Canadian Solar widersetzt sich dem Abwärtstrend in der Solarindustrie

Mittwoch, 18. Juli 2012 13:18
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(IT-Times) - Während viele Solarkonzerne Produktionskapazitäten stilllegen bzw. Fabriken schließen wollen, denkt Kanadas führender Solarkonzern Canadian Solar laut über den Bau einer neuen Solarfabrik in China nach, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal 2012 mehr Solarmodule ausliefern konnte als im Vorjahr.

Neue Fabrik soll Module mit höheren Wirkungsgraden produzieren
Entsprechend äußerte sich in der Vorwoche Canadian Solar CEO Shawn Qu. Der Manager sieht gute Chancen, dass das Vorhaben realisiert wird. Geplant ist dabei eine neue Solarfabrik mit einer Jahresproduktionskapazität von 700 Megawatt. Die Entscheidung über den Bau der neuen Fabrik soll in den kommenden Monaten fallen, so der Manager.

Die Ankündigung überrascht, leidet die Solarbranche unter dem anhaltenden Preisverfall infolge hoher Überkapazitäten. Nachdem die Preise für Solarmodule im vergangenen Jahr bereits um 50 Prozent eingebrochen waren, sind die Preise in diesem Jahr um weitere zehn Prozent gesunken. Im Frühjahr 2012 wurden am Spot-Markt nur noch 0,80 bis 0,85 US-Dollar pro Watt für ein Solarmodul bezahlt.

Trotz des Preisverfalls sieht Canadian Solar (Nasdaq: CSIQ, WKN: A0LCUY) nach wie vor gute Geschäftsmöglichkeiten. Der Grund: Die Kanadier haben sich durch ihre ELPS-Technik einen Wettbewerbsvorteil verschafft und können Solarmodule mit einem hohen Wirkungsgrad von 18,5 bis 19,5 Prozent zu günstigen Preisen anbieten. Mit Herstellungskosten von 73 US-Cent pro Watt haben die Kanadier mitunter die niedrigsten Produktionskosten in der Industrie. Diese liegen sogar unter denen von chinesischen Konkurrenten wie Yingli Green und Trina Solar, nachdem Canadian Solar ebenfalls den Großteil seiner Produkte in China fertigt.

Canadian Solar expandiert erfolgreich ins Projektgeschäft
Zudem hat sich das Unternehmen scheinbar erfolgreich ein neues Standbein im Projektgeschäft aufbauen können, wo die Gewinnmargen etwas höher sind, als im traditionellen Geschäft mit der Produktion von Solarmodulen. Ende Juni hat Canadian Solar die Mehrheit an 16 PV-Projekten in der kanadischen Provinz Ontario vom Projekt-Entwickler SkyPower erworben.

Die Konstruktionsarbeiten an den erworbenen PV-Projekten soll in 2013 beginnen, in 2014 sollen die Solarparks dann ersten Strom in das Netz einspeisen. Durch ein 20-jähriges Abkommen mit der Ontario Power Authority ist die Abnahme des produzierten Stroms (200 Megawatt) bereits garantiert.

Joint Venture mit SkyPower
Daneben haben SkyPower und Canadian Solar mit CSI SkyPower ein neues Joint Venture geformt, um das Projektentwicklungsgeschäft weiter auszubauen. Beide Unternehmen werden jeweils 50 Prozent der Anteile halten. CSI SkyPower soll sich nicht nur auf Kanada konzentrieren, sondern auch Projekte in Afrika, Mittleren Osten und Südamerika angehen, heißt es.

Bei Canadian Solar ist man daher zuversichtlich, dass das Projekt- bzw. Solutions-Geschäft im laufenden Jahr 2012 bereits mehr als 25 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuern wird. In 2013 sollen es dann bereits mehr als 40 Prozent sein, so Canadian Solar CEO Shawn Qu.

Kurzportrait

Die in Ontario/Kanada ansässige Canadian Solar wurde im Oktober 2001 gegründet und hat sich in den vergangenen Jahren zum vollintegrierten Solarkonzern entwickelt. Das Unternehmen unterhält nicht nur eine eigene Ingot-Produktion, sondern stellt auch Solarzellen und Module her. Inzwischen hat sich Canadian Solar über ein Joint Venture mit der kanadischen SkyPower in das Projekt-Geschäft vorgewagt.

Vertrieben werden die Produkte nicht nur unter der eigenen Marke Canadian Solar, sondern auch an OEM-Hersteller, die dann die von Canadian Solar produzierten Zellen und Module unter dem eigenen Markennamen verkaufen. Die entsprechenden Module stellt Canadian Solar in seinen chinesischen Fabriken in Suzhou, Changshu und Luoyang her. Verkauft werden die Photovoltaik-Produkte nicht nur in China, sondern weltweit in Ländern wie in Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Südkorea, Kanada und in der Tschechien Republik. Vertrieben werden die Produkte dabei sowohl über Händler, als auch über Systemintegratoren.

Neben mono- und multikristallinen Standard-Modulen (0,2 bis 300 Watt) produziert Canadian Solar seit März 2008 mit der e-Module Reihe auch spezielle Solarmodule, die auf dem Material Upgraded Metallurgical Grade Silizium (UMGSI) basieren. Die e-Modul Reihe verfügt laut Canadian Solar über durchschnittliche Wirkungsgrade von mehr als 15 Prozent. BIPV-Produkte, die vor allem an Fassaden oder Überdächern zum Einsatz kommen, runden das Produktportfolio von Canadian Solar ab.

Daneben fertigt Canadian Solar aber auch spezielle Solarmodule in Kombination mit verschiedenen Elektrogeräten. Beispielsweise werden auch solarbetriebene Ladegeräte und Gartenbeleuchtungen von Canadian Solar vertrieben, wobei das Unternehmen die entsprechenden Elektronikkomponenten von Drittherstellern bezieht.

Ende 2010 erwarb Canadian Solar 50 Prozent an dem Joint Venture Nernst New Energy (Suzhou) Co in China. Mitte 2012 schloss Canadian Solar ein Joint Venture mit der kanadischen SkyPower, wobei an dem neuen Unternehmen CSI SkyPower beide Firmen einen 50%igen Anteil halten werden.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Canadian Solar

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