-Times) - Der Münchner Solarspezialist Centrosolar Group AG (WKN: 514850) kämpft derzeit mit großen Problemen. Nicht nur der anhaltende Preisverfall bei Solarmodulen macht dem Unternehmen schaffen, auch das geplante Joint Venture Itarion Solar mit Qimonda ist für das Unternehmen zur Belastung geworden.

Zukunft von Itarion Solar ungewiss
Durch die Insolvenz des Münchner DRAM-Herstellers ist die Zukunft des Solar-Ventures in Portugal mehr als ungewiss. Zwar war die Qimonda Solar GmbH von der Insolvenz zunächst nicht direkt betroffen, doch es dürfte unwahrscheinlich sein, dass Qimonda Solar die notwendige Kapitalbasis für den langfristigen Aufbau und Fortführung der Produktion in Portugal mitbringt.

Vielmehr dürfte Centrosolar auf sich allein gestellt sein. Daher führt das Unternehmen derzeit Gespräche mit dem Unternehmen, wie es weiter gehen soll. Eine Entscheidung darf man im Laufe des zweiten Quartals erwarten. Ob für Qimonda ein anderer Investor bzw. Technologiepartner einspringt, bleibt fraglich.

Hintergrund ist der drastische Preisverfall bei Solarzellen, der die Hersteller weltweit dazu zwingt, Expansionspläne zu verschieben. Aufgrund des herrschenden Übernahmeangebots auf dem Markt für Solarzellen dürfte es für Centrosolar mehr als schwierig werden, einen anderen Partner zu finden, der das Verlustrisiko trägt. Insbesondere wenn die Preise für Solarzellen weiter im Keller bleiben oder weiter fallen, wonach es derzeit auf dem Spot-Markt aussieht.

Sollten die Gespräche mit Qimonda Solar scheitern und kein neuer Partner gefunden werden, droht Centrosolar ein Totalverlust bei seinem Abenteuer in Portugal. Das Unternehmen beziffert den hierdurch resultierenden Kapitalbedarf auf weitere 18 Mio. Euro, sollte Qimonda Solar seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Centrosolar hat ein Kostenproblem
Neben dem ungelösten Problem mit Itarion Solar, sieht sich Centrosolar im Kerngeschäft noch einem Kostenproblem gegenüber. Das Unternehmen ist im ersten Quartal - auch wegen den Anlaufkosten für die Zellenproduktion in Portugal - in die Verlustzone gerutscht und hat beim operativen Ergebnis (EBITDA) ein Minus von sechs Mio. Euro eingefahren. Ob das Unternehmen mit seinem Optimierungsprogramm die Kostenstrukturen wieder in den Griff bekommt, bleibt abzuwarten. Insgesamt steht die gesamte Branche aber vor einer Zeitenwende, die viele Anbieter nicht überleben werden….

Kurzportrait

Die Centrosolar Group AG mit Hauptsitz in München, wurde im Jahr 2005 gegründet und gilt als einer führenden Photovoltaik-Unternehmen in Deutschland mit der Konzentration auf Dachanlagen. Das Kerngeschäft bilden Komplettanlagen für Privathaushalte, sowie gebäudeintegrierte Solaranlagen für Gewerbeimmobilien oder Freiland-Anlagen.

Das Unternehmen bietet dabei sowohl kristalline Solarmodule, als auch Dünnschichtmodule an. Auch Solarglas für Photovoltaik- und Solarthermik-Anlagen gehören zum Produktportfolio der Gesellschaft. Daneben hat sich Centrosolar auf die Projektierung und Erstellung von Solaranlagen in der Größenordnung von 0,3 bis 0,5 Megawatt im Industriebereich spezialisiert.

Das Unternehmen bietet seine Produkte unter den Marken Centrosolar, Biohaus und Solara an. Unter der Marke Biohaus werden kristalline Module vertrieben, die Sonderausführungen für Dachziegel beinhalten. Bei diesen Modulen setzt Biohaus vor allem auf die Weiterverarbeitung von Zellen namhafter Hersteller wie Q-Cells, Sunways und Ersol. Die Weiterverarbeitung erfolgt mit transparenten Solarglas mit Anti-Reflex-Beschichtung von Sunarc und Centrosolar Glas.

Unter der Marke Solara werden hochwertige Premium-Module vertrieben, die höchsten Qualitätsanforderungen genügen. Dabei handelt es sich um Premium-Modelle, die ausschließlich in Deutschland gefertigt werden.

Unter der Marke Solarstocc PV vertreibt Centrosolar Komplettanlagen sowie Wechselrichter über den Fachgroßhandel. Neben einer Produktionsstätte in den Niederlanden (Doesburg), unterhält Centrolsolar noch eine weitere Fabrik in Wismar. Gemeinsam mit Qimonda Solar betreibt Centrosolar das Joint Venture Itarion Solar. Zum Unternehmen gehören die 100%igen Tochterfirmen Ubbink Econergy Solar GmbH, sowie Centrosolar Glas GmbH & Co KG, Solarstocc AG, die Solara AG, die Solarsquare AG sowie die Biohaus PV Handels GmbH. Seinen Anteil an der niederländischen Ubbink Solar Modules B.V. stockte Centrosolar zuletzt auf 100 Prozent auf.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Centrosolar Group

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