Broadcom geht mit Einkaufstour aus der Krise

Dienstag, 9. Februar 2010 13:30
Broadcom

(IT-Times) - Der US-Breitbandspezialist Broadcom (Nasdaq: BRCM, WKN: 913684) hat nach der Übernahme des Switch-Spezialisten Dune Networks Ende 2009 erneut zugeschlagen und sich mit Teknovus in einem weiteren Wachstumsbereich verstärkt.

Während die Übernahme von Dune Networks vor allem das Produktportfolio von Broadcom im Bereich Ethernet-Chiplösungen für Cloud Computing Umgebungen ergänzt, will sich Broadcom durch die Übernahme von Teknovus vor allem den Markt für sogenannte Ethernet Passive Optical Network (EPON) Chiplösungen erschließen.

Broadcom nimmt EPON-Markt stärker ins Visier
Über EPON werden etwa 94 Prozent aller Fiber-to-the-Home Verbindungen in der Asien-Pazifik-Region aufgebaut. Die Marktforscher aus dem Hause Dell`Oro Group schätzen, dass der EPON-Markt von zuletzt 22,8 Millionen Teilnehmer auf 94,5 Millionen Abonnenten im Jahr 2014 wachsen wird - ein Wachstum von durchschnittlich 33 Prozent pro Jahr.

Analysten wie Citigroup-Analyst Glen Yeung loben daher nicht nur den Fokus des Unternehmens auf Kommunikationstechnik und vertikal integrierte Funktionen, sondern auch die Strategie, wie Broadcom an neue Märkte herangeht.

Broadcom springt auf den Cloud Computing Zug auf
Auch die 178 Mio. Dollar, die Broadcom für die Übernahme von Dune Networks ausgegeben hat, dürften sich langfristig auszahlen. Dune Networks entwickelt insbesondere Chips, die in Core- und Edge-Routern, sowie in Carrier-Ethernet- sowie in Datacenter-Switches zum Einsatz kommen. Vor allem das Geschäft mit Chips für Datacenter-Switches könnte vom Boom im Bereich Cloud Computing profitieren, da der Bedarf an solchen high-end Switches steigt, nachdem immer mehr Firmen auf den Cloud Computing Zug aufspringen.

Daneben zeichnet sich auch eine Erholung an der Mobilfunkfront ab. Jüngst stellte Broadcom seinen neuen Smartphone-Chip (BCM21553) Chip vor, der insbesondere den 3G Smartphone-Markt adressiert. Der Chip basiert auf der neuer 65-Nanometer-Technik soll Herstellern dabei helfen, die nächste Generation von 3G HSUPA Mobiltelefonen zu entwickeln…

Kurzportrait

Die im kalifornischen Irvine ansässige Broadcom gilt als einer der führenden Entwickler von System-on-a-Chip (SoC) Lösungen. Das Unternehmen bietet dabei nicht nur Chipsätze für Mobiltelefone und set-top Boxen, sondern auch entsprechende Speicherbausteine für Kabelmodems, Ethernet- und DSL-Produkte an. De facto operiert Broadcom heute aus drei Kerngeschäftsbereichen heraus: Broadband Communications, Mobile and Wireless und Enterprise and Networking.

Ebenfalls im Produktprogramm von Broadcom: Spezielle Chipsätze, die vor allem im Zusammenhang mit Bluetooth-Produkten zum Einsatz kommen. Transceiver und Switches für optische Netze ergänzen das Produktportfolio von Broadcom ebenso.

Broadcom sorgte in den letzten Jahren vor allem durch seine aggressive Expansionsstrategie für Aufmerksamkeit. Mitte 1999 wurden mit Maverick Networks, Epigram, Armedia und HotHaus Technologies fünf Firmen übernommen. Im Jahr 2000 wurden gleich zehn Technologie-Unternehmen aufgekauft. Darunter BlueSteel Networks, ein Entwickler von Prozessoren, die unter anderem im Bereich Internet-Sicherheit eingesetzt werden. Mit der Übernahme von SiByte gelang Broadcom ein weiterer Coup, der die Produktlinie des Unternehmens im Bereich Netzwerk-Prozessoren nachhaltig stärken sollte. Im Jahr 2001 sorgte die Übernahme von ServerWorks, ein führender Anbieter von Komponenten für Server-Plattformen, für Schlagzeilen. Auch der Spezialist für optische Netzwerke Allayer Communications gehört inzwischen zur Broadcom-Unternehmensfamilie.

Mit Mobilink Telecom, Gadzoox Networks und RAIDCore, kaufte Broadcom später weitere Firmen hinzu. Zudem wurden mit Sand Video, WIDCOMM und den Halbleiterspezialisten Zyray Wireless in 2004 weitere Akquisitionen getätigt. Im Jahr 2005 übernahm Broadcom den Bluetooth-Spezialisten Zeevo sowie den Ethernet-Spezialisten Siliquent Technologies. Anfang 2006 verstärkte sich Broadcom durch die Übernahme des Chipspezialisten Sandburst. Ende 2006 wurde der Netzwerkspezialist LVL7 hinzugekauft. Mitte 2007 verstärkte sich Broadcom im GPS-Chipbereich und übernahm den Spezialisten Global Locate. Anfang 2008 folgte die Übernahme des Blu-ray Spezialisten Sunext Design. Ende 2008 verstärkte sich Broadcom im Bereich digitaler TV-Chips und übernahm die DTV-Einheit von AMD. Ende 2009 übernahm Broadcom den Spezialisten Dune Networks. Anfang 2010 verstärkte sich Broadcom durch die Übernahme des Chipherstellers Teknovus.

Zu den Hauptabnehmern von Broadcoms Halbleitern zählen unter anderem der Mobilfunkspezialist Motorola, Nokia, Samsung, Hewlett-Packard, Cisco Systems und 3Com. Auch in der Nintendo-Konsole Wii kommen Broadcom-Chips zum Einsatz.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2009 legte Broadcom gleichzeitig seine Umsatz- und Ergebniszahlen vor. So meldet der Chiphersteller einen Umsatzanstieg um 19 Prozent auf 1,34 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 1,13 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei verdiente das Unternehmen 59,2 Mio. Dollar oder elf US-Cent je Aktie, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 159,2 Mio. Dollar oder 32 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Im jüngsten Quartal hatten Einmalbelastungen in Höhe von 160,5 Mio. Dollar oder 31 US-Cent je Aktie das Ergebnis belastet. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen verdiente Broadcom im jüngsten Quartal 49 US-Cent je Aktie und übertraf damit die Markterwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit einem Plus 44 US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: Broadcom

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