Centrosolar fürchtet massive Pleitewelle in der Solarindustrie - Aktien brechen ein

Freitag, 24. Februar 2012 13:18
Centrosolar Group

(IT-Times) - In der deutschen Solarbranche herrscht Alarmstufe Rot. Die Koalition in Berlin will die Solarförderung schon zum 9. März um 30 Prozent kürzen. Ab April sollen große Solarparks mit rund 30 Prozent weniger an Förderung auskommen, Hausanlagen 20 Prozent weniger gefördert werden. Ein Aufschrei geht durch die deutsche Solarindustrie.

Der Münchner Solarspezialist und Dachanlagenanbieter Centrosolar Group AG (WKN: 514850) will mit einer Protestaktion (E-Card, symbolische Werksschließung) die Kürzungspläne der Regierung stoppen. Centrosolar-Chef Alexander Kirsch äußerte sich gegenüber der Passauer PNP, dass die geplanten Kürzungen zu einem Zusammenbruch der Nachfrage führen werde. Eine Pleitewelle in der Solarindustrie sei vorprogrammiert, so der Manager.

Solaranbieter können nicht mehr kostendeckend arbeiten
Bei den angepeilten Kürzungen sei trotz Kostensenkungen kein Geld mehr zu verdienen. Kirsch glaubt, dass selbst die Billig-Produzenten in China kein Geld mehr verdienen können, sollte es bei den anvisierten Kürzungen bleiben. SolarWorld-Chef Frank Asbeck bezeichnete die Pläne der Regierung "unverantwortlich". Gleichzeitig rechnet Asbeck damit, dass sich der deutsche Solarmarkt in diesem Jahr halbieren wird.

Die Koalition sah sich zum Handeln gezwungen, nachdem die deutsche Solarindustrie in 2011 einen Rekordzubau von 7.500 Megawatt verzeichnete. Die Kosten für den Verbraucher sind inzwischen immens. Durch die Umlage auf die Stromkosten zahlt jeder Haushalt in Deutschland fast 70 Euro für die Solarförderung über die Stromrechnung.

Ob das von der IG Metall geforderte Nothilfe-Programm, Bürgschaften sowie zinsgünstige Darlehn deutsche Solarfirmen retten kann, darf bezweifelt werden. Branchenexperten wie Centrosolar-Chef Kirsch sehen einfach den Spielraum für weitere massive Kostensenkung als begrenzt. Durch den technischen Fortschritt und durch die Massenfertigung habe die Branche bereits ihre Kosten drastisch gesenkt. Die Kurve der Kostendeckung geht nicht mehr so steil weiter nach oben, so Kirsch gegenüber dem NDR.

1.000 Arbeitsplätze bei Centrosolar gefährdet
Bei Centrosolar sieht man durch die Kürzungspläne allein in Deutschland 1.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz beträgt bei Centrosolar inzwischen über 60 Prozent, Marktbeobachter gehen allerdings davon aus, dass ein Zusammenbruch des deutschen Solarmarktes aber auch Centrosolar empfindlich treffen wird.

Mit dem Hauptaktionär Centrotec Sustainable AG (26%ige Beteiligung) hat Centrosolar allerdings einen starken Partner im Rücken, der dem Unternehmen in der Krise beistehen könnte. Ansonsten droht Centrosolar ein ähnliches Szenario wie Solon - der Solarpionier hatte bereits im Dezember 2011 Insolvenz beantragt.

Kurzportrait

Die Centrosolar Group AG mit Hauptsitz in München, wurde im Jahr 2005 gegründet und gilt als einer führenden Photovoltaik-Unternehmen in Deutschland mit der Konzentration auf Dachanlagen. Das Kerngeschäft bilden Komplettanlagen für Privathaushalte, sowie gebäudeintegrierte Solaranlagen für Gewerbeimmobilien oder Freiland-Anlagen. Neben dem Hauptsitz in München ist das Unternehmen noch mit Standorten in Standorten in Hamburg, Paderborn und Kempten vertreten. Weitere Tochtergesellschaften werden in Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Großbritannien, der Schweiz, den Niederlanden, USA und Kanada betrieben. Weitere Tochterfirmen sind die Centrosolar Glas für Modulglas und die Renusol für Befestigungssysteme.

Das Unternehmen bietet dabei sowohl kristalline Solarmodule, als auch Dünnschichtmodule an. Auch Solarglas für Photovoltaik- und Solarthermik-Anlagen gehören zum Produktportfolio der Gesellschaft. Daneben hat sich Centrosolar auf die Projektierung und Erstellung von Solaranlagen in der Größenordnung von 0,3 bis 0,5 Megawatt im Industriebereich spezialisiert.

Das Unternehmen bietet seine Produkte unter den Marken Centrosolar, Biohaus und Solara an. Unter der Marke Biohaus werden kristalline Module vertrieben, die Sonderausführungen für Dachziegel beinhalten. Bei diesen Modulen setzt Biohaus vor allem auf die Weiterverarbeitung von Zellen namhafter Hersteller wie Q-Cells, Sunways und Ersol. Die Weiterverarbeitung erfolgt mit transparenten Solarglas mit Anti-Reflex-Beschichtung von Sunarc und Centrosolar Glas.

Unter der Marke Solara werden hochwertige Premium-Module vertrieben, die höchsten Qualitätsanforderungen genügen. Dabei handelt es sich um Premium-Modelle, die ausschließlich in Deutschland gefertigt werden. Zuletzt stellte Centrosolar sein neues Komplettpaket "Cenpac" vor, welches aus Qualitätsmodulen, einem Wechselrichter und einem passenden Montagesystem zur Aufdachinstallation besteht. Cenpac kann nach Centrosolar-Angaben auf allen Dächern installiert werden.

Unter der Marke Solarstocc PV vertreibt Centrosolar Komplettanlagen, als auch Wechselrichter über den Fachgroßhandel. Centrosolar betreibt eine Modulproduktionsfabrik in Wismar und ein Solarglaswerk in Fürth. Im Herbst 2009 zog sich Centrosolar aus dem portugiesischen Joint-Venture Itarion Solar zurück.

Zum Unternehmen gehören die Tochterfirmen Ubbink Econergy Solar GmbH, sowie Centrosolar Glas GmbH & Co KG, Centroplan GmbH, Renusol GmbH, Centrosolar America, Centrosolar Italia, Centrosolar Fotovoltaico Espana, Centrosolar Benelux, Solarstocc AG, die Solara AG, die Solarsquare AG sowie die Biohaus PV Handels GmbH. Seinen Anteil an der niederländischen Ubbink Solar Modules B.V. stockte Centrosolar auf 100 Prozent auf. Hauptaktionär der Gesellschaft Centrosolar ist mit ca. 26% ist die Centrotec Sustainable AG.

Meldung gespeichert unter: Centrosolar Group

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