Cancom: Geschäft mit der Datenwolke sorgt für Kursfantasie

Cloud Computing

Montag, 1. September 2014 13:02
Cancom

(IT-Times) - Das Münchner IT-Systemhaus Cancom blieb auch im ersten Halbjahr 2014 auf Wachstumskurs und konnte seinen Umsatz zweistellig steigern. Im Hinblick auf ein saisonal starkes viertes Quartal 2014 kann sich Cancom berichtigte Hoffnungen auf neue Rekordzahlen in 2014 machen. Mit ein wenig Glück scheint auch die Umsatzmarke von 800 Mio. Euro in diesem Jahr erreichbar.

Der Grund: Cancom macht in der Cloud große Fortschritte. Während das Geschäft mit IT-Lösungen im zweiten Quartal 2014 um 26 Prozent auf 163,4 Mio. Euro wuchs, kletterte das Cloud-Geschäft um mehr als 149 Prozent auf 25,7 Mio. Euro. Geholfen haben dem Unternehmen dabei auch die jüngsten Zukäufe wie Pironet NDH, doch auch aus organischer Sicht kann die Cancom SE (WKN: 541910) in diesem Segment Erfolge melden.

Kooperation mit HP als Cloud-Beschleuniger
Vor allem die im Frühjahr 2014 geschlossene Kooperation mit Hewlett-Packard (HP) im Bezug auf die Vermarktung der Cancom AHP Private Cloud wirkt wie ein Ritterschlag für das Münchner IT-Systemhaus. HP wird die Cancom-Lösung künftig an seine mittelständischen Kunden (500 bis 7.000 Anwender) vermarkten und den Münchnern für jedes Cloud-Projekt, an dem die Cancom-Lösung beteiligt ist, monatliche Lizenzgebühren zahlen.

Ein großer Erfolg für den Cancom-Chef Klaus Weinmann, der in OEM-Partnerschaften mit großen IT-Herstellern einen idealen Absatzkanal für seine Cloud-Lösung sieht. Daher zeigt man sich bei Cancom naturgemäß offen für weitere derartige OEM-Partnerschaften.

Weinmann hofft durch das Abkommen mit HP auf Sicht von drei bis fünf Jahre auf jährliche Umsätze von zehn Mio. Euro. Daraus könnten aber auch mehr werden, denn das Abkommen bezieht sich bislang nur auf Deutschland, kann aber auch auf andere Länder erweitert werden, wie Weinmann gegenüber dem IT-Magazin CRN anmerkt.

Höhere Gewinnmargen durch die Cloud
Das Cloud-Geschäft dürfte langfristig auch für höhere Gewinnmargen bei Cancom sorgen, wenn der Anteil des Cloud-Geschäfts am Gesamtumsatz steigt. Laut Cancom-Chef Weinmann sind im Bereich Cloud und Shared Managed Services EBITDA-Margen von rund 30 Prozent erzielbar - zuletzt summierte sich die EBITDA-Marge hier auf über 25 Prozent.

Der Grund: Cloud-Lösungen müssen in der Regel nicht mehr so stark länderspezifisch angepasst werden, der Lokalisierungsaufwand hält sich in Grenzen. Zudem steigt die Größe der Cloud-Deals. Die letzten Cloud-Projekte sorgten bereits für monatlich wiederkehrende Umsätze von 200.000 Euro, im Gegensatz zu durchschnittlichen Deals von 100.000 Euro, heißt es bei Hauck & Aufhäuser. Damit dürften die Skaleneffekte für Cancom im Laufe der Zeit weiter zunehmen, wodurch sich Cancom-Anleger berichtigte Hoffnungen auf höhere Gewinnmargen machen können.

Kurzportrait

Die in München ansässige Cancom SE wurde im Jahr 1992 gegründet und hat sich seither zu den Top 3 der herstellerunabhängigen IT-Systemhäuser in Deutschland entwickelt. Das Unternehmen bietet heute ITK-Komplettlösungen (Hardware, Software, Lizenzen, Zubehör, Service, Beratung) aus einer Hand.

Cancom ist heute in 30 Standorten in Österreich und Deutschland präsent und beschäftigte zuletzt mehr als 2.000 Mitarbeiter. Zudem betreibt das Unternehmen ein modernes Logistikzentrum in Jettingen-Scheppach. In 2004 hat Cancom den Wandel zum Systemintegrator vollzogen, so dass Cancom heute nicht nur Hardware und IT-Dienstleistungen anbietet, sondern auch die Konzeption und Integration von IT-Systemen. Insgesamt bietet Cancom rund 50.000 Artikel, die über Kataloge, im Online-Shop oder in den Niederlassungen vertrieben werden. Cancom ist dabei einer der größten Partner von Apple, Microsoft, aber auch von SAP, SAP, Symantec, Citrix, HP, IBM, VMware und Adobe Systems.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Cancom durch eine Reihe von Zukäufen.. Mitte 2008 kaufte Cancom die Kölner Sysdat Gesellschaft für IT-Lösungen (heute Cancom IT Solutions GmbH). Im Dezember 2008 schluckte Cancom die zwei Systemhäuser der Bürotex Gruppe. Im November 2010 wurde zudem der Geschäftsbereich SAP Hosting und IT-Services der Plaut Systems & Solutions GmbH übernommen. In 2012 hat Cancom 49 Prozent der Anteile am deutschen App-Programmierer Glanzkinder GmbH erworben. Zuvor verkaufte das Unternehmen seine britische Tochter Cancom Ltd. an die Trams Group. Im Herbst 2012 hat Cancom 100 Prozent der Anteile an der Unicorner GmbH Softwarevertrieb übernommen. In 2013 setzte Cancom seine Einkaufstour weiter fort und schluckte neben der Gesellschaft für elektronische Systeme mbH (GES), auch die Berliner on line Datensysteme und den Cloud-Spezialisten Pironet NDH. In 2014 wurden neben der Allgeier-Tochter Didas Business Services GmbH auch die US-amerikanische HPM Networks übernommen.

Im Jahr 2010 stieg das Unternehmen in das Geschäft mit Cloud Lösungen ein. Cancom erwirtschaftet eigenen Angaben nach rund die Hälfte seiner Umsatzerlöse im Bereich IT Solutions, der Großteil der Einnahmen wird in Deutschland erwirtschaftet.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Cloud Computing

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