Business Objects bleibt auf Expansionskurs

Montag, 6. August 2007 16:52
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(IT-Times) Nachdem der französische Analysesoftwarehersteller Business Objects (Nasdaq: BOBJ, WKN: 892780) bereits im vergangenen Jahr kräftig zugekauft hat, bleibt das Unternehmen auch im neuen Jahr weiter auf Einkaufstour.

300 Mio. US-Dollar lies sich Business Objects Anfang Juni den Zukauf von Cartesis SA kosten, einem in Paris ansässigen Spezialisten im Bereich Enterprise Performance Management (EPM). Im Bereich Performance Management galt die Konkurrenz in Form von Cognos in der Vergangenheit als überlegen. Diese Lücke haben die Franzosen mit dem jüngsten Zukauf geschlossen.

Cartesis und Inxight sollen neue BI-Plattform stärken
Cartesis steuerte im jüngsten Quartal bereits 13 Mio. Dollar zum Gesamtumsatz und einen US-Cent je Aktie zum Nettogewinn bei. Auch bei der Integration von Cartesis sieht sich Business Objects im Vorteil. Die beiden Firmen und Produktlinien seien sehr komplementär, heißt es. Während Cartesis vor allem im Bereich Financial-Reporting- und Consolidation als stark gilt, hat sich Business Objects in den vergangenen Jahren vornehmlich auf Planung und Budgetierung sowie Analyse konzentriert.

Auch mit dem zweiten Zukauf versucht Business Objects seine Marktposition zu verbessern, um als selbständiges Unternehmen im härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können. Mit der Übernahme von Inxight Software sieht sich Business Objects nunmehr auch in der Lage, unstrukturierte Informationen in Emails oder aus dem Web besser einzuordnen. Die Inxight-Funktionen sollen in die neue Business Objects XI-Plattform fließen und damit die Zuordnung von text-basierten Informationen erleichtern. Business Objects sieht sich damit als einziger Business Intelligence-Spezialist, der im Bereich unstrukturierte Informationen in die Offensive geht.

Das sich die jüngsten Zukäufe in der Zukunft auszahlen werden, daran besteht schon heute fast kein Zweifel mehr. Business Objects sieht sich mit der Integration der beiden zugekauften Firmen mehr als im Plan und rechnet mit einem Umsatzbeitrag zwischen 65 und 70 Mio. Dollar im zweiten Halbjahr 2007.

Kurzportrait

Die im französischen Levallois-Perret Cedex und San Jose ansässige Business Objects sieht sich als führender Anbieter und Entwickler von sogenannten Business Intelligence (BI) Lösungen. Darunter werden komplexe Analysesoftwaresysteme verstanden, die Firmen dabei helfen soll, Geschäftsprozesse zu analysieren und auszuwerten, um Geschäftsabläufe weiter zu optimieren. Darüber hinaus beinhaltet die aktuelle Softwaresuite der Gesellschaft, Business Objects XI entsprechende Administrationswerkzeuge, welche IT-Experten in die Lage versetzen, komplexe IT-Systeme zentral zu verwalten. Die Softwaresuite kann sowohl im World Wide Web als auch im Zusammenhang mit dem Betriebssystem Microsoft Windows, sowie auf mobile Plattformen eingesetzt werden.

Insgesamt teilt Business Objects seine Firmenstruktur in drei wesentliche Geschäftsbereiche ein. Der Geschäftsbereich Data Integration beinhaltet unter anderem die Anwendung BusinessObjects Data Integrator, über welche verschiedene Projekte in Echtzeit integriert werden können.

Der Geschäftsbereich Business Intelligence Plattform umfasst insbesondere die BI-Plattform BusinessObjects XI. Diese BI-Plattform ermöglicht es laufende Geschäftsprozesse umfassend zu analysieren und auszuwerten. Mit WebIntelligence bietet Business Objects auch eine Thin-Client-Lösung an, welche die Auswertung der gewonnen Daten ermöglicht.

Unter Enterprise Analytic Applications bietet Business Objects mehrere skalierbare Analysewerkzeuge an, welche auf einzelne Geschäftsbereiche zugeschnitten werden können. Ergänzend hierzu bietet Business Objects natürlich auch Beratung und Support an. In Sachen Kundendienst unterscheidet Business Objects zwischen Standard bzw. Premium-Support. Im Jahr 2003 verstärkte sich das Unternehmen mit der Übernahme von Crystal Decisions. Mitte 2005 folgte die Übernahme des Finanzplanungsspezialisten SRC Software. Im Oktober 2005 wurde schließlich der Information-Integrationsspezialist Medience SA übernommen. Anfang 2006 kaufte Business Objects dann den Softwarepartner Firstlogic Corp. Ende 2006 folgten mit Armstrong Laing Limited und Nsite Software weitere Zukäufe. In 2007 verstärkte sich Business Objects im Bereich Performance Management und übernahm den Spezialisten Cartesis für 300 Mio. Dollar. Gleichzeitig wurde der US-Softwarespezialist Inxight Software übernommen.

Die Software der Gesellschaft ist darüber hinaus kompatibel mit den Datenbanken von Oracle, IBM und Microsoft als auch mit Software aus dem Hause SAP. Zu den Kunden der Gesellschaft gehören neben der Bank of Japan, auch Daimler Chrysler, sowie Burger King, Hewlett-Packard, Citibank und Nokia.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2007 meldet Business Objects einen Umsatzanstieg auf 363,2 Mio. Dollar, ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die für Softwarefirmen so wichtigen Lizenzerlöse kletterten um 21 Prozent auf 149 Mio. Dollar. Die Serviceeinheit trug mit einem Wachstum von 171,3 Mio. Dollar auf 214,7 Mio. Dollar ebenfalls zum Umsatzanstieg mit bei. Business Objects erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 32,9 Mio. Dollar, nach einem Plus von 13,4 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Der Nettogewinn kletterte um 55 Prozent auf 48 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 31 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit einem Nettogewinn von 44 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Business Objects konnte die Übernahme der Cartesis S.A. im Juni 2007 abschließen, so dass dieses Geschäft im zweiten Quartal bereits ergebniswirksam wurde und insgesamt 13 Mio. Dollar zum Umsatz mit beitrug.

Meldung gespeichert unter: SAP

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