Canadian Solar - drohen erneut Überkapazitäten?

Gefahr von Überkapazitäten in der PV-Industrie steigt

Mittwoch, 21. Mai 2014 12:50
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(IT-Times) - Canadian Solar-Aktien gerieten zuletzt deutlich unter die Räder, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen der Wall Street überraschend verfehlt und mit einem eher verhaltenen Ausblick enttäuscht hatte. Anleger fragen sich daher, wohin die Reise bei Kanadas führendem Solarkonzern geht, der sich für 2014 ehrgeizige Ziele gesetzt hat.

Canadian Solar verzeichnet zwar Fortschritte im Projekt-Geschäft mit der Errichtung von Solarkraftwerken für Energieversorger in Japan und Kanada (27 Prozent des Umsatzes), allerdings muss Canadian Solar unter Beweis stellen, dass geplante PV-Projekte auch im zeitlichen Rahmen fertiggestellt werden können, so die Analysten bei Roth Capital.

Hohe Erwartungen an die Gewinnentwicklung
Denn die Erwartungen für das laufende zweite Quartal sind hoch. Aufgrund der starken Solar-Nachfrage im Sommer soll sich der Nettogewinn im laufenden Quartal auf 0,73 Dollar je Aktie verzehnfachen und im dritten Quartal 2014 nochmal um mehr als 50 Prozent auf 1,11 Dollar je Aktie zulegen. Ob Canadian Solar diese Ziele erreichen kann, gilt inzwischen als fraglich.

Zwar hat Canadian Solar (Nasdaq: CSIQ, WKN: A0LCUY) im März eine weitere Fertigungsfabrik im kanadischen Ontario und eine weitere Fertigungslinie in Changshu/China in Betrieb genommen, wodurch die Modulkapazität auf 3 Gigawatt klettert, doch ziehen dunkle Wolken über den Solarhimmel auf.

China hinkt hinterher - statt 14 Gigawatt nur 11,5 Gigawatt?
Der Grund ist die überraschend schleppende Umsetzung von Solarprojekten in China, einem wichtigen Markt für Canadian Solar. Die Credit Suisse hat jüngst erst ihre Prognosen für die Solar-Nachfrage in China gesenkt.

Ursprünglich wollte die chinesische Regierung in 2014 Solaranlagen mit einer Leistung von 14 Gigawatt installieren. Dieses Ziel dürfte nur schwer zu erreichen sein. Die Credit Suisse glaubt, dass in diesem Jahr nur Solaranlagen mit einer Leistung von 11,5 Gigawatt in China ans Netz gehen werden.

Für Canadian Solar ist der asiatische Markt besonders wichtig, entfielen im ersten Quartal auf Asien rund 50 Prozent des Nettoumsatzes. Kommt es in China erneut zu Überkapazitäten, könnte es zu einem Druck auf die Preise kommen, die durchschnittlichen Verkaufspreise würden sinken, die Gewinnprognosen wären damit nicht mehr erreichbar.

China drückt aufs Tempo - PV-Leistung von 70 Gigawatt bis 2017
Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer. Die weltweite Solar-Nachfrage dürfte in 2014 um 30 Prozent auf 48 Gigawatt klettern, wobei auf China 25 Prozent der weltweiten Solar-Nachfrage entfallen dürften.

Chinas nationale Reformkommission hat jüngst nochmals seinen Fahrplan bis 2015 bestätigt und für 2017 nach oben geschraubt. Bis 2015 soll eine Gesamtleistung von 35 Gigawatt installiert werden, bis 2017 ist sogar eine PV-Leistung von 70 Gigawatt vorgesehen.

Kurzportrait

Die in Ontario/Kanada ansässige Canadian Solar wurde im Oktober 2001 gegründet und hat sich in den vergangenen Jahren zum vollintegrierten Solarkonzern entwickelt. Das Unternehmen unterhält nicht nur eine eigene Ingot-Produktion, sondern stellt auch Solarzellen und Module her. Inzwischen hat sich Canadian Solar über ein Joint Venture mit der kanadischen SkyPower in das Projekt-Geschäft vorgewagt.

Vertrieben werden die Produkte nicht nur unter der eigenen Marke Canadian Solar, sondern auch an OEM-Hersteller, die dann die von Canadian Solar produzierten Zellen und Module unter dem eigenen Markennamen verkaufen. Die entsprechenden Module stellt Canadian Solar in seinen chinesischen Fabriken in Suzhou, Changshu und Luoyang her. Verkauft werden die Photovoltaik-Produkte nicht nur in China, sondern weltweit.

Neben mono- und multikristallinen Standard-Modulen produziert Canadian Solar seit März 2008 mit der e-Module Reihe auch spezielle Solarmodule, die auf dem Material Upgraded Metallurgical Grade Silizium (UMGSI) basieren. Die e-Modul Reihe verfügt laut Canadian Solar über durchschnittliche Wirkungsgrade von mehr als 15 Prozent. BIPV-Produkte, die vor allem an Fassaden oder Überdächern zum Einsatz kommen, runden das Produktportfolio von Canadian Solar ab.

Daneben fertigt Canadian Solar aber auch spezielle Solarmodule in Kombination mit verschiedenen Elektrogeräten. Beispielsweise werden auch solarbetriebene Ladegeräte und Gartenbeleuchtungen von Canadian Solar vertrieben, wobei das Unternehmen die entsprechenden Elektronikkomponenten von Drittherstellern bezieht.

Ende 2010 erwarb Canadian Solar 50 Prozent an dem Joint Venture Nernst New Energy (Suzhou) Co in China. Mitte 2012 schloss Canadian Solar ein Joint Venture mit der kanadischen SkyPower, wobei an dem neuen Unternehmen CSI SkyPower beide Firmen einen 50%igen Anteil halten werden.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Canadian Solar

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