CDC hofft auf seine Spielesparte

Freitag, 14. November 2008 13:04
CDC

(IT-Times) Der chinesische Software- und Spielespezialist CDC Corp (Nasdaq: CHINA, WKN: A0EAKF) kam in den vergangenen Monaten deutlich unter die Räder. Zum einen entwickelte sich das Kerngeschäft Software rückläufig, zum anderen musste das Unternehmen einen höheren Verlust als im Vorjahr ausweisen. Zudem musste CDC den Abgang seines Chief Operating Officers James McDevitt verkraften.

Infolge der sich eintrübenden Konjunktur trennten sich viele Investoren von CDC-Aktien und trieben hierdurch den Aktienkurs des chinesischen Software- und Spielespezialisten unter die Marke von einem US-Dollar. Das Unternehmen hat bereits auf den Abschwung reagiert und seine Kosten zuletzt stark gesenkt. Nunmehr scheint das Unternehmen die ersten Früchte seines Sparkurses ernten zu können.

Für das laufende zweite Halbjahr verdoppelte CDC am Vortag seine EBITDA-Schätzung und erwartet nunmehr ein Plus von 16,0 bis 18,0 Mio. Dollar, nachdem man bislang ein angepasstes EBITDA von 8,0 bis 10,0 Mio. Dollar in Aussicht stellte. CDC begründet den Optimismus mit Kostenanpassungen zu Jahresbeginn sowie durch die breite Kundenbasis im Softwarebereich sowie den anhaltenden Erfolg in der Spielesparte.

Wachstumsmotor Spielesparte
Die Online-Spielesparte war zuletzt der Wachstumsmotor des Unternehmens. Zwar steuerte die Sparte zuletzt nur 12,1 Mio. Dollar zum Gesamtumsatz bei, wuchs aber um 83 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während sich das Geschäft mit Softwareerlösen leicht rückläufig entwickelte. Trotz der vergleichsweise noch geringen Umsätze steuerte die Sparte mit 3,1 Mio. Dollar schon ein Viertel des operativen Gewinns bei.

Die Einheit CDC Games hält die Lizenz- und Vermarktungsrechte an den Online-Spielen EVE Online, Lunia, The Lord of the Rings Online: Shadows of Angmar, Shaiya, Yulgang und Legend of Mir III in China und baute jüngst sein Geschäft weiter aus. So konnte sich CDC Games die Vermarktungsrechte an „Digimon RPG“, einem Online-Rollenspiel sichern, dass auf der sehr erfolgreichen japanischen Animationsserie aus Japan basiert.

Schon vor dem eigentlichen Marktstart Ende September rangierte „Digimon RPG“ auf Platz eins der "Gamers' Recommendation List" auf Chinas größter Suchmaschine Baidu.com. Seither scheinen sich die Spielerzahlen nicht nur bei „Digimon RPG“ weiter nach oben entwickelt zu haben, auch das bisherige Flagschiffspiel Yulgang erhielt Anfang des vierten Quartals mit "The Magic Labyrinth of Ice” ein weiteres Update spendiert, dass sich offensichtlich positiv auf die Spielerzahlen auswirkte.

CEO kauft Aktien im großen Stil
Inwieweit es CDC gelingt durch seine boomende Spielesparte das schwächere Geschäft in der Softwaresparte auszugleichen, bleibt abzuwarten, jedoch glaubt auch CDC-Lenker Peter Yip selbst an den Erfolg des Unternehmens. Wie in dieser Woche bekannt wurde, hat der CEO weitere 255.517 Anteile zum Durchschnittskurs von 2,38 Dollar erworben. Insgesamt haben CEO und das Unternehmen in diesem Jahr bereits 850.000 eigene Anteile aufgekauft…

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete und in Hongkong ansässige CDC entwickelt nicht nur Software und Mobilfunkservice-Anwendungen, gleichzeitig betreibt das Unternehmen auch die beiden Internet-Portale China.com und Hongkong.com. Über China.com hält das Unternehmen auch die Mehrheit an den beiden Firmen Newpalm und Go2joy, über welche Mobilfunkservices und Anwendungen vermarktet werden. Mit der Einheit CDC Mobile ist das Unternehmen im Markt für mobile Services engagiert.

Unternehmenssoftware wird vor allem über die Einheit CDC Software Asia Pacific und den Tochterfirmen Industri-Matematik, Pivotal und Ross System vermarktet und vertrieben. Zum Produktangebot CDCs zählen vor allem Kunden-Management-Software, sowie Enterprise Resource Planning (ERP)-Lösungen, als auch elektronische Beschaffungssysteme. Auch der Bereich Human Resource Management (HRM) und Analysesoftware (Business Intelligence) wird von dem chinesischen Softwareentwickler abgedeckt. Im Bereich Unternehmenssoftware betreut CDC mehr als 3.500 Kunden. Im Mai 2006 verstärkte CDC seine Softwareeinheit durch die Übernahme von C360.

Daneben bietet CDC aber auch IT- und Outsourcing-Services an, wobei diese Dienstleistungen durch die Tochterfirmen Ion Global, PK Information Systems und Praxa erbracht werden. Auch im Bereich Online-Werbung und Marketing ist CDC tätig. In diesem Segment vermarktet CDC sein Serviceangebot in Neuseeland und Australien über die Mezzo Business Databases Pty und TTG Asiat Media Pte.

Durch die vollständige Übernahme von Beijing 17game Network Technology im Frühjahr 2006 ist das Unternehmen über seine Einheit CDC Games auch in den Markt für Online-Spiele eingestiegen. Inzwischen hat sich CDC Games auch an dem Yulgang-Entwickler MGame beteiligt. Mit „Stone Age 2“ „Special Force“, „Lord of the Rings“, „Fury“, „Dragonsky“ und “Life Online” hat CDC Games weitere Online-Spiele lizenziert. Gleichzeitig hat sich CDC Games an dem Fury-Entwickler Auran und an dem Yogai-Entwickler Endgame beteiligt. Zudem wurde eine 20%ige Beteiligung an dem japanischen Spezialisten BBMF Group erworben.

Nachdem man im Mai 2004 den Spezialisten Group Team Investments Ltd. (Go2joy) übernahm, kaufte CDC im August den Spezialisten Ross Systems. Im Spätsommer 2006 folgte dann die Übernahme des Klingeltonspezialisten Timeheart. Im Jahr 2008 kaufte die Einheit CDC Software weiter zu und beteiligte sich unter anderem mit 51 Prozent an dem Hongkonger Softwarespezialisten Integration Solutions. Gleichzeitig beteiligte sich CDC Software mit 22 Prozent an dem chinesischen Spezialisten Tenly Software. Auch die Industri-Matematik International Corp ist nunmehr eine 100%ige Tochter des Unternehmens.

Zahlen

CDC erwirtschaftete im dritten Quartal 2008 einen Umsatz von 103,80 Mio. US-Dollar. Damit hat das Unternehmen den Vorjahreswert von 98,44 Mio. Dollar knapp übertroffen.

Meldung gespeichert unter: CDC

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