Business Objects ein Übernahmekandidat?

Dienstag, 11. Juli 2006 00:00

(IT-Times) Nachdem der Analysesoftwareanbieter Business Objects (Nasdaq: BOBJ<BOBJ.NAS>, WKN: 892780<BUV1.FSE>) zum zweiten Mal in diesem Jahr vor schwächeren Zahlen warnte, brachen die Papiere um mehr als 20 Prozent ein.

Damit halbierte sich auch der Börsenwert der Gesellschaft seit Jahresbeginn auf nunmehr 1,92 Mrd. Dollar. Der Softwarehersteller hatte einen schwächeren Geschäftsverlauf in Europa und Asien für die enttäuschenden Zahlen im zweiten Quartal verantwortlich gemacht. Doch Analysten und Marktbeobachter fürchten bereits ein Ende des Wachstumszykluses im Bereich Business Intelligence (BI) Software, nachdem auch Mitbewerber Cognos zu Jahresbeginn mit schwachen Ergebnissen enttäuschte.

Microsoft und Oracle als weiße Ritter?

Insgesamt dürfte die Branche in eine Konsolidierungsphase eintreten, zumal der BI-Markt nach wie vor recht dicht fragmentiert ist. Gleichzeitig wollen andere große Softwarekonzerne wie Microsoft und Oracle auf den BI-Markt Fuß fassen. Der jüngste Kurseinbruch bei Business Objects könnte somit eine günstige Gelegenheit für Oracle & Co bieten, um sich stärker in diesem Markt vorzuwagen.

Das US-Anleger-Magazin Barron`s schnürte vor wenigen Tagen nochmals durch einen Bericht entsprechende Spekulationen um eine Übernahme des Unternehmens, zumal die Softwaresuite der Franzosen im Rahmen der jüngsten Forrester Research-Umfrage den Spitzenplatz besetzen konnte. Hinzu kommt die vergleichsweise günstige Bewertung nach dem jüngsten Kurssturz der Papiere.

Unterdessen hält der neue Business Objects-Chef John Schwarz unbeirrt an seinen ehrgeizigen Zielen fest. Langfristig soll sich die Unternehmensgröße verdoppeln, wobei Business Objects zu den zehn weltweit führenden Softwareanbietern aufsteigen soll. Nach dem jüngsten Ausblick wartet jedoch noch viel Arbeit auf den neuen Firmenlenker, der das Ruder bei Business Objects erst im vergangenen September übernahm.

Kurzportrait

Die im französischen Levallois-Perret Cedex und San Jose ansässige Business Objects sieht sich als Anbieter und Entwickler von sogenannten Business Intelligence (BI) Lösungen. Darunter wird komplexe Analysesoftware verstanden, welche Firmen dabei helfen soll, Geschäftsprozesse zu analysieren und auszuwerten, um Geschäftsabläufe weiter zu optimieren. Darüber hinaus beinhaltet die aktuelle Softwaresuite der Gesellschaft, Business Objects XI entsprechende Administrationswerkzeuge, welche IT-Experten in die Lage versetzt, komplexe IT-Systeme zentral zu verwalten. Die Softwaresuite kann sowohl im World Wide Web als auch im Zusammenhang mit dem Betriebssystem Microsoft Windows, sowie auf mobile Plattformen eingesetzt werden.

Insgesamt teilt Business Objects seine Firmenstruktur in drei wesentliche Geschäftsbereiche ein. Der Geschäftsbereich Data Integration beinhaltet unter anderem die Anwendung BusinessObjects Data Integrator, über welche verschiedene Projekte in Echtzeit integriert werden können.

Der Geschäftsbereich Business Intelligence Plattform umfasst vor allem die Anwendung BusinessObjects 2000. Diese BI-Plattform ermöglicht es laufende Geschäftsprozesse umfassend zu analysieren und auszuwerten. Mit WebIntelligence bietet Business Objects auch eine Thin-Client-Lösung an, welche die Auswertung der gewonnen Daten ermöglicht. Die Anwendungen BusinessQuery und BusinessObjects Infoview ergänzen die BI-Plattform entsprechend.

Unter Enterprise Analytic Applications bietet Business Objects fünf skalierbare Analysewerkzeuge an, welche auf einzelne Geschäftsbereiche zugeschnitten werden können. Ergänzend hierzu bietet Business Objects natürlich auch Beratung und Support an. In Sachen Kundendienst unterscheidet Business Objects zwischen Standard bzw. Premium-Support. Im Jahr 2003 verstärkte sich das Unternehmen mit der Übernahme von Crystal Decisions. Mitte 2005 folgte die Übernahme des Finanzplanungsspezialisten SRC Software. Im Oktober 2005 wurde schließlich der Information-Integrationsspezialist Medience SA übernommen. Anfang 2006 kaufte Business Objects dann den Softwarepartner Firstlogic Corp.

Die Software der Gesellschaft ist darüber hinaus kompatibel mit den Datenbanken von Oracle, IBM und Microsoft als auch mit Software aus dem Hause SAP, Siebel und PeopleSoft. Zu den Kunden der Gesellschaft gehören neben der Bank of Japan, auch Daimler Chrysler, sowie Burger King, Hewlett-Packard, Citibank und Nokia.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2006 meldete Business Objects einen Umsatzanstieg auf 278,3 Mio. Dollar, was einem Zuwachs von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die für Softwarefirmen wichtigen Lizenzerlöse kletterten dabei auf 126 Mio. Dollar, was einem Zuwachs von neun Prozent entspricht. Die Serviceerlöse zogen um 14 Prozent auf 152 Mio. Dollar an.

Insgesamt fiel der Gewinn zunächst aber mit 12,3 Mio. Dollar oder 13 US-Cent je Aktie niedriger aus als im Jahr vorher (15,0 Mio. Dollar oder 16 US-Cent je Aktie). Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Business Objects einen operativen Gewinn von 31,1 Mio. Dollar oder 33 US-Cent je Aktie realisieren, nach einem Plus von 22,0 Mio. Dollar oder 24 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 281,2 Mio. Dollar und mit einem Nettogewinn von 30 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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