Broadcom sieht sich für die Zukunft gerüstet

Donnerstag, 10. Januar 2008 13:05
Broadcom

(IT-Times) Der US-Halbeiterspezialist Broadcom (Nasdaq: BRCM, WKN: 913684) sieht sich seit Jahresbeginn im Aufwind. Nach einem US-Urteil Anfang Januar muss Qualcomm den Verkauf verschiedener 3G-Chips, welche Broadcom-Patente verletzen, mit sofortiger Wirkung stoppen.

Marktbeobachter rechnen nunmehr damit, dass Broadcom im Markt für Mobilfunkchips stärker Fuß fassen und seinen Marktanteil zu Lasten anderer Anbieter ausbauen wird. Die Analysten des Hauses Credit Suisse trauen Broadcom zu, sich bis Ende 2009 einen Marktanteil von 10 bis 15 Prozent im Markt für Baseband-Chips zu sichern, nachdem Broadcom zuletzt nur auf einen 2%igen Marktanteil kam.

EDGE-Handys auf dem Vormarsch
Neben dem Teilerfolg vor Gericht, konnte sich Broadcom zuvor bereits einen wichtigen Auftrag sichern. So gab Nokia bekannt, künftig auf die neuen 65nm Single-Chip-Lösung von Broadcom im Rahmen seiner neuen EDGE-Mobilfunktelefone setzen zu wollen. Die Entscheidung der Finnen ist für Broadcom von großer Bedeutung, ist Nokia nicht nur der weltweit größte Mobilfunkchiphersteller, sondern auch EDGE-Handys dürften in Zukunft eine größere Rolle am Markt spielen. Die Marktforscher des Hauses iSupply schätzen, dass das EDGE-Segment von 245 Mio. Einheiten in 2007 auf über 408 Mio. EDGE-Handys im Jahr 2009 klettern wird.

Mit „Zeus“ stellte Broadcom zuletzt auch einen neuen 3G-Chip vor, der mit zahlreichen Multimedia-Features aufwarten kann und über ein hohes Integrationsniveau verfügt. Allerdings wird „Zeus“ nach Broadcom-Angaben erst Mitte 2009 bzw. Ende 2009 kommerziell verfügbar sein.

Digital TV treibt Umsatz an
Daneben will Broadcom auch sein digitales TV-Geschäft weiter forcieren. Das Geschäft mit Breitband-Modems und DVD-Chips hat sich im dritten Quartal 2007 gegenüber dem Vorquartal bereits verdoppelt, so Broadcom. Im Hinblick auf 2008 plant Broadcom in diesem Bereich eine Verbreiterung seiner Produktlinie.

In diesem Zusammenhang passt auch die jüngste Kooperation mit Microsoft in Sachen Internet-Fernsehern (IPTV) gut ins Bild. Die Kooperation mit dem US-Softwarehaus erstreckt sich dabei unter anderem auf Microsofts Mediaroom Client-Software, die künftig auf allen set-top Boxen, die mit dem Broadcom System-on-a-Chip BCM7405 bestückt sind, zusammenarbeiten soll. Damit hat Broadcom seinen Fuß in einen weiteren viel versprechenden Wachstumsmarkt, der in den nächsten Jahren für sprudelnde Einnahmen sorgen könnte…

Kurzportrait

Die im kalifornischen Irvine ansässige Broadcom gilt als einer der führenden Entwickler von digitalen Breitbandchips. Das Unternehmen bietet dabei nicht nur Chipsätze für set-top Boxen, sondern auch entsprechende Speicherbausteine für Kabelmodems, Mobilfunktelefone und DVD- und DSL-Produkte an. Die von Broadcom entwickelten ICs (Integrated Circuits) finden in mehr als 90 Prozent aller angebotenen Kabelmodems Verwendung. Gleichzeitig bietet Broadcom aber auch Produkte rund um das Protokoll VoIP an, welches günstiges telefonieren über das weltweite Computernetz Internet ermöglicht. Ebenfalls im Produktprogramm von Broadcom: Spezielle Chipsätze, die vor allem im Zusammenhang mit Bluetooth-Produkten zum Einsatz kommen. Transceiver und Switches für optische Netze ergänzen das Produktportfolio von Broadcom ebenso.

Broadcom sorgte in den letzten Jahren vor allem durch seine aggressive Expansionsstrategie für Aufmerksamkeit. Mitte 1999 wurden mit Maverick Networks, Epigram, Armedia und HotHaus Technologies fünf Firmen übernommen. Im Jahr 2000 wurden gleich zehn Technologie-Unternehmen aufgekauft. Darunter BlueSteel Networks, ein Entwickler von Prozessoren, die unter anderem im Bereich Internet-Sicherheit eingesetzt werden. Mit der Übernahme von SiByte gelang Broadcom ein weiterer Coup, der die Produktlinie des Unternehmens im Bereich Netzwerk-Prozessoren nachhaltig stärken sollte. Im Jahr 2001 sorgte die Übernahme von ServerWorks, ein führender Anbieter von Komponenten für Server-Plattformen, für Schlagzeilen. Auch der Spezialist für optische Netzwerke Allayer Communications gehört inzwischen zur Broadcom-Unternehmensfamilie. Mit Mobilink Telecom, Gadzoox Networks und RAIDCore, kaufte Broadcom später weitere drei Firmen hinzu. Zudem wurden mit Sand Video, WIDCOMM und den Halbleiterspezialisten Zyray Wireless in 2004 weitere Akquisitionen getätigt. Im Jahr 2005 übernahm Broadcom den Bluetooth-Spezialisten Zeevo sowie den Ethernet-Spezialisten Siliquent Technologies. Anfang 2006 verstärkte sich Broadcom durch die Übernahme des Chipspezialisten Sandburst. Ende 2006 wurde der Netzwerkspezialist LVL7 hinzugekauft. Mitte 2007 verstärkte sich Broadcom im GPS-Chipbereich und übernahm den Spezialisten Global Locate.

Zu den Hauptabnehmern von Broadcoms Halbleitern zählen unter anderem der Mobilfunkspezialist Motorola, Hewlett-Packard, Cisco Systems und 3Com. Auch in der Nintendo-Konsole Wii kommen Broadcom-Chips zum Einsatz.

Zahlen

Für das zurückliegende Septemberquartal meldete Broadcom einen Umsatzanstieg auf 950 Mio. US-Dollar, was einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn brach dabei um rund 75 Prozent auf 27,8 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie ein, nachdem im Jahr vorher noch ein Plus von 110,2 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen im Zusammenhang mit Akquisitionen und Aktienoptionen konnte Broadcom einen Nettogewinn von 164,5 Mio. US-Dollar oder 27 US-Cent je Aktie realisieren, nach einem Nettogewinn von 191,4 Mio. Dollar oder 32 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Broadcom die Markterwartungen mehr als erfüllen. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 929,7 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 27 US-Cent je Aktie kalkuliert. Die Aufwendungen für Aktienkompensationen kletterten um 21 Prozent auf 94,6 Mio. Dollar, während die Kosten für Forschung und Entwicklung um 29 Prozent auf 352,3 Mio. Dollar anzogen.

Meldung gespeichert unter: Broadcom

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